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Spionage (fast) schon alltäglich

24.10.2012 | 18:25 |  ANDREAS WETZ (Die Presse)

Smartphone, Internet & Co. machen nach Staaten auch Firmen und Private zu Opfern. So häufig, dass Österreichs verschwiegener Heeresnachrichtendienst öffentlich warnt.

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Wien. „Im Sinn der Gleichberechtigung nennen wir das Gerät zum Aufspüren verdächtiger Frequenzen den Staubsauger.“ Walter Unger, Leiter der Abteilung für Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Abwehramt, lockert seine Vorträge, wie es sich für einen ranghohen Militär gehört, gern mit kleinen Witzen auf. Das Thema, für das der sonst so verschwiegene Nachrichtendienst des Heeres nun zu sensibilisieren versucht, ist jedoch gar nicht lustig.

Seitdem Internet, Smartphones & Co. immer tiefer in unseren Alltag eindringen, steigt nicht nur der Komfort für die Nutzer. Auch die Zahl der potenziellen Einfallstore für Angreifer steigt. Ziel der Attacken ist jedoch nicht nur die Republik selbst, sondern immer öfter Firmen und Private. Die Angriffe passieren in der Zwischenzeit so häufig, dass das Abwehramt vor einer ausgewählten Runde von Journalisten sozusagen öffentlich warnte. „Es sind die Medien, die unsere kaum verständliche Militärsprache dem Bürger übersetzen müssen“, sagt Anton Oschep, Leiter des Abwehramts. Eine Aktion mit Seltenheitswert.

Die vielleicht größten Risken gehen laut einem Experten des Nachrichtendienstes derzeit von Smartphones aus. Über sie erhalten Angreifer nämlich Vollzugriff auf alles: vertrauliche Daten, persönliche Kontakte, E-Mails und nicht zuletzt die Telefonate selbst. Vom einfachen Hacker bis hin zum ausländischen Geheimdienst installieren die Angreifer unbemerkt Software auf die Geräte, die sie so zu tragbaren Wanzen machen. Immer wieder entdeckt das Abwehramt auch Apps, die im Hintergrund Daten versenden. Bevorzugtes Ziel der Angreifer sind Geschäftsleute und Politiker. Vertrauliche Informationen, Verhandlungsstrategien oder Technologien sind fremden Staaten und Kriminellen viel wert.

 

Lauschangriff im Ministerium

Manchmal ist sogar die Hardware selbst manipuliert. 2007 deckte der Nachrichtendienst einen Fall auf, bei dem mehrere Handys im Verteidigungsministerium, darunter von einem ranghohen Entscheidungsträger, betroffen waren. Die Geräte hatten im Akku eine versteckte zweite Sendeeinheit, ein Handy im Handy, verbaut. Der Ausgangspunkt des Angriffs (weitere Fallbeispiele: siehe Text unten) wurde bis heute nicht identifiziert.

Das Problem ist inzwischen so groß, dass selbst Polizei, Verfassungsschutz und Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen im IT-Bereich regelmäßig und gern auf die Hilfe des Abwehramts zurückgreifen. Gegen Bezahlung stellt der Nachrichtendienst seine Expertise sogar Firmen zur Verfügung.

Voraussetzung ist, dass – so wie bei der Ausforschung des Wiener Islamisten Mohammed M. – irgendein Bezug zur Sicherheit des Heeres hergestellt werden kann. Ist das möglich, wird es laut Meinung von Kritikern grundrechtlich problematisch. Das Abwehramt untersteht bei seinen Tätigkeiten laut Militärbefugnisgesetz keiner richterlichen Kontrolle, lediglich dem Rechtsschutzbeauftragten des eigenen Ressorts. Wie der zweite Militärnachrichtendienst, das für Auslandsaufklärung zuständige Heeresnachrichtenamt, darf es, sofern irgendwie begründbar, verdeckte Ermittlungen, die Auswertung von Telefon- und Internetverkehr sowie Ton- und Videoaufzeichnungen durchführen. Die Betroffenen erfahren es – selbst wenn sie unschuldig sind – nie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2012)

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45 Kommentare
 
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Gast: 4twdf
29.10.2012 15:15
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und die wiener linien

tun hier eifrigst mit, indem sie unschuldige fahrgäste bespitzeln; perverse hinter den drehbaren kameras (in den stationen) filmen (weiblichen) fahrgästen hinterher; wer versteckt sich hinter diesen kameras?! die videoÜBERWACHUNG gehört sofort aufgelassen, überklept bzw. demontiert.

