"Rugged" heißt übersetzt eigentlich "robust" oder "stabil". Die Hardware, die das Siemens-Tochterunternehmen RuggedCom nutzt, scheint aber doch nicht ganz so solide zu sein. Das US Department of Homeland Security hat eine Warnung veröffentlicht, in der von kritischen Sicherheitslücken in Geräten von RuggedCom die Rede ist. Der Hersteller wirbt auf seiner Website dafür, dass seine Produkte in Industrieanlagen, im Personenverkehr, beim Militär und in der Elektrizitätsversorgung eingesetzt werden.
Keine Kontrollen
Aufgedeckt wurde das Problem durch den Sicherheitsforscher Justin Clarke auf einer Konferenz in Los Angeles. Er konnte nach Angaben von Reuters in die Systeme von RuggedCom eindringen. "Wenn man hinein kommt, gibt es fast keine Authentifizierung, es gibt fast keine Kontrollmechanismen, um einen zu stoppen", sagt Clarke. Der 30-Jährige kommt selbst aus der Elektrizitätsbranche. Er befürchtet, dass Hacker über diese Lücke an Systeme herankommen könnten, die Kraftwerke und ähnliche kritische Bereiche kontrollieren.
Industrieanlagen immer stärker gefährdet
RuggedCom wollte bisher nicht zu der Sache Stellung nehmen. Für Clarke ist der Fehler insofern brandgefährlich, da alle Produkte des Herstellers über einen gemeinsamen Schlüssel verfügen. Bisher gibt es aber noch keine Berichte über Angriffe, die auf Clarkes entdeckter Lücke basiert haben. Dennoch steigt die Gefahr von Attacken auf Industrieanlagen. Seit dem Stuxnet-Wurm, der sich auf iranische Atomanlagen konzentriert hat, gelten derartige Systeme nicht mehr als sicher. Die Anlagen werden auch zunehmend über Fernwartung gesteuert, weshalb sie über eine Netzwerkverbindung verfügen müssen. Und damit bieten sie bereits ein Einfallstor für Angreifer.
(Red.)
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