Google TV wagt 2012 einen Neuanfang. Bisher war Googles Vermittlungsversuch zwischen Internet und dem klassischen Fernsehen eher glücklos. Vor eineinhalb Jahren gestartet, scheiterte es in den USA an dem Widerstand der Fernsehsender und die Geräte verkauften sich so schlecht, dass Logitech den Einsatz von Google TV als Fehler bezeichnete, der nicht wiederholt wird. Auf der wichtigen Hightech-Messe CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas haben einige Hersteller nun aber doch wieder Geräte mit Google TV vorgestellt.
Sony - Google-TV-Partner der ersten Stunde - stellte einen neuen Blu-Ray-Player und eine Set-Top-Box vor. Die beiden Geräte sollen bereits Mitte des Jahres auch in Europa erscheinen - Preise stehen noch keine fest. LG stellt alle Smart-TVs der Serie G6 auf Google TV um und auch Vizio und Samsung haben Geräte in Aussicht gestellt. Google selbst hat vergangenen Herbst den entscheidenden Schritt getan, um Google TV eine zweite Chance zu geben.
Suche: Google in seinem Element
Die Plattform wurde komplett auf Android umgestellt - jenes Betriebssystem, das Google auch für Smartphones und Tablets erfolgreich einsetzt. Damit können Entwickler ihre Android-Apps - und davon gibt es derzeit rund 400.000 - relativ einfach für TV-Geräte optimieren. Das System wird zudem durch eine Suchfunktion ergänzt, die gleichzeitig das aktuelle TV-Programm, das Internet, diverse Video-Dienste und das Heimnetzwerk durchsucht. Das ist es, was Google eigentlich will und was Google auch am besten kann: Durch eine starke Suchfunktion Ordnung ins On-Demand- und Streaming-Chaos zu bringen.
Die perfekte Steuerung
Die neue Internet-Fernseh-Kombination stellt die Hersteller vor ein weiteres Problem: Die klassische Fernbedienung stößt an ihre Grenzen, kann weder einen Cursor lenken, noch bietet sie eine komfortable Texteingabe. Viele Hersteller bieten für ihre Smart-TVs daher eigene Smartphone-Apps, langsam setzen sich aber auch ungewöhnliche Fernbedienungen durch.
Sony zum Beispiel bietet ein Gerät, das beinahe an ein Handy erinnert und ein großes Touchpad auf der einen Seite und eine Volltastatur auf der Kehrseite bietet. LG setzt auf eine Fernbedienung, mit der Gesten in die Luft gezeichnet werden können (siehe Video) und eine separate Tastatur. Auch Sprachsteuerung soll in Zukunft eine Rolle spielen - die ist aber noch nicht ausgereift. Zu oft muss der Befehl deutlicher und lauter wiederholt werden. Möglich, dass hier Apple mit seinem kolportierten iTV den notwendigen Impuls setzen wird. Ob Apple auf Anhieb gelingt, wofür Google mehr als ein Jahr gebraucht hat, wird sich zeigen.
> Mehr zu LG auf der CES bei Finderly
(sg)
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