Re: und die wiener linien

Besuchen sie einen Arzt, vielleicht kann er helfen.

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Die Profis reden und schreiben nicht, sie praktizieren es!

So sehr ich es auch Herrn Unger vom Abwehramt vergönne, sein potentielles Können und das seiner Mitarbeiter in Form einer Nabelschau "zur Schau" zu stellen, ich glaube dass es Leute beim BH gibt die über solche Dinge kein Wort verlieren.

Der große Bruder des Abwehramtes hat für seine Auslandsaufklärung bestimmt jenes Wissen und jene Spezialisten zur Hand die (ebenfalls) wissen wie so etwas funktioniert. Laut Wikipedia gibt es ja dort die eine oder andere Abteilung die so etwas praktizieren müsste, z.B. Sonderaufklärung (?) Aber sie werden, da sie vermutlich Profis sind, gegenüber niemanden ein Wort verlieren.

Man könnte aber vielleicht den Vorgänger von Herrn General Oschep fragen, denn der ist laut Webpage des BMLVS nach einjähriger Verwendung als Leiter des Abwehramtes jetzt Leiter der Auslandsaufklärung und damit wohl der beste IKT Aufklärungs- und Abwehrexperte den das BH derzeit hat.

Re: Die Profis reden und schreiben nicht, sie praktizieren es!

Vielleicht bespitzeln sich die Geheimdienste ja untereinander und spinnen ein Netz von Intrigen, so wie in dem Film "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh"...

Gast: Volkslepublik Lestaulant
26.10.2012 00:54
1 2

Das österreichische Abwehramt

wird von unseren Profis nur belächelt.

Gast: gast name
25.10.2012 19:42
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ueber setzung

als ich ein schmiergled fuer mich im schmiergeld fand musste ich gleich der presse sagen wer dafuer zustaendig ist, damit ich nicht auf die idee kommen koennte zu arbeiten, statt nur beidhaendig einzustecken...

Antworten Gast: gast322
26.10.2012 10:46
0 0

sie sehen das falsch

der geheimdienst bewirbt nur seine dienste in der zeitung. was ist daran falsch? die dreistigkeit und offensichtlichkeit dieses artikels der wahrscheinlich noch nicht einmal geld gekostet ist doch eigentlich amüsant. sowas gibts nur in österreich.

man lese genau und streiche unwichtiges:

Seitdem Internet, Smartphones & Co. immer tiefer in unseren Alltag eindringen, steigt nicht nur der Komfort für die Nutzer. Auch die Zahl der potenziellen Einfallstore für Angreifer steigt. Ziel der Attacken ist jedoch nicht nur die Republik selbst, sondern immer öfter Firmen und Private.

blabla

Das Problem ist inzwischen so groß, dass selbst Polizei, Verfassungsschutz und Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen im IT-Bereich regelmäßig und gern auf die Hilfe des Abwehramts zurückgreifen.

Gegen Bezahlung stellt der Nachrichtendienst seine Expertise sogar Firmen zur Verfügung.

ob die auch meine ex beobachten würden? aber wahrscheinlich ist der geheimdienst zu teuer für privatpersonen.

Gast: Papa Schlumpf
25.10.2012 17:33
4 2

Die einzigen, die durch Beamte geschützt werden, sind Beamte. Die müssen ja auch verstecken, dass sie ihr Lebtag nichts leisten.

Was glaubt Ihr wohl macht ein Finanzler, wenn man die Defizitzahlen anschaut?
Hackeln? Für uns?
Pahh!
Oder der Gemeindebedienstete. Glaubt Ihr der reißt sich einen Haxen aus?
Da schlummert die Faulheit und die Inkompetenz.
Und das darf nicht an die Öffentlickeit.

