Der russische Sicherheitssoftware-Spezialist Kaspersky Labs arbeitet an einem Betriebssystem für Industrieanlagen, das Cyberattacken besser standhalten soll. Gründer Eugene Kaspersky bestätigte das Projekt am Dienstag, nannte zunächst aber keinen Erscheinungstermin. Spätestens seit der Computervirus Stuxnet seit 2009 das iranische Atomprogramm sabotierte, ist erwiesen, dass Industriesysteme mit Computerangriffen außer Gefecht gesetzt werden können. Allerdings wurden bisher keine solchen Attacken im Westen bekannt.
Keine Prozesse im Hintergrund
Kaspersky erläuterte in einem Blogeintrag, wie er das Betriebssystems sicher machen will. Erstens solle es nur sehr eng auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten werden, so dass niemand damit etwa spielen, Ferienvideos schneiden oder Portale wie Facebook nutzen könne. "Zweitens arbeiten wir an einer Software, die so aufgebaut ist, dass sie Aktivitäten im Hintergrund gar nicht erst zulässt." Das sei der entscheidende Baustein, betonte Kaspersky.
Angst nach Stuxnet-Angriff
Stuxnet hatte die IT-Sicherheitsbranche aufgeschreckt. Das höchstwahrscheinlich von westlichen Geheimdiensten mit viel Aufwand geschriebene Programm nutzte eine Schwachstelle in der weitverbreiteten Industrie-Steuerungssoftware von Siemens aus, um gezielt Plutonium-Zentrifugen durcheinanderzubringen. Experten wie Kaspersky warnen schon seit Jahren, auch lebenswichtige Infrastruktur wie Kraftwerke oder Systeme zur Verkehrssteuerung könnten Ziel von Cyberangriffen werden.
(APA/dpa)
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