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„Hacker stark politisiert und professionalisiert“

10.07.2011 | 16:41 |  Von Georgia Meinhart (Die Presse)

Hacker und IT-Sicherheitsexperte Stefan Schumacher über Piratenparteien und den wachsenden Markt für Cybercrime.

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Die Presse:  Anonymous Austria hat kürzlich Internetseiten der SPÖ und FPÖ angegriffen. Wie gefährlich sind die Internetaktivisten?

Stefan Schumacher:
Das kommt auf die Sicherheitsvorkehrungen an, die man hat. Diese Anonymousgruppe fällt eigentlich in den Bereich Skriptkiddies, abgeleitet von den Skripten, also den Programmen, die sie verwenden, und Kiddies, im Sinne von infantilem Verhalten: Es sind meist männliche Teenager, die technisch nicht unbedingt besonders kompetent sind, das sind keine Hacker, die jahrelang Sicherheitslücken und Sicherheitsmaßnahmen erforscht haben, sondern das sind Leute, die sich Programme, also Skripte aus dem Internet besorgen und diese ausführen, ohne wirklich verstanden zu haben, was sie da technisch eigentlich machen.


In einer Erklärung nannte Anonymous Austria politische Motive. Gibt es generell eine Politisierung der Szene?

Durchaus. Die Internet- und Hackergemeinde hat sich stark politisiert. Das gipfelte zuletzt in der Gründung von Piratenparteien: 2006 von Schweden ausgehend, als Protestbewegung gegen die Internetüberwachung des Inlandsgeheimdienstes, hat sich die erste politische Partei aus der Hacker- und IT-Szene gebildet. Mittlerweile ist das ein internationales Phänomen: Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Piratenparteien aktiv. Im Gegensatz dazu versuchen Leute wie von Anonymous, mit kriminellen Methoden ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.


Wie schwer sind Angreifer im Internet zu fassen?

Häufig ist es so, dass die Fälle aufgeklärt werden, wie es in den Niederlanden der Fall war, da hat man den Rädelsführer der Anonymousgruppe festgenommen, der die Angriffe gegen jene Firmen startete, die WikiLeaks als Kunden gesperrt haben. Er hat in Foren dazu aufgerufen Visa, Mastercard und PayPal mit einem Programm zu attackieren, das Administratoren einsetzen können, um ihre Rechner einem Belastungstest zu unterziehen. Für die Polizei war es einfach nachzuvollziehen, woher das kam, weil es keine Sicherheitsvorkehrungen für die Angreifer gab und sie mit dem Programm die IP-Adressen und Netzwerke mitgeliefert haben.


Wie werden sich die Machtverhältnisse Angriff/Verteidigung in Zukunft entwickeln?


Generell kann man sagen, die Angriffe werden komplexer, es hat sich zuletzt ein wirklicher Markt herausgebildet, und Angreifer wie Verteidiger professionalisieren sich und haben immer mehr Mittel zur Verfügung. Vor zehn, fünfzehn Jahren war es so, dass die Angriffe staatlich  motiviert waren, also klassische Geheimdienstarbeit waren, oder dass Leute aus Spaß herumgehackt haben. Inzwischen kann man sehen, dass da sehr viel Geld gemacht wird. Es gibt Statistiken, die besagen, dass mit Cybercrime mehr Geld gemacht wird als mit Waffen- oder Drogenhandel. Durch dieses Marktpotenzial wird natürlich auch entsprechend investiert – auf beiden Seiten.


Sind Regierungen und Verwaltungen zu unbedarft,  was Cyberangriffe betrifft? Anonymous Austria erklärte in einem Interview auf Twitter, „dass alle derzeitigen Politiker keine Ahnung vom Internet haben und viel zu leichtsinnige Entscheidungen zum Thema Datenschutz, Urheberrecht und Vorratsdatenspeicherung fällen, ohne sich der wahren Folgen bewusst zu sein“.


