Der Wunsch von Innenminister Günther Platter (ÖVP) nach einer Verschärfung der geplanten Vorratsdatenspeicherung stößt dem Koalitionspartner auf.
Johann Maier, stellvertretender Vorsitzender des Datenschutzrates und SPÖ-Abgeordneter, nannte den Vorschlag in einer Aussendung am Donnerstag "sachlich nicht nachvollziehbar". Dieser gehe in Richtung Überwachungsstaat und müsse mit allem Nachdruck abgelehnt werden.
Maier kritisierte, dass die Forderung des Innenministers mit dem Zweck der eigentlich umzusetzenden EU-Richtlinie nichts zu tun habe. "Platter und seine Beamten dürften übersehen haben, dass diese Richtlinie unter dem Eindruck des 11. Septembers geschaffen wurde."
Dies sei ausschließlich zur Bekämpfung des Terrors und der organisierten Kriminalität gedacht, "nicht zur allgemeinen Kriminalitätsbekämpfung", so Maier weiter. Ein derartiges Gesetz würde außerdem massiv der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und der EU-Grundrechtscharta widersprechen. (Ag.)
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