Technologieexperte: Google ist bei Datenbrille "mulmig"

24.04.2013 | 15:57 |   (DiePresse.com)

Die Privatsphäre-Diskussion rund um Google Glass sei auch am Webkonzern nicht spurlos vorbei gegangen. Der Preis könnte in zwei bis drei Jahren auf 200 bis 300 Dollar sinken.

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Google ist nach Einschätzung des Technologieexperten Robert Scoble aufgeschreckt durch die Debatte um Auswirkungen der Datenbrille Google Glass auf die Privatsphäre. "Man merkt, dass Google bei diesem Produkt mulmig ist", sagte Scoble am Mittwoch auf der Next Konferenz in Berlin. "Sie haben versucht, es so zu gestalten, dass es die Leute nicht verschreckt."

Scoble ist einer der ersten Testnutzer der Datenbrille. Er bemerke die Brille die meiste Zeit gar nicht, erzählte Scoble. "Das ist schon ein Teil meines Lebens. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich keinen Tag haben werde, an dem ich so etwas nicht trage." Scoble beobachtet für den Speicherplatzanbieter Rackspace Innovationen im Technologiebereich. Tausende Menschen verfolgen seine Berichte in Sozialen Netzwerken.

Google Glass wird ähnlich einer Brille getragen. Ein kleiner Bildschirm blendet Informationen vor das Auge des Trägers ein, mit einer Kamera können Fotos und Videos aufgenommen werden. Dann leuchtet ein kleines Lämpchen auf.

Vorrangig für E-Mails und Anrufe

Seine Brille sei nicht die ganze Zeit eingeschaltet, sagte Scoble. Stattdessen mache er den Minicomputer gezielt an, etwa wenn er ein Foto knipsen wolle. Er hoffe, dass bald weitere Funktionen hinzukommen. Derzeit zeige die Datenbrille vor allem Informationen zu eingehenden Anrufen und E-Mails an.

Scoble erwartet schon bald einen radikalen Preisverfall, was die futuristischen Minicomputer auch für Normalnutzer interessant machen würde. "Das wird in zwei, drei Jahren 200 Dollar kosten", sagte Scoble über Google Glass. Die Brillen könnten zum Massenprodukt werden, wenn sie auch für reguläre Nutzer erschwinglich wären. "Sie werden es ziemlich schnell in Massenauflage produzieren können", meinte Scoble über Google. Derzeit kosten Testgeräte für ausgewählte Nutzer 1500 Dollar (umgerechnet 1155 Euro).

(APA/dpa)

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5 Kommentare

bis mich der alzheimer in den krallen hat

werde ich mich auch mit einer 3dbrille ausstatten.

Die Lösung liegt doch auf der Hand:

Die Kamera entfernen, und das Produkt erregt nicht mehr den berechtigten Unmut von Menschen, die nicht fotografiert und gefilmt werden wollen. E-Mails kann man ja auch ohne Kamera lesen, zum Anzeigen ortsbezogener Informationen dienen die GPS-Koordinaten.

Die Verblödung...

kommt so noch direkter ins Hirn.

Nach dem Google-Video soll ja die Brille sogar erklären, wie man zu Fuß irgendwo hin findet. Sogar, wie man in einem Bücherladen ein bestimmtes Buch findet.

Zuviel Smartphone macht kaputt - und Smartphone-Nutzung ist vor allem von Jugendlichen kaum zu steuern - wie schaut das dann mit so einer Brille aus?

Aber solche Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten - wenn der Mob sich das wünscht, bekommt er es auch. Und sei es noch so dämlich.

Re: Die Verblödung...

was heisst verblödung?

Re: Die Verblödung...

Genau meine Meinung immer ausgefeilteren Schrott entwickeln statt endlich mal wieder nachhaltigere langlebige Geräte die auch einen wirklichen Nutzen haben oder andere Dinge die zb. für Jugendliche mehr Wert hätten...

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