IT-Experten der Firma Kaspersky haben nach eigenen Angaben einen weiteren auf Ziele im Nahen Osten ausgerichteten Trojaner aufgespürt. Die Schadsoftware mit dem Namen "Gauss" sei offenbar dazu programmiert worden, Finanzinformationen von Kunden libanesischer Banken abzufangen. Die Sicherheitsfirma geht so weit, den schädling als "Cyber-Waffe" zu bezeichnen. Die Software soll bereits seit September 2011 aktiv gewesen sein und wurde im Juni 2012 erstmals entdeckt.
"Gauss" sei vor allem auf PCs im Libanon, Israel und den Palästinensergebieten aufgetaucht. Insgesamt wisse man von mehr als 2500 Computern, die seit Ende Mai befallen worden seien. Vermutlich gebe es aber Zehntausende Opfer, berichtete der "ORF" am Freitag. Im Juli konnten die Kontrollserver, mit denen "Gauss" kommuniziert, lahmgelegt werden. Die Schadsoftware befinde sich derzeit in einer Art Ruhestatus und warte auf Anweisungen, berichtet Kaspersky.
Ähnlichkeiten mit "Flame" und "Stuxnet"
Vom Aufbau her habe "Gauss" große Ähnlichkeiten mit den bereits bekannten Schädlingen Flame und Stuxnet. Vermutlich seien alle drei aus gleicher "Herstellung", erklärt das in Russland ansässige Unternehmen. Dadurch konnte das Angriffswerkzeug auch leichter identifiziert werden.
Flame und Stuxnet hatten unter anderem Störungen beim iranischen Atomprogramm verursacht. Experten vermuteten staatliche Stellen in den USA und Israel als Urheber der beiden Viren. Vorrangiges Ziel des aktuellen schädlings dürften Online-Banking-Zugänge von libanesischen Finanzinstituten gewesen sein.
(APA/sda/db)
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