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Sicherheit: Junge Hacker gesucht

25.08.2012 | 16:59 |  Von Sonja Burger (Die Presse)

Die Hemmschwelle für Cybercrime ist wegen der Virtualität, also dem geringen Bezug zwischen Opfer und Täter, sehr niedrig.

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Wenn Ihr PC von einem Computervirus attackiert wird: Wie reagieren Sie? Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei? Wohl kaum. Denn wie vielen anderen ist auch Ihnen nicht bewusst, dass Sie soeben zum Opfer von Computerkriminalität (Cybercrime) geworden sind. Damit sind wir bei einem der Kernprobleme rund um die Einschätzung der realen Gefahr von Computerkriminalität – also Straftaten, bei denen der Computer eine zentrale Funktion erfüllt. „Speziell bei Jugendlichen ist die Hemmschwelle wegen der Virtualität, also dem geringen Bezug zwischen Täter und Opfer, sehr niedrig“, weiß Leopold Löschl vom Büro für Computer- und Netzwerkkriminalität im Bundeskriminalamt (BKA). Gemeinsam mit anderen Experten diskutierte er beim Forum Alpbach, wie für mehr Cyber-Sicherheit gesorgt werden könnte. Denn ein zentrales Problem ist die Unwissenheit auf Seiten der Anwender.

Awareness schaffen. Kaum jemand weiß, dass ein Virenangriff auf den Computer bereits unter Computerkriminalität fällt. Dieser Umstand erschwert jedoch die Arbeit der Kriminalisten. Der Experte für Computerkriminalität, Marco Gercke vom Cybercrime Research Institute in Köln, bringt es auf den Punkt: Wie soll die Polizei das wirkliche Ausmaß der Problematik kennen, wenn den Leuten nicht einmal bewusst ist, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden sind und keine Anzeige erstatten? Die Zahlen der Kriminalstatistik können somit nur einen Teil der Situation darstellen, und auch Löschl bedauert, dass immer noch ein Großteil der Delikte nicht angezeigt wird.

Noch vor 15 Jahren habe der Kriminalist nichts mit Phänomenen wie „Phishing“ oder „Hacking“ zu tun gehabt. Zwischen 2010 und 2011 stieg jedoch die Zahl der angezeigten Phishing-Delikte um 166 Prozent auf 184. Heuer habe man diese Zahl bereits überschritten. Die Entwicklungen in diesem Sektor vollziehen sich rasch, und zusammen mit der Omnipräsenz des Internets bilden sie schwierige Rahmenbedingungen für die Kriminalisten. Gercke gibt dennoch zu bedenken, dass man längst noch nicht die globale Dimension des Problems durchschaut habe und kritisiert, dass aber trotzdem schon versucht wird, europäische Lösungsansätze in die ganze Welt exportieren zu wollen.

In einem Punkt waren sich die Experten allerdings einig. Gerade im Bereich der Computerkriminalität wäre es enorm wichtig, verstärkt auf Prävention und Aufklärung zu setzen. Vereinzelte Maßnahmen wie die „Cyber Security Initiative“ vom Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) sind erste Schritte in diese Richtung. Seit Herbst des Vorjahres versucht das KSÖ laut Generalsekretär Christian Kunstmann, die Awareness speziell bei Vertretern von Behörden und Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft zu erhöhen. Denn auch wegen des umfassenden Einsatzes von IKT-Technologien spielt Cyber-Sicherheit gerade dort eine immer wichtigere Rolle.

Gleichzeitig sucht das KSÖ nach jungen „Hacker-Talenten“. Mit der „Cyber Security Challenge Austria 2012“ konnten seit Mai mehr als 300 Interessierte unter 18 für diesen Wettbewerb begeistert werden. So wird das Potenzial dieser jungen Menschen schon früh entdeckt und vielleicht sogar rechtzeitig in andere Bahnen gelenkt. Nicht ohne Grund: Immerhin sind laut Löschl zwischen 20 und 25 Prozent der Cyber-Kriminellen jünger als 25 Jahre. 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2012)

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8 Kommentare

Junge Hacker gesucht

For the times they are a-changin'.
Vor 40 Jahren suchte man noch junge Holzhacker!

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zum Kotzen!

kurze Vorgeschichte:

Ich wollte ein Auto kaufen, via Annonce in einem Autoportal...

Stellte sich als sehr sehr gut gemachter Betrug heraus...

Komplette Doku mit Bildbeschreibung bereits während des Vorganges an das BKA übermittelt...

Lapidare Antwort: - wenn ihnen bereits ein Schaden entstanden ist, besuchen sie die nächste Polizeidienststelle!

Bei uns haben's grad mal einen PC zur Aufnahme des Sachverhaltes - man hätte leichtes Spiel gehabt um diesen Betrug bereits vorher aufdecken zu können um diese Bande zu überführen!

Das zum Thema Internetcrime...

Re: zum Kotzen!

Naja, ein bisserl Hausverstand sollte man schon walten lassen....

Re: zum Kotzen!

Und wie hätte der Betrug funktionieren sollen?

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Re: Re: zum Kotzen!

http://www.sicherer-autokauf.de/bekannte_methoden/index.php?page=3

Ähnlich Fallbeispiel 2; wobei günstig aber kein Schnäppchen, bekanntes Logistikunternehmen, bekannte Bank und super gefälschte Papiere! (hier war bei maschineller Vergrößerung Textänderung sichtbar) - also ich hätte dem Geld zur Anzahlung (es war "nur" eine kleine Anzahlung fällig) ein "Mascherl" umgebunden und mit internationaler Hilfe geschaut wer es auf der anderen Seite behebt...

warum sollte man einen virenbefall anzeigen gehen?

Niemand der auch nur einigermaßen Ahnung von der Materie hat würde das tun. Die können ja nicht mal ein gestohlenes Fahrrad wiederfinden, wie sollten sie dann den Urheber eines Computervirus finden?

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Re: warum sollte man einen virenbefall anzeigen gehen?

Vor allem, wenn der Autor in Russland oder Korea sitzt. Sowas anzuzeigen ist ziemlich abseitig, Chancen gleich Null.

Natürlich, wenn die Statistik der "Straftaten" durch Virus-Anzeigen explodiert, kann die Sicherheitsbehörde vielleicht mehr aus dem Budget rausreißen...

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Wem zum Vorteil?!

Je mehr Leute eine Anzeige aufgeben, desto dramatischer fällt die Statistik aus, desto einfacher dürften div. Institute an staatliche Fördergelder kommen.