Re: Die einzigen, die durch Beamte geschützt werden, sind Beamte. Die müssen ja auch verstecken, dass sie ihr Lebtag nichts leisten.

Bei der Prüfung durchgefallen?

Gast: phj
25.10.2012 11:44
1 0

Fischers Macht

Das Abwehramt untersteht bei seinen Tätigkeiten laut Militärbefugnisgesetz keiner richterlichen Kontrolle, lediglich dem Rechtsschutzbeauftragten des eigenen Ressorts.

Gast: passing by
25.10.2012 10:39
3 4

presse macht werbung für HNA

ein denkbar brustschwacher artikel, der allein dazu dient, dem HNA für dessen zweifelhafte beratungskompetenz ggü. der privatwirtschaft ein körberlgeld zu vermitteln.

traurig...

Gast: vroni57
25.10.2012 10:24
1 0

kleine Korrektur auf der Startseite notwendig?

"Österreichs verschwiegener Heeresnachrichtendienst öffentlich warnt."
Yoda grüßen läßt.
Wünsch noch einen schönen Tag!

Gast: gast367
25.10.2012 09:52
0 2

überwachung ist doch blödsinn

ich möchte folgendes behaupten: wenn man was falsches sagt oder dem richtigen großkopferten aufstösst wird man nicht vom geheimdienst überwacht und in einer geheimaktion mitsamt seiner ganzen mit"dissidenten" in einer dunklen ecke ins auto gezogen, sondern einfach putin-style zusammengeschlagen und falsch angezeigt. den rest erledigt die justiz. die ganze geheimnistuerei ist dem staat viel zu komplex. und außerdem ist sie unnötig. wenn jemand nur dadurch auffällt, dass er am telefon schlecht daher redet stellt er keine bedrohung da. und wegen handy-überwachung und gsm peilung würde ich am handy auch nur dinge tun, die im schlimmsten fall jeder erfahren darf. man kann so ein teil außerdem auch verlieren. wobei. in korruptistan österreich muss man wahrscheinlich schon inlandsindustriespionage befürchten. von daher.

Gast: Bärenfalle...
25.10.2012 09:09
5 0

A bisserl scheinheilig sind die Herren schon.

Die Schnittstellen für externen Zugriff auf diverse Endgeräte für die zahlreichen mehr oder minder geheimen Dienste brauchen doch nicht mittels umgebautem Akku nachgerüstet zu werden.

Sondern, der Einbau von Backdoors ist Vorschrift.

"The standard specifies in detail network/service specific protocols relating to the provision of lawful interception at the handover interface, for the following networks/services:
• speech;
• circuit and packet switched data;
• UMTS and similar services."

Natürlich umfasst ETSI nicht nur die Endgeräte (Handies) sondern auch die Hardware der Netzbetreiber welche konform sein muss.

Das lustige an dem Protokoll:

Ein Gerät kann sogar von mehreren verschiedenen Diensten überwacht werden ohne das diese von der Beteiligung der anderen Dienste erfahren .. und die USA sind mit an Bord *G*

Zum Einlesen, dies ist übrigens ein veraltetes Dokument, aber mit der Transparenz in Brüssel ist es ja nicht so weit her ...

ETSI ES 201 671
Telecommunications security; Lawful Interception (LI); Handover interface for the lawful interception of telecommunications traffic
http://cryptome.org/espy/ES201-671.pdf


Gast: Nick Knatterton
25.10.2012 09:05
3 0

1/2 Jahr zu spät

Vor einem halben Jahr ist man im deutschen Fernsehen bereits darauf eingegangen, während man bei uns offenbar noch immer den Dornröschenschlaf hält. Nach diesem Bericht lassen sich über App Trojaner Standorte online absaugen, sämtliche Inhalte des Telefons kopieren, Gespräche mithören uswusw.. Ich nehme an, dass zumindest unserer "Republiks" Vertreter abhörsichere Handys haben. Das Problem ist aber, dass die eigentliche Republik aber die Summe der Menschen in diesem Land ist. Es gehört zur Schadsoftwareproduktion und Verbreitung ein knallhartes Strafrecht ein und einge - und vollzogen.

