Google-Chef traf sich mit US-Kartellwächtern

28.11.2012 | 13:20 |   (DiePresse.com)

Wettbewerbshüter haben den Verdacht, dass Google in seiner Websuche seine eigenen Dienste bevorzugt.

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Google kämpft auf höchster Ebene gegen eine mögliche Wettbewerbsklage der US-Regierung. Selbst Konzernchef und Mitgründer Larry Page soll direkt mit den Kartellwächtern verhandelt haben. Eine Klage gegen Google wäre der größte Wettbewerbsfall seit Jahren.

Google-Chef Larry Page hat sich laut einem Medienbericht persönlich in die Verhandlungen mit US-Wettbewerbshütern eingeschaltet. Page habe sich am Dienstag mit der Handelskommission FTC getroffen, die derzeit ihre Ermittlungen gegen den Suchmaschinen-Primus abschließt, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Google wolle die FTC überzeugen, dass der Konzern nicht gegen Wettbewerbsregeln verstoßen habe, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Laut früheren Berichten hatte FTC-Chef Jon Leibowitz Google zwar mit einer Wettbewerbsklage gedroht und Zugeständnisse eingefordert. Allerdings gebe es in der Behörde erhebliche Bedenken mit Blick auf die Erfolgsaussichten einer solchen Klage. Google verhandle bereits seit einer Woche über eine Einigung, schrieb Bloomberg jetzt. Nach bisherigen Informationen sollte die Entscheidung über eine Klage noch in diesem Jahr getroffen werden.

Bei den seit mehr als einem Jahr andauernden Ermittlungen geht es vor allem um den Vorwurf von Konkurrenten, Google benachteilige sie in seiner Internet-Suchmaschine zugunsten eigener Dienste. Der Konzern kontert, er betreibe die Suchmaschine für die Nutzer und nicht für andere Online-Dienste. Google hat eine dominierende Position im Suchmaschinen-Geschäft. Eine Klage gegen Google wäre der größte Wettbewerbsfall in der IT-Branche seit dem Vorgehen der US-Regierung gegen Microsoft in den 90er Jahren. Der Internet-Konzern wird auch in Europa von der EU-Kommission in einer Wettbewerbsuntersuchung unter die Lupe genommen.

Die Behörde geht in einer weiteren Untersuchung auch dem Vorwurf des Patentmissbrauchs nach. Der inzwischen zu Google gehörende Handy-Hersteller Motorola hatte in Klagen gegen Konkurrenten wie Apple und Microsoft auch Patente eingesetzt, die zum Grundstock von Standards wie etwa UMTS gehören. Auch hier soll die FTC nach früheren Informationen eine Klage in Betracht ziehen, Google sei an einer außergerichtlichen Einigung interessiert.

 

(APA/dpa)

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