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Google+: Unter positivem Vorzeichen

09.07.2011 | 18:28 |  von Daniel Breuss (Die Presse)

Das neue Social Network Google+ hat für Aufsehen gesorgt. Der Platzhirsch Facebook ist noch nicht in ernster Gefahr. Der Webgigant lässt aber seine Muskeln spielen.

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Es ist erst zwölf Tage alt und für manche Websites schon ein elementarer Klickbringer. Die Rede ist von Google+, dem nächsten Versuch des Internet-Suchmaschinenspezialisten, im Bereich Social Media Fuß zu fassen. Bisherige Experimente wie Buzz und Wave können als gescheitert betrachtet werden. Bei Google+ dürfte aber das positive Vorzeichen Programm sein. Der bekannte US-Technikblog TechCrunch berichtet etwa, dass Googles Facebook-Rivale bereits der fünftgrößte Verweiser ist. Das bedeutet, dass nur von vier anderen Websites mehr Datenverkehr zu TechCrunch weitergeleitet wird. Hinzu kommt der große Andrang. So mancher verkauft Einladungen für Google+ schon auf eBay. Ohne diese darf man nämlich noch nicht mitplaudern.

Nicht umsonst herrscht Goldgräberstimmung bei Social-Media-Marketingspezialisten und diversen Medien. Sie legen bereits Firmenprofile an, obwohl Google diese Funktion noch nicht offiziell freigegeben hat. Viele dieser Profile wurden vom Webkonzern bereits wieder gelöscht.

Google+ vs. Facebook: Welches Social Network kann was besser?

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Chaos. Google+ versucht mit seiner neuen Kontaktverwaltung, die Nutzer in „Circles“ (Kreise) einteilt, eine leichtere Steuerung darüber zu ermöglichen, wer was von welchem Nutzer lesen darf. Ähnliches bietet der Platzhirsch Facebook mit seinen „Listen“ auch, allerdings nicht so flexibel. Dafür passiert es einem auf Google+ ständig, von Menschen hinzugefügt zu werden, von denen man noch nie im Leben gehört hat. Eine Kontaktaufnahme lässt sich nicht verhindern, sondern unbekannte oder unerwünschte Personen kann man lediglich blockieren. Der Nachrichtenstrom wirkt chaotisch durch die vielen öffentlichen Einträge, die geltungsbedürftige Nutzer hinterlassen.

Ins Konzept passt auch, dass Google ab 31. Juli nur noch öffentliche Profile zulassen will. Das bedeutet, man kann von jedem gefunden werden, da sich Vor- und Nachname dann nicht mehr verstecken lassen. Immerhin kann man verweigern, über die Websuche gefunden zu werden, sondern nur intern über Google+. Demnächst sollen auch die Blog-Plattform Blogger und der Bilderdienst Picasa unter die einheitliche Marke mit dem großen G gefasst werden. Picasa-Alben sind schon jetzt fixer Bestandteil von Google+. Wer noch dazu ein Android-Handy besitzt und dort ein Foto schießt, findet es automatisch in einem speziellen Ordner auf Google+, sofern eine Datenverbindung besteht.


Macht. Der Internetgigant setzt mit seinem bisher ernsthaftesten Social-Media-Versuch auf eine nahtlose Verbindung all seiner Dienste. Und zementiert damit seine Position als das Microsoft der Onlinewelt. Besondere Macht kommt dabei dem „+1“-Button zu, der das Pendant zu Facebooks „Like“ („Gefällt mir“) ist. Google integriert den Schalter in seine Suchmaschine, wodurch sich die Reihung von Suchergebnissen von den Nutzern verändern lässt. Wer beliebt ist, wandert nach oben. Dieser Macht hat die Konkurrenz nichts entgegenzusetzen.

Im Vergleich zu etablierten Social Networks hat Google+ einen Vorteil. Die Entwickler konnten in Ruhe den Markt studieren und sich die Rosinen herauspicken, beziehungsweise Fehler vermeiden, die andere zu Beginn gemacht haben. Ob das aber reicht, um Facebook gefährlich zu werden, kann man derzeit nicht sagen. Der soziale Platzhirsch besitzt bereits mehr als 750 Millionen Mitglieder. Davon ist Google+ noch weit entfernt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2011)

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1 Kommentare
Gast: Gast123431
10.07.2011 15:11
0 0

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... findet nur statt, sofern man das erlaubt!
Nur so als Info...