Gast: Wir armen Bürger!
25.10.2012 08:52
8 0

Was mich stört ist Behördenwillkür!

Bei jeder Verkehrskontrolle wird der Bürger degradiert. Man kommt sich vor wie der letzte Dreck, wenn man alleine drei Polizisten gegenübersteht und von Haus aus keine Chancen auf gerechte Behandlung hat.

Natürlich provozieren einige Individuen gehörig.

Unvergessen sind einige Kontroversen mit Schaffnern der ÖBB. Auch da wird der Bürger in einer extrem schäben Art und Weise behandelt.

Ich habe mehrmals erlebt, daß ein Schaffner im Unrecht war! Wehrt sich der Passagier, droht der Schaffner schnell mit Ausstieg und Polizei.

DAS stört mich als Bürger!!!


Gast: Blankensteiner Husar
25.10.2012 08:29
5 1

Klar, dass es den Dauerschnüfflern im Amt nicht taugt, wenn mal ihre Konversationen abgelauscht werden. Wird aber eh nichts erbauliches sein siondern nur das Gespräch über das Mittagsmenu, die besten Krankenstandsausreden, wie man Zulagen ergaunert, den Bürger qüält, das größte Alo ist

Eben Beamtenkram.......

Gast: Brieftaubenzüchter
25.10.2012 07:55
5 1

Am besten man hat weder Handy noch Smartphone,

wodurch man viel Freizeit gewinnt. Dann wird es nämlich schwierig mit der Überwachung und dem Abhören.

Antworten Gast: Bärenfalle...
25.10.2012 08:52
4 1

Re: Am besten man hat weder Handy noch Smartphone,

Im Gegenteil:

Ohne Handy, Smartphone und Facebook könnte es erscheinen sie hätten etwas zu verbergen.

Meint der US-Geheimdienst *G*

Antworten Gast: sdafsfd
25.10.2012 08:10
2 0

Re: Am besten man hat weder Handy noch Smartphone,

Deshalb hat`s in der DDR und der UDSSR ja auch nicht geklappt, gell?

Re: Re: Am besten man hat weder Handy noch Smartphone,

na Sie sind gut ,wo ist heute nicht mehr DDR ?
wir sparen uns IM,Stasi&Co
gibt eh alles frei Haus

Wäre interessant

zu erfahren wer die Offizierstelefone verwanzt hat, doch wir werden dies wohl nie erfahren. Es kommen wohl lediglich einige wenige Länder in Frage: USA, Russland, China, Israel

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Re: Wäre interessant

warum sollten Staaten mit starken Heeren, wie China, USA oder Russland Interesse haben, was ein auch ranghoher Offizier zu sagen hat?
Das BH ist nun wirklich nicht von großem Interesse, es ist ja nicht mal NATO mitglied.

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Re: Wäre interessant

In Österreich? Da tippe ich eher auf einen osteuropäischen Nachbarn...

Gast: So einfach ist Spionage:
25.10.2012 07:33
6 0

Alle Kontendaten bekommen die Amis gratis frei Haus!

Dank SWIFT, wo die Server auch in den USA stehen, ist jede Kontobewegung registriert.

Abgesehen davon geht es ja nicht um die Spionage der Normalos. Eher um das Knacken von Konzernen.

Da ist viel zu holen: Materialbewegungen, Forschungsergebnisse, Zahlungsströme, Pläne, Produktinnovationen usw.

Als 08/15-Mensch bin ich also auch relativ gelassen. Die "Großen" haben alles transparent gemacht, sollen sie doch den Krempel wieder abschaffen!

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Re: Alle Kontendaten bekommen die Amis gratis frei Haus!

Als "Normalo" haben Sie immerhin politische Ansichten, einen bekanntenkreis und auch Konsumgewohnheiten. Evtl eine nette Wohnung und dort Wertgegegestände und Sie sind gelegentlich auf Urlaub. Das ist alles interessant für unterschiedliche Branchen.

 
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