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Erst denken, dann klicken: Jugend gibt Daten zu leicht preis

08.02.2010 | 14:25 |   (DiePresse.com)

Nur 14 Prozent der Jugendlichen unter 19 Jahren wissen, wie sie ihre Privatsphäre auf Facebook & Co. schützen können. Das Problembewusstsein für verhängnisvolle Einträge im Internet fehlt vielen.

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Österreichs Jugendliche sind bei der Preisgabe privater Daten im Internet bzw. in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter sehr leichtsinnig. Laut einer Studie des Instituts für Jugendkulturforschung kennen sich nur 14 Prozent der User im Alter zwischen elf und 19 Jahren sehr gut mit Sicherheitseinstellungen zum Schutz der Privatsphäre aus. Gleichzeitig erlauben knapp 35 Prozent der jungen Surfer allen Mitgliedern der jeweiligen Online-Community, ihr Profil einzusehen.

Jugendlichen sei oft nicht bewusst, dass ihnen Einträge später einmal zum Verhängnis werden können, betonte Bernhard Jungwirth von der Initiative Saferinternet.at, welche die Umfrage in Auftrag gegeben hat, am Montag in einer Pressekonferenz. Trotz der Wissensmängel gebe es aber ein höheres Bewusstsein in Sachen Datenschutz. So seien sich 60 Prozent der insgesamt 402 Befragten eher oder gar nicht sicher, ob ihre persönlichen Informationen nicht an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Außerdem gab mehr als die Hälfte an, dass eine Veröffentlichung sämtlicher Postings "ganz schön unangenehm für mich" wäre.

Beschimpfungen und Identitätsdiebstahl

Von negativen Erfahrungen wüssten die Unter-20-Jährigen jedenfalls genügend zu berichten. Jeder dritte Internetnutzer sprachen von Beschimpfungen von Freunden, je rund 23 Prozent von "blöder Anmache" oder der Verbreitung von Unwahrheiten über die eigene Person. Auch gehackte Profile, Diebstähle von Onlineidentitäten oder das Hochladen unangenehmer Fotos gehören laut Umfrage zu den problematischen Erlebnisse im virtuellen Raum.

Angesichts des geringen Risikobewusstseins müsse das Thema Medienkompetenz fest in den Lehrplänen verankert werden. Zudem seien auch Internetplattformen dazu angehalten, Standardeinstellungen sicherer zu gestalten und bei etwaigem Missbrauch, schneller zu reagieren. "Einmal bekanntgegebene Daten sind im WWW schwer wieder zu entfernen", warnte Gregor König von der Datenschutzkommission. Dabei gehe es nicht immer gleich um die Kontonummer, hingegen würden Adresse oder Telefonnummer sehr leichtfertig angegeben.

Erst denken, dann klicken

"Das Internet vergisst nicht", riet auch Gerhard Göschl, Sicherheitssprecher von Microsoft Österreich, vom Posten freizügiger Fotos oder unbedachten Blogeinträgen ab. Diese könnten im späteren Leben schaden. Gemeinsam mit Saferinternet.at und dem Bundeskanzleramt hat der Softwareentwickler Unterrichtsmaterialien mit dem Motto "Erst denken, dann klicken" ausgearbeitet.

Die Sicherheit im Internet steht auch im Mittelpunkt des morgigen, mittlerweile siebenten "Safer Internet Day", der in vielen europäischen Ländern über die Bühne geht. In Wien findet dazu um 10.00 Uhr eine Kick-off-Veranstaltung in der Zentrale der Telekom Austria statt.

(APA)

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3 Kommentare
tier
09.02.2010 09:48
0 0

Überflüssige Initiative

Die heutige Jugend ist ja so klug und so toll, also soll sie empirisch mittels Versuch und Irrtum sich die Lebenserfahrung aneignen, wie man mit dem Medium Internet umgeht.

2 0

Ich fürchte mich weniger vor Facebook, Google & Co

... als vor dem gierigen Staat, der meine Daten speichern lässt, mein Bankkonto nach möglichen unversteuerten Geldern ausspäht und all meine sonstigen Daten sammelt!

Antworten Gast: iqinside
09.02.2010 09:49
0 0

Re: Ich fürchte mich weniger vor Facebook, Google & Co

der intelligente mensch fürchtet sich vor beidem !