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Nach Attentat: Behörden wollen Internet stärker überwachen

25.07.2011 | 10:56 |   (DiePresse.com)

Nach dem blutigen Anschlag in Norwegen schreien die deutsche Polizei und Österreichs Verfassungsschutz nach weitergehenden Befugnissen. Norwegen selbst will einen anderen Weg gehen.

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Nach den Anschlägen in Norwegen hat der Vorsitzende der deutschen Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, in Deutschland die Einführung einer Datei auffälliger Personen gefordert. "Wir müssen alles tun, um mitzubekommen, wenn jemand mit solchen kruden Gedanken auffällt. Da wäre eine Datei hilfreich", sagte Witthaut der Zeitung Die Welt. Der mutmaßliche Attentäter, der 32-jährige Norweger Anders Behring Breivik, der von der norwegischen Polizei als "christlicher Fundamentalist" mit Kontakten in rechtsextreme Kreise bezeichnet wurde, sei vor der Tat im Internet mit extremen Äußerungen aufgefallen, sagte Witthaut.

BVT will "schwache Signale" erfassen

Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, bekräftigte bei einem "Runden Tisch" im ORF-Fernsehen sein Eintreten für eine Ausweitung der Befugnisse der Sicherheitsbehörden, um Terroranschlägen besser vorbeugen zu können. Derzeit dürfe die Polizei etwa Internetpostings nur speichern, wenn sie strafrechtlich relevant seien. Wäre auch eine Speicherung von "schwachen Hinweisen" erlaubt, könnte man bei einzelnen Tätern "eine andere Gefahrenprognose" abgeben, sagte Gridling unter Verweis auf den norwegischen Attentäter, der schon seit Jahren in einschlägigen Internetforen aktiv war.

Norwegen will offener werden

Ganz anders reagiert Norwegen selbst auf den Anschlag. "Unsere Antwort muss mehr Demokratie und Offenheit sein, aber nicht mehr Naivität", sagte Premierminister Jens Stoltenberg. Ganz bewusst vermied er reißerische Aussagen und Forderungen nach mehr Überwachung. Der Premier hat selbst persönliche Erinnerungen an die Insel Ultöya, auf der mehr als 80 junge Menschen den Tod fanden.

(Ag./Red.)

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9 Kommentare
Gast: Herrschaft der Parteikader
26.07.2011 04:19
1 0

Droht Gesinnungsterror? Degeneriert Demokratie schleichend zu Demokratur?

Der rote Verfassungsschutz instrumentalisiert natürlich aus engstirniger parteipolitischer Motivation diese sich bietende Gelegenheit, um zeitgerecht ein Druckmittel für nach der Schicksalswahl 2013 etablieren zu können, womit bei nicht objektiver sondern tendenziöser Handhabung leicht totalitären Tendenzen Vorschub gegeben werden kann. Privilegien und Macht der Parteisoldaten müssen unter allen Umständen gewahrt bleiben sowie deren Lust zum Herumschnüffeln, Anschwärzen, Denunzieren und zur Etablierung eines informellen, subtil wirkenden Blockwartsystems:

http://www.youtube.com/watch?v=RYU40R2qrWs&NR=1

Da gefällt weitaus besser Stoltenbergs politische Reife beweisende Distanzierung von jeder Versuchung zu sich bietendem Machtmißbrauch durch seinen wahrlich die seinerzeit hart erkämpften Grundfreiheiten wahrenden, demokratieschützenden Ansatz, insbesondere in dieser Ausnahmesituation: Hut ab vor Stoltenbergs Gesinnung! Er weiß:

„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren.“ (US-Präsident Benjamin Franklin)

Doch so viel politischer Weitblick kann von Parteisoldaten nicht verlangt werden.
Oder doch?

Gast: Giftspritzer
25.07.2011 19:52
1 0

Umkehrung der Tatsachen!

Wer wirklich glaubt das die totale Überwachung nicht schon längst eine Tatsache ist, ist sehr naiv!

http://www.youtube.com/watch?v=Ga0LDRTwmlo&feature=related

Man(n)/Frau sollte die ganze Sendung ansehen!!!

Gast: 12345
25.07.2011 18:27
2 0

Nein!

Wir sind ja dank der EU sowieso schon ein Überwachungsstaat!
Wir brauchen nicht noch mehr von diesen Bundestrojanern, die den Computer verseuchen.
Datenschutz ist Sicherheit.
Als nächstes werden die Behörden unsere Briefe lesen. Sie verwenden ein Heißluftgebläse mit dem der Kleber gelöst wird. Nach dem Lesen, kann man den Brief genauso in den Briefumschlag geben und keiner merkt etwas.
Sind wir in Österreich oder in der DDR?

Antworten fefe
25.07.2011 21:00
0 0

Re: Nein!

In der DDR war die Überwachung längst nicht so lückenlos wegen der damaligen technischen Möglichkeiten.

Jeder rennt ständig mit eingeschaltetem Handy herum, das nicht nur ortet sondern auch jederzeit als Abhörwanze ferngeschaltet werden kann. Sogar wenn es abgeschaltet ist.

Allein das bietet schon großartige Möglichkeiten. Dann noch das Internet mit Zugriff auf die privaten Daten und die Kultur, in der es cooler ist elektronisch zu kommunizieren als ein persönliches Treffen. Zarte Signale könnten damit entgehen. Das lässt sich auch leichter einordnen und ist daher praktischer.

downhiller
25.07.2011 15:29
2 0

Jössas

ein Minority Reporter ghört da her.

Gast: ungläubiger_thomas
25.07.2011 13:16
5 0

Der Orwell'sche Überwachungsstaat

lässt grüßen.

Ich mach jetzt den Werkmeister und anschließend den Gedankenpolizist.

Mahlzeit.

Antworten fefe
25.07.2011 20:51
1 0

Re: Der Orwell'sche Überwachungsstaat

Ja auch mit Telescreen. Die Fernseher haben ja bald durchgängig Kameras eingebaut und sind mit dem Internet verbunden. Wegen der tollen Features.

Gast: 1984
25.07.2011 12:58
7 0

Gedankenpolizei.

"Wir müssen alles tun, um mitzubekommen, wenn jemand mit solchen kruden Gedanken auffällt"

Wir wärs mit einer Gedankenpolizei die gleich Sinnestäter verhaften darf?

War ja klar dass gleich nach mehr Überwachung und Kontrolle gerufen wird.


Gast: oi89
25.07.2011 11:35
7 0

na das wundert mich jetzt aber enorm ...

mit dieser reaktion hätte ich nie gerechnet.

vielleicht sollten diese typen mal ein blick nach norwegen werfen wie man dort damit umgeht?

ups, na hoffentlich war dieses posting jetzt kein "SCHWACHES SIGNAL"

holen mich morgen früh ein paar typen in schwarzen ledermänteln aus dem bett? man wird sehen ...