Orange Frankreich zwingt Google zu Ausgleichszahlung

21.01.2013 | 14:11 |   (DiePresse.com)

Die Dienste des Webkonzerns verursachen bereits die Hälfte des Datenverkehrs des Providers.

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Der französische Handynetzbetreiber Orange hat eine Vereinbarung mit Google geschlossen, um Entschädigungen für den immensen Datenaufwand zu erhalten, den die Dienste des Webkonzerns verursachen. Wie die Agentur AFP berichtet, sollen Google-Produkte, wie die Suchmaschine und das Videoportal YouTube bereits für die Hälfte des gesamten Datenverkehrs von Orange Frankreich sorgen. Aufgrund der Größe des Unternehmens und der Tatsache, dass in manchen Gegenden Frankreichs kein anderer Betreiber funktioniert, hat sich Google der Vereinbarung gebeugt, behauptet Orange-CEO Stephane Richard.

Auch andere Betreiber wollen Google schon länger zur Kasse bitten. Über die Details des Deals gibt es derzeit aber keine Informationen. Google muss oft als Sündenbock für mehrere Probleme herhalten. Unter anderem gibt es in Deutschland und Frankreich Diskussionen darüber, dass der Anbieter Inhalte von Nachrichtenmedien auf seinem Angebot Google News nutzt.

Bisher gab es diesbezüglich nur verhärtete Fronten. In Frankreich ist aber die politische Stimmung inzwischen gegen Google gewandt. Präsident Francois Hollande hatte den US-Konzern gewanrt, eine "Google-Steuer" einzuführen, wenn es keine Einigung mit französischen Medienunternehmen gebe.

(Red.)

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4 Kommentare

warum bitte?

was ist den mit denen los. Da kann google wohl gar nichts dafür was soll das

Wenn man mit Frankreich geschäftlich zu tun hat, muss man sich seit mitte 2012 bzw. 2013 allgemein mit höheren Abgaben abfinden.

Nur blöd dass dann 2 Fiskusse am Konto zutzeln, ob das mal gut geht.

Absurde Debatte


Vor nicht allzu langer Zeit suchten die Provider noch krampfhaft nach Applikationen, um ihren Kunden mobile digitale Kommunikation schmackhaft zu machen. Video-Telephonie war einer dieser vermeintlichen Retter dafür, das Geld für die teuer errichtete Infrastruktur wieder hereinzubekommen -- wenn die Anwender doch nur endlich IP-Dienste nützen würden. Sogar Voip war willkommen, solange das eigene Netz dafür verwendet wurde und damit Einnahmen generiert wurden.

Und heute? Anstatt die Kunden fürs Nutzen entsprechend bezahlen zu lassen, will man ausgerechnet jenen Content-Providerns ans Bein pinkeln, die dafür sorgen, daß es überhaupt die entsprechendene IP-Usage gibt.

Kaum fiel der eiserne Vorhang und China entdeckt die Marktwirtschaft, entsteht ausgerechnet in Europa ein neues Kuba. Frei nach Asterix: Die spinnen, die Gallier.


Frankreich

Sollen sie sich doch in die Steinzeit des Internetalters zurückkatapultieren.
Nicht Google ist (direkt) für den Datenverkehr verantwortlich, sondern die Nutzer, die diese Dienste aufrufen.
Wird als nächstes Facebook zur Kasse gebeten?
Dafuq?

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