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YouTube: Neonazis verbreiten Propaganda-Videos

27.08.2007 | 09:48 |   (DiePresse.com)

"Jud Süss": Seit Monaten sind der NS-Propagandafilm und andere rassistische Clips über die Videoplattform "YouTube" abrufbar. Der deutsche Zentralrat der Juden droht mit rechtlichen Schritten.

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Neonazis verbreiten laut einem ARD-Bericht über die Videoplattform "YouTube" ungehindert indizierte Propagandavideos. Darunter seien der antisemitische NS-Propagandafilm "Jud Süss" sowie rassistische Clips, zum Beispiel ein Video zu dem indizierten Lied "KuKluxKlan" von der Rockgruppe "Kommando Freisler". Auch der kriegsverherrlichende Clip "Sturmführer in der SS" zum Lied der Gruppe "Landser" sei bereits seit acht Monaten bei "YouTube" abrufbar.

In dieser Zeit sei dieser Film mehr als 400.000 mal angeklickt worden, hieß es. Ein anderer Clip zeige, nachdem von einem abgebrannten Asylantenwohnheim gesungen wird, eine Sprechblase: "Alle töten".

Mahnung der Zentralstelle für Jugendschutz


"Jugendschutz.net", die zentrale deutsche Stelle für die Einhaltung des Jugendschutzes im Internet, hatte dem Bericht zufolge in den vergangenen Monaten in mehr als hundert Fällen wegen indiziertet Videos bei "YouTube", die zum Hass aufstacheln, Ermahnungen ausgesprochen, ohne dass die Firma diese Filme aus ihrem Angebot herausgenommen hätte. Vielmehr habe es keine Reaktion gegeben.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Samuel Korn, sagte dazu der ARD: "Ich erwarte, dass die Staatsanwaltschaft, dass die Behörden, dass auch die Bundesregierung gegebenenfalls dagegen eintritt und dagegen vorgeht." Auch der Zentralrat erwägt demnach eine Strafanzeige gegen "YouTube".

Auf dem Videotauschportal YouTube, das dem US-Unternehmen Google gehört, können Nutzer weltweit Videos ins Netz stellen. Das können sowohl Ausschnitte aus TV-Sendungen oder Filmen als auch selbstgedrehte Videos sein. Sie sind für alle Internetnutzer zugänglich. (Ag.)
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12 Kommentare
Gast: Beobachter
30.08.2007 14:51
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Unlocker = Deutsch

Leider zeigt sich einmal mehr, warum es nur in Deutschland moeglich war, dass der (in Oesterreich) fahnenfluechtige Landschaftsmaler dort zum Diktator werden konnte. Auf zum Bau des neuen Antifaschistischen Schutzwalls, diesmal im Internet!

C. P. U.
30.08.2007 13:43
0 0

WIDERSTAND!

Sollen nun chinesische Zustände und Vorgehensweisen gegen Internetdisidenten kommen?

Jetzt erst recht gleich die Daten von youtube mit Hilfe der Adresse http://www.grabvids.net/ auf die Festplatte ziehen.

Einfach Adresse von youtube eingeben und schon wird Downloadlink generiert.

Das verwendete Format ist .flv, wenn der Film nicht läuft muss eben der Fehlende .flv-Reader herunterladen werden.

Einst ließ ein christlicher Kaiser sämtliche haidnischen Werke der Germanen - nur das Nibelungenlied (bitte Betonung auf der ersten Silbe) konnte gerettet werden - vernichten. Nun wollen Kreise, die sich als Weltherrscher fühlen in lächerlichster und undemokratischer Art wieder gegen missliebigen Werken vorgehen.

Bedingunsloser Kampf für Demokratie beinhaltet eben einfach WIDERSTAND gegen derartige Bevormundung.

C. P. U.
30.08.2007 13:18
0 0

Zensur, nicht Freiheiten sind die Gefahr für die Demokratie!

Wenn Jud Süss in Österreich auf einem Index steht, dann müsste die Sissi Trilogie längst verboten sein.

Vielmehr gilt es Einschränkung der Meinungsfreiheit auf Grund irrer religiöser Vorstellungen zu verbieten und jene zu bestrafen die die Meinungsfreiheit aus religiösen Gründen beschneiden wollen. In einer Demokratie darf man der nichtreligiösen Bevölkerung nicht verbieten Filme zu drehen oder anzusehen, die absurde religiös motivierte Handlungen kritisch durchleuchten.