Das muss man individuell betrachten, es gibt da sehr große Unterschiede zwischen den jeweiligen Verwaltungen, Bundesländern oder Behörden. Viele Behörden sind vorne mit dabei und auch sehr an der Materie interessiert, dann gibt es andere, die wirklich fahrlässig damit umgehen und die vielleicht einen Sicherheitsschef haben, der Dienst nach Vorschrift macht. Wie so oft hängt das davon ab, welche Persönlichkeiten dort vor Ort sind.

Zur Person
Der deutsche Hacker Stefan Schumacher berät Unternehmen, Behörden und zuletzt den Arbeitskreis der Offiziersgesellschaft „Cyber Security Oberösterreich“ in IT-Sicherheitsfragen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2011)

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45 Kommentare
 
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Gast: Wilhelm Rollmann
27.07.2011 18:10
0 0

Skriptkiddies

Lieber Herr Schumacher!

Ich würde mit "Skriptkiddies welche nur Programme benutzen welche sie nicht verstehen" den Mund nicht allzuvoll nehmen. In unserer Gemeinschaft gibst es natürlich auch solche, jedoch auch welche, die ihre Arbeit um einiges besser verstehen als so mancher Sicherheitsbeauftragter, wie es in den letzten Wochen gezeigt wurde.

Datenbanken wurden auch in den vergangenen Jahren gehackt, blos der Schritt zur Veröffentlichung fällt in Zeiten der Korruption und des Machtmissbrauchs etwas leichter.

Ich darf Ihnen heute schon versprechen, dass dies erst der Anfang einer Welle ist, wenn auf politischer Ebene nichts passiert.

mit Grüßen

Wilhelm Rollmann


Gast: Auszahlung
11.07.2011 10:51
0 0

*Cyberattacke* eines der geflügelten Wörter des Propaganda-Apparates für die nahe Zunkunft..

Ja wir brauchen viel mehr anti-Terror Gesetze im Verfassungsrang.

Viel Umverteilung von Steuermitteln in die Schaffung von Institutionen gegen die pöse Terrorgefahr die täglich für jeden zu spüren ist in jeglichster Form. Jetzo auch im cyber-space!

Mit unseren technischen stand of the art Kampfflugzeugen können wir Großraumflugzeuge vom Himmel pusten welche mit täglicher Gefahr unsere Bundeshauptstadt samt Kulturerbe und extrem gefärdeten Gebäuden bedrohen.

Da der Terror ja natürlich nicht nur in den Datenleitungen sein geheimes Spiel treibt, muss grundsätzlich völlig logisch jeder Bürger in seinen Rechten eingeschränkt werden.
Denn heute, nach der Epoche des kalten Krieges, ist das Zeitalter des Terrors (wieder) eingekehrt, und exakt wie zur vorigen Epoche, schafft Politik und deren Propagandamaschine die Manifestierung der über allem schwebenden Bedeutung der Gefahr über die tägliche Gefahr für unsere Gesellschaft.

Aber es stimmt ja völlig richtig, die Liste der Terroranschläge in Österreich ist in den letzten 10 Jahren beständig gewachsen, noch immer kommt es zu unaufhaltsamen Kettenreaktionen in unseren Atomkraftwerken die der pöse Terror angriff, und die zerbomten ground-zeros in Stenzels Hochburg rauchen in den Sommerhimmel.

Ja, und ganz klar auch hat es sowas wie "Hacker" nicht auch schon vor 30 Jahren gegeben, die sind jetzt alle aus Erdlöchern entsprungen und sind Terroristen geworden, alle verschwört zusammen um unser Kulturgut und Existenz zu gefährden!

Ein erbärmliches Statment über unser Dasein dieses Thema, alle mal kräftig fremdschämen da wir nix gegen Verdum*ung und Vereinfälltigung unternehmen.


