Google Street View dokumentiert Japans Wiederaufbau

Kamerafahrzeuge fertigen 360-Grad-Bilder der zerstörten Stadt Kesennuma an. Der Bürgermeister freut sich über das Projekt. Google war seit Beginn der Tsunami-Katastrophe in Japan aktiv.

Google Street View dokumentiert
Schließen
Google Street View dokumentiert
(c) REUTERS (� Christian Charisius / Reuters)

Vergangene Woche fuhren nicht nur Baumaschinen und Aufräumarbeiter durch das vom fatalen Erdbeben und Tsunami zerstörte Kesennuma in Japan. Durch die zerstörten Straßen fuhr auch ein Fahrzeg von Google, das mit neun Kameras ein 360-Grad-Abbild der Umgebung aufzeichnete. Die Aktion war Teil eines Projekts, das zukzessive die Aufräumarbeiten im zerstörten Japan dokumentieren soll. Google arbeitet dafür mit den Behörden zusammen. "Ich will, dass sie Kesennumas Straßen jetzt aufzeichnen", sagt Bürgermeister Shigeru Sugawara der New York Times. "Dann will ich, dass sie zurück kommen, wenn die Stadt wieder wie neu ist und der Welt das neue Kesennuma zeigen."

616.300 Personen gefunden

Der Webkonzern hatte sich schon zu Beginn der Katastrophe in Japan engagiert. Mit dem People Finder konnte Google 616.300 vermisste Personen in der Krisenregion aufspüren. Unter anderem wurden auch abfotografierte und auf den Bilderdienst Picasa gespielte Listen aus Evakuierungszentren genutzt, um die Personensuche zu verbessern. Weiters wurden in einer Art Online-Krisenzentrum aktuelle Karten von blockierten und passierbaren Straßen online gestellt. Mit Satellitenfotos stellte Google Vergleiche zum Status vor und nach der Katastrophe bildlich dar.

Neue Chance gegen Yahoo

Für Google könnte das Erdbeben eine positive Wendung für das Geschäft in Japan bedeuten. Während das Unternehmen nahezu überall sonst auf der Welt der Inbegriff für die Internetsuche ist, herrscht in Japan nach wie vor Yahoo. Zwar konnte Google sich eine Kooperation sichern und steuert die Suchtechnologie für die Konkurrenz bei. Am lukrativen Online-Werbemarkt in Japan kann das US-Unternehmen noch nicht so stark mitnaschen. Das könnte sich später ändern, wenn Menschen, die durch Googles Dienste geliebte Menschen im Krisengebiet wiedergefunden haben, nach Rückkehr der Normalität auch auf andere Google-Angebote zurückgreifen.

(Red.)

Kommentar zu Artikel:

Google Street View dokumentiert Japans Wiederaufbau

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen