Im SSL-Protokoll, das benutzt wird, um Daten im Internet verschlüsselt zu übertragen, wurde ein gefährliches Sicherheitsleck entdeckt. Angreifer können damit scheinbar sichere Verbindungen zwischen Computern abhören und sich so geheimer Daten bemächtigen. Da das Problem dermaßen tief im Übertragungsprotokoll liegt, müssen Webbrowser, Webserver, E-Mail-Server und etliche andere Anwendungen neu überarbeitet werden, erklärt Sicherheitsspezialist Chris Paget gegenüber Computerworld.
Einige Vorarbeit nötig, um Lücke zu nutzen
Zwar müssten Hacker einiges an Vorarbeit leisten, um die Lücke ausnutzen zu können. Sobald sie aber zum Beispiel im Netzwerk eines Opfers sind, wären die Ergebnisse katastrophal. Die gesamte Kommunikation des Netzwerks würde für sie offen liegen. Die Lücke ist zwar schon seit August bekannt und hätte im Geheimen repariert werden sollen. Da sie aber auf einer Website im Internet unbeabsichtigt veröffentlicht wurde, sind die Softwarehersteller jetzt unter Zugzwang.
Banken und Händler vertrauen auf SSL
SSL (Secure Sockets Layer) wird vorrangig für sichere Web-Kommunikation eingesetzt. Jedes Mal, wenn man eine Webseite ansurft, die nicht mit "http://" sondern "https://" beginnt, wird das Protokoll eingesetzt. Banken und auch Dienstanbieter wie Amazon oder eBay vertrauen darauf, um ihre Transaktionen möglichst sicher bewerkstelligen zu können.
"Nicht das Ende der Welt"
Das Protokoll kam bereits letztes Jahr unter Beschuss. Damals waren allerdings nur Zertifikate von einem Sicherheitsproblem betroffen. Der aktuelle Fehler geht aber weit über die damalige Problematik hinaus und ist nicht so leicht zu beheben. Dennoch dürften schon einige Software-Anbieter Sicherheitsupdates in Wartestellung haben, erklärt Sarah Fender von der Sicherheitsfirma PhoneFactor. Gleichzeitig versucht sie zu beruhigen: "Obwohl wir [den Fehler] als schwere Lücke ansehen ist es nicht das Ende der Welt."
(db)

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