Gast: Fidel Gastro
11.07.2011 10:06
0 0

Ich muss zugeben,

... dass ich es noch nicht geschafft habe, die Klospülung des Bundespräsidenten über IPv6 zu hacken. Die scheint mit einer militärischen Firewall geschützt zu sein ...

;-)

Lupus.67
11.07.2011 09:16
0 0

na so was

also da bewertet einer, der davon lebt, einfch so aus dem bauch heraus, dass mit internetkriminalität mehr geld gemacht wird als mit drogen- und waffenschmuggel? naja, um selber mehr fördergeld abzucashen ist ja jedes mittel recht. kommt immer halt auf die bewertung an.

und um neue, noch schärfere und bürgerfeindlichere gesetze einzuführen ist ja auch jedes mittel recht (v.A. wenn genau diese "berater" dabei auch wieder cashen).

politiker haben sowieso von sehr wenig eine ahnung, also wieso sollten sie hier kompetent sein. täglich beweisen sie doch, dass sie völlig abhängig von lobbyisten sind, und nur kompetenz für ihre schmale klientel und ihre eigene geldbörse besitzen.

Gast: dojon86
11.07.2011 08:32
1 1

Erinnerung

Erinnert mich an die Panikmache anläßlich des Y2K-Bug. Auch damals haben sich etliche Firmen eine goldene Nase verdient.

Imperator
11.07.2011 08:31
0 1

Sommerloch.


ELGA- was nun?

Der Super-Supergau: von Millionen Oesterreichern koennten alle Gesundheitsdaten veroeffentlicht werden. Jeder Oesterreicher waere 'supernackt'.
Durch ELGA.
Dieses Risiko koennen wir nicht eingehen.

Gast: Dildo
11.07.2011 07:23
0 1

wa fehlt ist die passende judikatur!!!

es gibt länder wo mittlerweile cyber-crime gleich mindestens 25 jahre häfn bringt... also lassen die hacker die hände davon!
österreich und die meisten EU länder bieten alles was das cyber-herz begehrt!!!

da hilft nur eines: den stecker ziehen und zurück zum alten telefon und fax gerät!

Gast: olligast
11.07.2011 06:59
1 0

Endlich

ist Österreich auch dabei - ich dachte schon wir versinken in der Bedeutungslosigkeit!

Gast: Servus Österreich
11.07.2011 04:19
1 1

Panikmache

... wie in den USA... haha

Gibt es nichts zu berichten, dann schüren wir Angst und Panik!!!

Als nächstes werden wir lesen, dass ein großer "Hackerangriff" noch rechtzeitig verhindert werden konnte...^^

Gast: FritzOn
10.07.2011 23:42
3 0

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner

Frage mich, wo die Komptenz der Frau Innenminister für ihr Ressort liegt. Da wundert es mich auch nicht, wenn völliges Chaos bzw. Ratlosigkeit herrscht.

Antworten AUG A3 SF
11.07.2011 07:37
0 0

Re: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner

ihre einzige kompetenz liegt in der unterrichtung ihres arbeitstages an den Erwin !

2 0

Wollt ihr die totale Überwachung?

Nein!
Wurscht! Sie kommt trotzdem.

Gast: An0n
10.07.2011 22:55
0 1

Naja

Tolle "Experten" habt ihr da...

"Rädelsführer der Anonymousgruppe festgenommen"

Anonymous ist keine Gruppe und hat deswegen auch keine Struktur, es gibt keine festen Führer/Mitglieder/....

ausserdem gibt es tatsächlich eher wenige Scriptkiddies.....

Gast: Alpinator
10.07.2011 21:59
2 0

Open house

Mich kotzt die offenbare Schutzlosigkeit im IT Umfeld gewaltig an. Wieso machen die Staaten keine schärferen Gesetze. Die Datenüberträger und Softwareschmieden müssen haftbar gemacht werden für knackbare Software. Es kann doch wohl nicht sein, dass bei der Übertragung des F players das Antivirusprogramm zvor abzuschalten ist etc.etc. . Jeder Computeruser am Netz muß zwangsweise offen wie ein Scheunentor sein, sonst kann er das Graffel gleich wegschmeissen. Das ist gezielte Begünstigung von Strafdaten.

