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Hacker knacken Yahoo: 400.000 Kundendaten betroffen

13.07.2012 | 09:09 |   (DiePresse.com)

Auch Nutzer von Gmail oder Microsoft-Diensten sind betroffen. Die Daten zeigen wieder einmal, dass "123456" das beliebteste Passwort ist. Die Hacker behaupten, sie wollten nur auf Sicherheitsmängel hinweisen.

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Der strauchelnde Internetkonzern Yahoo ist Opfer eines gewaltigen Sicherheitsproblems geworden. Hacker konnten an 400.000 sensible Kundendaten herankommen, musste das Unternehmen eingestehen. Die Daten umfassen Benutzernamen und Passwörter, mit denen Nutzer auf die Seite von Yahoo und anderer Unternehmen zugreifen konnten, sagte eine Sprecherin. Nach Einschätzung von IT-Experten sind auch Nutzer von Unternehmen wie Google, AOL sowie Microsoft betroffen. Dies gehe auch einem im Internet veröffentlichten Datensatz hervor, teilte das Sicherheitsunternehmen Rapid7 mit.

"Das geht weit über Yahoo hinaus", sagte Marcus Carey von Rapid7. "Wir gehen davon aus, dass Zehntausende Nutzer anderer Dienstleistungen in eine schwierige Lage gebracht werden könnten."

Gruppe veröffentlicht Daten

Yahoo entschuldigte sich für den Vorfall und erklärte, Hacker hätten eine Sicherheitslücke im Computersystem des Konzerns ausgenutzt. Die auf einem Server des Konzerns gespeicherten Passwörter und Benutzernamen für Email-Konten seien von einer Hackergruppe namens D33DS geknackt und online veröffentlicht worden. Welche anderen Unternehmen von dem Datendiebstahl betroffen waren, wollte der Konzern auf Anfrage nicht sagen. Google, AOL und Microsoft waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Hacker behaupteten, man wollte mit der Aktion nur auf die Sicherheitsmängel bei Yahoo hinweisen.

"123456" bleibt beliebtestes Passwort

Die veröffentlichten Passwörter fördern wieder einmal zu Tage, wie sorglos viele Nutzer es mit ihrer eigenen Sicherheit nehmen. Cnet hat die Datensätze durchforstet und dabei erschreckende Mängel aufgezeigt. Details siehe Infokasten.

Der Hack in Zahlen
  • 137.559 Yahoo-Logindaten wurden veröffentlicht.
  • 106.873 Gmail-Logindaten wurden veröffentlicht.
  • 2295 hatten "123456" oder vergleichbare simple Zahlenlisten als Passwort.
  • 780 Nutzer gaben einfach "password" als Passwort ein.
  • 437 Personen nutzten "welcome".
  • 333 glaubten, sie seien ein Ninja. Zumindest lautete ihre Passwort so.
  • 106 Nutzer hielten sich für "superman".
  • 27 Nutzer sind offenbar Star-Trek-Fans. Sie nutzten "ncc1701" als Passwort, die Kennzeichnung des Raumschiffs Enterprise.

Probleme für Internetpionier

Yahoo sicherte zu, die Sicherheitslücke zu schließen und die Passwörter zu ändern. Für den angeschlagenen Internetkonzern reißen die negativen Nachrichten damit nicht ab. Die übermächtige Konkurrenz von Google, Apple und Facebook macht dem einstigen Internetpionier zu schaffen. In nur einem Jahr hat das Unternehmen aus dem Silicon Valley zwei Vorstandschefs verschlissen.

In jüngster Zeit sind mehrere erfolgreiche Angriffe bekanntgeworden. Zuletzt waren die sozialen Netzwerke LinkedIn und eHarmony Ziele von Hackern. Im Dezember wurden Informationen der Analystengruppe Stratfor veröffentlicht. Darunter waren Daten, die dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Dan Quayle und Ex-Außenminister Henry Kissinger gehörten.

(APA/Reuters/AFP/db)

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4 Kommentare

Passwort

Solche Accounts mit Passwörten wie "123456" rufen doch förmlich gehackt zu werden^^

Gast: Werner(grins)
13.07.2012 13:53
1 0

...

Mein Passwort ist überall "Laura"
(grins)
- sollte ich es mal vergessen, frage ich Laura. deren Passwort ist auch Laura.
(grins)

Yahoo Voice ist bei uns kaum verbreitet

Wesentlich interessanter wäre für viele der Hack von GMX.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ueber-300-000-GMX-Accounts-kompromittiert-1637510.html

Daher sollte man überall ein unterschiedliches Passwort verwenden (für Menschen mit schwachem Gedächtnis empfiehlt sich ein zweiteiliges: einmal einen möglichst schwierigen Allgemeinteil und anschließend etwas anhängen, dass mit dem aktuellem Dienst zu tun hat (aber möglichst nicht einfach "gmx" für bei gmx.at und "ebay" bei ebay.at anhängen, wobei selbst das schon bei einem einmaligen Passwortklau helfen würde)

Gast: harryteltow
13.07.2012 10:43
0 0

Wozu diese ganze Aufregung ?

Ich kann diese ganze Aufregung nicht verstehen. Wer noch mehr preisgibt als unbedingt notwendig, soll dann auch mit dem (primitiven) Passwortklau bestraft sein. Auch wenn ich ein überdurchschnittliches (in der Sicherheitsstufe) Passwort verwende, bin auch ich nicht vor Datenklau sicher. (Hundert Prozent Sicherheit gibt es nicht)
Daher: Wenn geklaut wird, gibt es nur einfache (primitive) Daten zu klauen; und damit kann ich leben.