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Cyber-Terror: "Da kommt noch einiges auf uns zu"

22.10.2012 | 12:47 |   (DiePresse.com)

Angriffe auf US-Banken seien nur ein Vorbote für weitere Attacken, befürchtet der Präsident des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz.

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Kaum ein Monat vergeht, in dem die russischen IT-Security-Gurus von Kaspersky oder Fachleute anderer Institute nicht einen neuen Cyber-Angriff entdecken. Meist ist der Nahe Osten, speziell der Iran, das Ziel dieser Angriffe, und meist wird vermutet, dass die Urheber in staatlichem Auftrag (etwa der USA oder Israels) handelten, da die Angriffs-Werkzeuge meist sehr ausgefeilt sind.

Das Bekanntwerden des "Digitalen Erstschlags" durch den Wurm Stuxnet 2010 hat die bange Frage aufgeworfen, ob auch Terroristen derartige Angriffe gegen die vitale Infrastruktur von Staaten durchführen können. "Angriffe von der Größenordnung Stuxnet derzeit eher nicht, das ist zu komplex", sagt Georg Maaßen, Präsident des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz: "Aber der Cyber-Angriff auf US-Banken im September ist ein Warnsignal. Da kommt noch einiges auf uns zu", sagte Maaßen zu DiePresse.com im Anschluss an die Präsentation eines UN-Berichts zur "Nutzung des Internets für terroristische Zwecke" am Montag im Wiener Innenministerium.

Bevölkerung sensibilisieren

Hausherrin Johanna Mikl-Leitner wies ebenso wie Maaßen auf den scheinbaren Widerspruch hin, dass die Ideologie islamistischer Terroristen zwar rückwärtsgewandt sei, sie aber trotzdem versiert mit den neuen Technologien umgingen. Nun gelte es, einerseits "die Bevölkerung umfassend zu sensibilisieren", damit verdächtige Inhalte sofort den Behörden gemeldet würden. Andererseits brauche es mehr internationale Vernetzung. Bei Yury Fedotov, Direktor des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung in Wien, rannte sie damit offene Türen ein: "Internationale Kooperation auf diesem Gebiet ist vital, denn die Beweise sind oft über mehrere Jurisdiktions-Räume verstreut", sagte Fedotov.

Briten steigen aus

Hier musste sich freilich James Brokenshire, Staatssekretär im britischen Innenministerium, die Frage gefallen lassen, wie sich diese Forderung zur Zusammenarbeit mit der Ankündigung seiner Regierung vertrage, aus der EU-Kooperation im Innen- und Justizbereich aussteigen zu wollen: "So einfach ist das nicht", meinte Brokenshire: "Es gibt einige Bereiche, die sind durchaus nützlich, anderes weniger, manches ist einfach nicht mehr zeitgemäß." Aufgrund der EU-Regelungen könne London aber nur aus dem Gesamtpaket aussteigen, man müsste sich dann eben in Einzelbereiche wieder "hineinverhandeln": "Aber das darf nicht in die Richtung missverstanden werden, dass wir an Kooperation im Sicherheitsbereich nicht mehr interessiert wären."

(hd)

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