Antworten Wrdlbrmpft
11.07.2011 09:01
0 0

"...Strafdaten."

Sie haben in der Dat rechd!

Gast: ezekiel
10.07.2011 21:53
0 0

...

Mir schwant boeses. Die Leute die uns IMSI-Catcher als "Tourengeherwiederfindungsmaschinen" verkaufen wollten, haben es jetzt auf dass Internet abgesehen!

Gast: barra
10.07.2011 21:52
0 0

ah, jetzt probieren sie es so,

weil sich vor den selbstmordterroristen niemand so richtig fürchten will.

ist außerdem einfacher, weil ja alles streng geheim ist...

Gast: opolis
10.07.2011 20:50
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gratis sicheres email ....

... gibts auch mit österreichischer technologie - jeder kann sich bei www.opolis.eu anmelden: emails werden nicht nur verschlüsselt übertragen, sondern der absender entscheidet, ob und wie der empfänger eine nachricht weiter verarbeiten kann / darf!

Gast: Sinus
10.07.2011 20:38
2 0

Das sind die Vorboten

einer Internetzensur !

taxxan
10.07.2011 20:24
0 0

fein ist eine gute idee


ich denke mal österr. behörden haben es gar nicht mitbekommen....

Gast: killerbyte
10.07.2011 20:04
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Cyber Terroristen??? :-O

Also ganz ehrlich, ich hab keine Angst.

Gast: gast gast
10.07.2011 19:45
1 1

soll die überwachung wieder mal erweitert werden


muleo
10.07.2011 19:40
2 0

The Anarchists Cookbook für Anfänger

"Besonders effektiv wäre ein gleichzeitiger Angriff auf die Steuerzentralen der Stromversorger, die Steuerrechner der Telekom-Provider, Internet-Knoten, ORF, Innenministerium und Notfallorganisationen. Kämen ein paar zerstörte Glasfaserleitungen und ein Feuer im Telekom-Rechenzentrum hinzu, stünde das Land still."

Schön - so plaudert man auch die Schwachstellen aus - wie der deutsche Chemie-Prof., der gemeint hat, man würde mit Thermitgemisch im vorderen linken Teil einer Boeing 747 ordentlich was anstellen können.

Antworten pirat
10.07.2011 20:42
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Re: The Anarchists Cookbook für Anfänger

1. war das kein Deutscher sondern ein Österreichischer Wissenschaftler; Der Deutsche Innensenator hatte nur keinen Humor. Und wie man Thermit mischt, lernt man wohl hoffentlich noch in der Unterstufe.

2. ist keine Anlage mit dem Internet verbunden, die von irgendeiner Bedeutung ist. Ob Pumpwerk oder Kraftwerk. Die wurden alle schon vernetzt, bevor es Internet in Österreich gab und etliche kleine Messtechnik-Buden verdienen sich goldene Nasen mit ihren verschiedenen Fernwartungslösungen.

Die Aussage ist also reine Panikmache zur Vorbereitung für neue Überwachungsgesetze. Sollte es tatsächlich in Einzelfällen möglich sein, kritische Steuerungssysteme zu hacken, dann frage ich mich, wo unsere tollen HNA und BVT Leute damals waren, als die Anlagen spezifiziert und abgenommen wurden.

Antworten Antworten muleo
10.07.2011 21:08
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Re: Re: The Anarchists Cookbook für Anfänger

Ad Punkt 1: Stimmt - Mir ist erst später eingefallen, dass er ja sogar bei Dorfers Donnerstalk experimentierte

Ad Punkt 2: Das bezweifle ich. Es hängt genug am WWW, was man in irgendeiner Form sabotieren und erheblichen Schaden mitsich ziehen könnte.

 
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