23.05.2013 21:00 Merkliste 0

EU simuliert europaweiten Internet-Abwehrkampf

04.10.2012 | 13:35 |   (DiePresse.com)

Mehr als 1200 Einzelvorfälle wurden zusammen mit 400 Experten auf lokaler und nationaler Ebene durchgespielt. Der Test soll zeigen, wie Europas Computersysteme solche Angriffe bewältigen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ein EU-weiter Test im Fall von Cyberangriffen ist am Donnerstag mit 400 Experten von Großbanken, Telekommunikationsunternehmen, Internetdienste-Anbietern und staatlichen Stellen auf lokaler und nationaler Ebene durchgeführt worden. Die europaweite Simulation soll die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Internet durch Zusammenarbeit auf EU-Ebene überprüfen. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Neelie Kroes, erklärte, angesichts der steigenden Zahl und zunehmenden Raffinesse von Internetangriffen sei eine solche Kooperation unerlässlich.

Bei dem Test wurden die Teilnehmer mit mehr als 1200 separaten Einzelvorfällen im Rahmen eines simulierten Destributed-Denial-of-Service-Angriffs (DDoS) konfrontiert. Dabei werden Server mit Datenpaketen zugemüllt, bis sie die Anfragen nicht mehr abwickeln können und in die Knie gehen. Der Test soll zeigen, wie anhaltende Angriffe auf die öffentlichen Internetangebote und Computersysteme europäischer Großbanken bewältigt werden können. Bei einer tatsächlichen Attacke wären Millionen Bürger und Unternehmen in ganz Europa von massiven Störungen betroffen, und der Wirtschaft würden Schäden in Millionenhöhe drohen.

Denial-of-Service-Attacke
Als DoS bezeichnet man Angriffe, die dazu dienen sollen, ein Ziel durch Überlastung lahmzulegen. Oft werden solche Angriffe verteilt über Botnetze ausgeführt (DDoS). Das Ziel wird mit unzähligen Anfragen von den angreifenden Rechnern pausenlos bombardiert, bis es in die Knie geht.

Angriffe nehmen zu

Cyberattacken werden immer häufiger. 2011 nahm die Zahl der Angriffe im Netz um 36 Prozent zu. Von 2007 bis 2010 wurde eine Vervierfachung der Zahl der Unternehmen gemeldet, die sicherheitsrelevante Vorfälle mit finanziellen Auswirkungen zu verzeichnen hatten (der Anteil dieser Unternehmen stieg von fünf Prozent im Jahr 2007 auf 20 Prozent im Jahr 2010).

Laut Experten des Weltwirtschaftsforums besteht für das kommende Jahrzehnt ein zehnprozentiges Risiko einer schwerwiegenden Störung kritischer Informationsinfrastrukturen, die wirtschaftliche Schäden von mehr als 200 Milliarden Euro nach sich ziehen könnte.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare

Europaweiten Internet-Abwehrkampf?

Soso. Dann kann mir bestimmt die Presse auch erklären, was ein Europäisches Internet ist! Kenne ich nämlich nicht.

Re: Europaweiten Internet-Abwehrkampf?

Vermutlich nicht da sie nicht von einem xxx Internet geschrieben haben;)