Freier ungehinderter Up- und Download statt monopolisierte Gehirnwäsche durch staatliche Medien muss ein Grundanliegen einer Domokratie sein.

Menschen beispielsweise den Genuss des Films "Jud Süss", der bekanntlich auf historischen Fakten basiert und in Wahrheit eher "Sissifilmen" als irgend einem NS-Werbefilm ähnlich ist, zu entziehen, ist eine Ungeheuerlichkeit.

Was unsere Demokratie braucht ist ein Gesetz, dass Zensoren strafrechtlich verfolgt. Zensur ist die größte Gefahr für eine echte Demokratie!

ingmar
28.08.2007 17:34
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In Österreich unproblematisch

Derartige, historische Filme darf man in Österreich, von urheberrechtlichen Erwägungen vielleicht abgesehen, unproblematisch verbreiten. Ich glaube auch nicht, dass gerade diesr, doch sehr stark überzeichnete Film für eine neue Welle des Antisemitismus sorgen wird. Die "neue Rechte", wenn es sie in dieser Form denn als politische Kraft gibt, geht da deutlich subtiler, und nota bene mit anderen Feindbildern, vor.

Antworten hl_1001
29.08.2007 08:33
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Re: In Österreich unproblematisch

Stimmt. Im Rahmen einer Vortragsreihe wurde einige der NS-Propagandafilme an der Uni Graz kostenlos vorgeführt. Ich glaube kaum, dass der Zentralrat der Juden deswegen eine Razzia gemacht hat...

Gast: Remy
27.08.2007 17:59
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Unnötige Werbung

Wie blöd muß dieser Zentralrat sein um dauernd Werbung für die Rechten und den Antisemitismus zu machen.
Jetzt nachdem sie öffentlichkeitswirksam tratra gemacht haben werden sich viele "Interessierte" auf die suche begeben und andere (die Recht haben) werden auf Meinungsfreiheit und demokratische rechte für alle erinnern.
So schafft man Antisemitismus!!!

Antworten Enoch Root
27.08.2007 23:16
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Re: Unnötige Werbung

Auf der andere Seite können sich auf diese Weise an Geschichte interessierte Menschen historische Propagandavideos ansehen, die hier und in Deutschland wegen des Verbotsgesetzes nicht ausgestrahlt oder verkauft werden dürfen.
Ich habe schon viel über "Jud Süß" gelesen, aber erst auf YouTube konnte ich ihn mir anschauen.
Bei dieser Gelegenheit habe ich mir auch aus Interesse ein paar Videos von Landser, Freisler und Störkraft angeschaut... wenn YouTube ein ähnliches User-Tracking hat wie Amazon, dann halten sie mich jetzt bestimmt für einen Neonazi.
Trotzdem: gerade weil man dort Videos mit unkonventionellem Inhalt findet, ist YouTube für mich eine interessante Informationsquelle geworden. Wer deswegen Angst um seine Kinder hat, sollte sie beim Browsen nicht alleine vor dem Computer lassen.

freeman
27.08.2007 12:54
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Und was soll das bringen?

Eine "great firewall of Germany" im weltweiten Netz?

Wem als Antwort auf misliebige Information nur "Zensur" einfällt, der denkt im Kern totalitär.

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Re: Und was soll das bringen?

Hetzpropaganda als "mißliebige Information" zu bezeichnen, ist ein sehr plumper Euphemismus.

Antworten Antworten C. P. U.
30.08.2007 13:24
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Re: Re: Und was soll das bringen?

Zensur heißt der größte Feind der Demokratie! Meinungsdiktatur und Zensur als wünschenswert hinzustellen, ist in meinen Augen einfach ein Verbrechen.

Gast: xxx
27.08.2007 11:33
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Nicht nur Neonazis, auch die Moslems machen das so !

Wer sich Propagandavideos der Moslems ansehen möchte, der findet auf YouTube sehr viele davon, während die kritischen Videos gelöscht wurden...

Gast: na
27.08.2007 11:27
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Ist hier...

... also dass so konkret über die Werbevideos fürs studivz berichtet wird hätt ich auch wieder nicht erwartet.