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Australien: "Google hat WLAN-Daten mutwillig abgehört"

26.05.2010 | 09:49 |   (DiePresse.com)

Die vermutlich größte Datenschutz-Verletzung in der Geschichte sieht der australische Kommunikationsminister hinter Googles WLAN-Abhörung. Google hatte im Vorfeld Australiens Pläne für Websperren kritisiert.

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Der australische Kommunikationsminister Stephen Conroy fährt schweres Geschütz gegen Google auf. Er wirft dem Konzern vor, dass der Lauschangriff auf WLAN-Datentransfers mit voller Absicht geschehen sei. Google hat bisher immer beteuert, dass seine Street-View-Autos unbeabsichtigt den Datenverkehr von drahtlosen Netzwerken abgehört hatten. "Es ist möglich, dass das die größte Verletzung der Privatsphäre der Geschichte in westlichen Demokratien war", wettert Conroy nach Angaben des Australian.

Google Street View
Street View ist eine Erweiterung für Google Maps, die die Umgebung auf Basis von Fotografien dreidimensional begehbar macht. Die Aufnahmen der Straßenzüge und Häuser werden mit auf Autos montierten Kameras gemacht. Google muss für diesen Dienst immer wieder heftige Kritik von Datenschützern einstecken.

Googles Zugang "ein bisschen gruselig"

Conroy ist überzeugt, dass Google "ein Stück Code" geschrieben habe, dass für genau den Zweck der Abhörung von WLAN-Daten gedacht war. Weiters bezeichnet er den Zugang Googles in Sachen Datenschutz und Privatsphäre als "ein bisschen gruselig". Google würde sich über Regierungen stellen wollen, so Conroy. Der Konzern reagierte in einer Aussendung und wies die Anschuldigungen zurück.

Websperren als Hintergrund der Kritik

Der Schlagabtausch zwischen Google und Conroy ist vor dem Hintergrund von Australiens Plan zu sehen, Websperren für fragwürdige Inhalte einzuführen. Google hatte die Filterpläne der Regierung als leicht zu umgehen kritisiert und gewarnt, dass dadurch legales Material auch blockiert werden könne. Die geplanten australischen Websperren hatten große Diskussionen ausgelöst. Ein ähnlicher Plan war von Deutschland zwar in ein Gesetz verpackt, aber nie ausgeführt worden.

(db)

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16 Kommentare
Gast: zueinfach
27.05.2010 09:22
0 0

google böse?

Es regt mich wirklich auf wie aus Unwissenheit oder fehlendes Wissen Schlagzeilen werden.

"Google klaut Wlan Daten" "Datenschutz" "Spionage"...
Das ist doch nur Show... Diese sogenannten "Datenschützer" haben scheinbar keine Ahnung von den technischen Gegebenheiten. Was soll den bitte Google mit 5 Sekunden Mitschnitt anfangen... Die haben soviele Server die können den Internetverkehr JEDERZEIT von sehr sehr vielen Menschen aufzeichenen wenn sie lustig sind und ihnen fad ist... davon les ich hier aber nichts! Jeder Provider kann dies... und macht das auch in gewissen Grenzen... keiner jammert darüber... aber wenn Google 5 Sekunden aufzeichnet gibts gleich Schlagzeilen...

Warum gibts keine Schlagzeile "Google startet ssl verschlüsselte Suchen"? Weil die "Datenschützer" keine Ahnung haben wie "das Internet" überhaupt funktioniert... nur wenn sie so einfache Informationen zugeschanzt bekommen wie "Google klaut WLan Daten" dann können sie ganz ganz lange Artikel schreiben wie furchtbar das nicht alles ist...

Wenn man große Plakate mit ungünstigen Fotos ausdruckt und vor der Firma wo man sich bewerben will aufhängt, dann wundert sich keiner dass das vielleicht negative Konsequenzen hat, aber wenn die Leute das öffentlich ins Netz stellen, wundern sie sich! Ich seh hier kein "Datenschutzproblem" es ist einfach der übertriebene Selbstdarstellungszwang der heutigen Zeit... Aber es gibt ja eine einfache Lösung: Bevor man sich irgendwo bewirbt, werden diese Fotos halt gelöscht.

Cuchulainn
27.05.2010 08:15
0 0

Staats-Spitzel!

Jeder Internet-User müsste wissen, dass er von der Staatspolizei bespitzelt wird, wenn er irgendwie politisch "auffällig" wird.
Das und nicht die kommerzielle Datensammlung ist das wirkliche Problem.
So lange Schwarz und Rot am Ruder sind, wird sich das weiter verschärfen.

Gast: Trainer
27.05.2010 07:40
0 0

ECDL unterstützt Google

Kennen Sie den ECDL? Wer in Österreich hat den Computerführerschein nicht - und alle, die die Tests aktuell gemacht haben, werden im Modul 7 (Internet) gefragt: "Starten Sie im Webbrowser die Suchmaschine Google.
Suchen Sie nach ... Finden Sie mit der Suchmaschine Informationen zu ..."
So wird Bewusstsein gleich bei 14-Jährigen und Neueinsteigenden gebildet ...

