Coca-Cola verschwieg folgenschweren Hacker-Angriff

07.11.2012 | 15:55 |   (DiePresse.com)

Hacker brachen 2009 in die Computersysteme des Konzerns ein. Wenige Tage später platzte ein Übernahme-Deal mit einer chinesischen Firma.

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Der US-Konzern Coca-Cola erlebte 2009 einen folgenschweren Hackerangriff, der bis heute verschwiegen wurde. Der Nachrichtendienst Bloomberg hat nun einen internen Bericht in die Finger bekommen, laut dem Unbekannte im Frühjahr 2009 ein Monat lang sensible Dokumente aus dem Computernetzwerk von Coca-Cola kopierten. Drei Tage nach dem Vorfall platzte ein Deal, der die größte Übernahme einer chinesischen Firma durch einen ausländischen Konzern geworden wäre. 

2,4-Milliarden-Dollar-Deal platzt

Coca-Cola wollte damals die Huiyuan Juice Group übernehmen, der größte chinesische Safthersteller des Jahres. 2,4 Milliarden Dollar hätte der US-Konzern bezahlt. Die Dokumente, die die Hacker auf den Servern fanden, drehten sich genau um diesen Deal, berichtet Bloomberg. Mitte März 2009 blockierte die chinesische Regierung die Übernahme offiziell aus wettbewerbsrechtlichen Gründen. Kleinere nationale Firmen würden durch den Deal geschwächt und die Auswahl für die Konsumenten eingeschränkt, hieß es damals. Im Vorfeld wurde die Übernahme in China teilweise heftig kritisiert. Es gab Sorgen um Protektionismus und den möglichen negativen Einfluss des Deals auf chinesische Investitionen in ausländische Firmen.

"Comments Group" unter Verdacht

Von dem Hackerangriff erfuhr Coca-Cola bereits 2009 durch das FBI, verschwieg den Zwischenfall aber bis heute. In das System gelangten die Täter über Schadsoftware, die ein ahnungsloser Mitarbeiter durch den Klick auf einen Link in einem E-Mail installierte. Von dem infizierten PC aus verbreitete sich der Virus im Netzwerk und las unter anderem Passwörter aus. Laut dem internen Bericht geht Coca-Cola davon aus, dass die Hacker von einer staatlichen Behörde beauftragt wurden. Sicherheitsexperten halten es für möglich, dass hinter dem Angriff die sogenannte "Comments Group" steckt. Die Gruppe gilt als eine der aktivsten Hackertruppen Chinas und steht schon seit Jahren unter Beobachtung von US-Behörden und Sicherheitsfirmen.

 

(sg)

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14 Kommentare

Der Vorfall dauerte *genau einen Monat*

und drei Tage später platzte etwas?

[anders ist die Meldung nicht zu verstehen]

Die US-Propagandamaschiene hat ein ziemlich gutes Timing wenn man die Wahlen betrachtet.

.

Im Iran und China sitzen die bösen Hacker die die Welt zerstören ...

.... na? Klingelts?

Aber die USA haben keine Hacker ...

Re: Im Iran und China sitzen die bösen Hacker die die Welt zerstören ...

Nein, das sind die "braven".

Moment:

Hacker stöbern in den Cola-Servern, woraufhin China einen Deal untersagt? Darüber informiert das FBI einige Monate später den Saftladen Coca-Cola?
Ja bitte, woher wissen die FBI Leute denn überhaupt, das im Cola Server gehackt wird, wenn sie nicht selber drin sind oder Cola es ihnen nicht selbst gesagt hat?

Ich meine der positivste Ansatz wäre noch, wenn das FBI die chinesische Firma unterwandert hatte und deshalb den Hackern auf die Spur kam. Aber diese Vorgehensweise wäre halt keine Spur besser, als die jedes handelsüblichen Kriminellen.

Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

Nicht jeder tauscht so bereitwillig wertloses Papiergeld gegen Unternehmen
wie wir Europäer.

Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

deshalb ist betriebsspionage in Ordnung?

mit welchem rechtsverstänsnis leben sie?

Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

Glauben sie ernsthaft,
dass die Amerikaner nicht spionieren?

Wer sich selbst nicht an Regeln hält,
darf sich auch nicht beschweren.

Rechtlich in Ordnung ist es natürlich nicht.

PS:
Der ganze Patentschutz hemmt sowieso nur den Fortschritt,
weil er Wissen vorenthält.


Re: Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

ihr ps offenbart einen sehr kleinen Geist, gefüttert von einer bedenklichen ideologie

Re: Re: Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

Kaschpal

Re: Re: Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

Mein PS:
Patentschutz ja, aber je schneller sich die Technologie umschlägt, umso kürzer sollen die Schutzzeiten sein.
Derzeit läufts umgekehrt. Siehe Lex Disney. Das stellt einen eklatanten Vertrauensbruch und rechtsunsicherheit dar.

Re: Re: Re: Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

Man braucht sich einfach nur selbst etwas einfallen lassen.

Mit dem Patentschutz wird aber Wissen erst bekanntgemacht. Der Patentschutz hat ja erst zu rasanten Weiterentwicklungen geführt und dazu angespornt eigene Lösungen zu finden.

Wer entwickelt denn etwas, wenn sich dann andere daran frei bedienen können. Da wartet doch jeder nur darauf, dass sich wer anderer die Mühe macht und kopiert es dann.

Re: Re: Re: Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

dagegen ist nichts einzuwenden, wer aber absolut gegen Patente ist, hat Don F

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Chinesischer Staat schützt chinesisches Eigentum, sollte eher die Überschrift lauten.

patente ja - aber doch nicht in dieser völlig überzogenen form wie wir das täglich erleben

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