Gast: Gastname
27.05.2010 01:46
0 1

Ueberschrift

Bitte ich will etwas sagen: Es ist nicht die Frage wessen Aufgabe es ist die Daten zu schuetzen, sondern die Frage warum das Justizsystem zu korrut ist Entscheidungen aufgrund falscher Daten zu bestrafen und die Schaeden daraus zu entgelten zB weiß ich, daß lange Dialoge und Gespraeche via Internet beliebig sind, auch wenn man Angst hat abgehoert zu werden und wenn Siemens solche Terrortechnologie an Diktaturen verkauft erst recht. Mir ist schleierhaft wie man aufgrund solcher "Evidenz" "Terroristen", irgendwelche armen Migranten, verurteilen kann, das ist Phrasologie, weil ich mitdenke, aufpasse, zuhoere und qualifiziertes Wissen und Erfahrung habe.

Gast: frage
26.05.2010 23:44
0 1

Datensammlung

also was schadet es mir wenn Google meine Daten hat?

Gast: opolis
26.05.2010 21:55
1 0

verstehe noch immer nicht ...

... warum leute sensible informationen nicht verschlüsselt versenden: es gibt das alles schon und auch gratis, wie etwa bei opolis secure mail ...
... oder auch anderen diensten. - da können dritte eben mails dann nicht mehr lesen!

oktan
26.05.2010 20:04
1 0

? ...könnte es sein, dass

die meisten user dieser diversen sites sich unbewusst absichtlich ausspionieren lassen ?...
...weil sie sich ansonsten von der Umwelt abgekapselt fühlen ?...
...weil sie sich ganz 1fach vereinsamt fühlen ?...

GeorgeOrwell lässt grüssen...

Antworten Gast: Orwell
26.05.2010 20:32
1 0

Re: ? ...könnte es sein, dass

Ich denke, da könntest du durchaus Recht haben !

Gast: Fidel Gastro
26.05.2010 19:51
0 0

Jugendschutz

Eines der größten Probleme sehe ich in diesem Zusammenhang beim Jugendschutz: Viele Kinder und Jugendliche sind hier zu arglos, weil sie wegen fehlender Lebenserfahrung die kriminelle Energie von Betrügern nicht kennen. Sie werden dann auf Grund der preisgegebenen Daten mit Spam, Pornographie und sonstigem Dreck zugemüllt. Da man Kinder und Jugendliche ja im Normalfall auch nicht ungeschützt nachts den Straßen einer Großstadt überlässt, sollte es auch hier strengere Regelungen geben: Bei Datensammelstellen wie Facebook sollte ein Beitritt Minderjähriger nur mit dem Einverständnis ihrer Eltern möglich sein.

LvMises
26.05.2010 19:50
2 0

der kanckwurst und bier oesterreicher

der knackwurst und bier oesterreicher wird bald nach vater staat schreien!

mfg

Antworten toranaga
26.05.2010 20:50
0 0

Re: der kanckwurst und bier oesterreicher

es ist auch die aufgabe der staaten, ihre bürger vor den angriffen auf deren grundrechte zu schützen.
wenn allerdings viele bürger bewußt oder unbewußt auf diese rechte verzichten ist es deren sache.
für diejenigen jedoch, die am informationszeitalter teilhaben wollen und nicht auf ihre rechte verzichten gilt ersteres.

prost mahlzeit, t.

Antworten Antworten Cuchulainn
27.05.2010 08:16
0 0

Re: Re: der kanckwurst und bier oesterreicher

Der Staat ist der gefährlichste Spitzel.

Antworten Antworten Antworten toranaga
27.05.2010 10:42
0 0

Re: Re: Re: der kanckwurst und bier oesterreicher

werte(r) cuchulainn,

da gebe ich ihnen prinzipiell schon recht.
nur geht es hier im artikel nicht um einen wettbewerb zwischen konzernen und staaten (obwohl man meinen möchte, dass es einen solchen nicht selten gibt...).

am allergefährlichsten wird es sicher, wenn konzerne und staaten zusammenspielen. ich gehe davon aus, dass dies auch regelmäßig der fall ist.

mfg, t.

Gast: Gast
26.05.2010 14:48
1 0

Wie schon mal gesagt..

...Google macht aus uns allen bessere Menschen...

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'Mutwillige' Datensammlung

Darin besteht kein Zweifel. Dabei ist Google derjenige der "Wolf" schrie als die cleveren Chinese Ihnen das Spionieren schwer machten.
Hypokritischer geht es nicht mehr. Google ist inzwischen zum groessten allgemeinbekannten Spion herangewachsen, taetig in aller Welt, der Daten und Orte, Google Earth (sie bekommen die Spyfotos der Nasa. Diese nun mit physischen Adressen zu kombinieren ist eines der Projekte zur totalen Ueberwachung. Jeder Telefonanruf, jedes Mail kann somit einer Addresse zugeordnet werden.
Und da sehen die cleveren Oesterreicher keine Gefahr darin. 'Des is mir Wurscht' Mentalitaet schlichthin wie ueblich.
Google kann sich nicht entschuldigen, die Daten werden bewusst gesammelt, es war kein 'Versehen'.
Ihr seit Euch sicher, dass Clinton und Obama keinerlei Schuldgefuehle aufkommen lassen.
Die wissen warum sie Google unterstuetzen.

Gast: gast
26.05.2010 11:53
0 0

tja

googl hat wahrscheinlich schon mehr informationen als die geheimdienste das ist mittlerweile eine echte mafia