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Ein Wiener David kämpft gegen den Goliath Facebook

19.08.2011 | 17:34 |  Von Karl Gaulhofer (Die Presse)

Drei Wiener Studenten haben Facebook am Freitag mit 16 Anzeigen eingedeckt. Ihr Tenor: Das soziale Netzwerk soll mit seinem laxen Umgang mit Daten von Usern massiv gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen.

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Wien. Facebook ist eine feine Sache. Man kann dort mit Freunden plaudern, Bilder und Videos hochladen, seine Sympathie für Texte und Themen kundtun. Über die Spuren, die man damit im Netz hinterlässt, freuen sich aber auch Menschen, mit denen man lieber nichts zu tun haben will: werbewütige Firmen, Marktforscher, womöglich gar der Fiskus, die Polizei oder ein Geheimdienst. Denn wo sonst erhalten neugierige Fremde so umfassende Informationen auf dem Silbertablett serviert wie in einem sozialen Online-Netzwerk?
Aber dafür gibt es ja die „Datenschutzrichtlinie“ von Facebook, die jeder User beim Anlegen seines Profils akzeptieren muss – ein Text über zwölf gedruckte Seiten, länger als die Verfassung der USA. Dort wird ja wohl alles sauber geregelt sein. Ist es nicht, sagen nun drei Wiener Studenten. Sie haben Facebook am gestrigen Freitag mit 16 Anzeigen eingedeckt. Ihr Tenor: Der laxe Umgang mit den gespeicherten Daten verstoße massiv gegen europäisches Recht.
Ein Zwergenaufstand, über den Mark Zuckerberg nur mitleidig lächeln würde, sollte er jemals von einer solchen Lappalie erfahren? Die jungen Datenschutz-Aktivisten sind sich ihrer Sache sicher. Ihr Optimismus gründet auf einer simplen Tatsache: Jeder Nutzer des Netzwerks außerhalb der USA und Kanada (und damit etwa 70 Prozent aller User weltweit) schließt seinen Vertrag nicht mit der kalifornischen Zentrale, sondern mit einer Tochtergesellschaft in Irland. Sie wurde laut einer Bloomberg-Agenturmeldung gegründet, um den Steuersitz über eine sogenannte „Double Irish“-Konstruktion auf die Cayman Islands zu verlegen – mit einem Firmensteuersatz von schlanken 2,4 Prozent.  Dieser fein ausgedachte Steuertrick könnte nun unfeine Folgen haben. Denn als irische Firma müsste sich Facebook den irischen Datenschutz-Normen beugen – die wie überall in der EU auf einer Richtlinie aus Brüssel beruhen.

Daten werden nie gelöscht

Mit den Tücken des strengeren europäischen Datenschutzrechts aber hat sich Facebook gar nicht erst beschäftigt. Das ist Maximilian Schrems bei einem Studienaufenthalt in Kalifornien aufgefallen. „Die Amerikaner haben eine andere Rechtskultur: Sie warten, bis sie geklagt werden, und befassen sich dann erst mit Datenschutz“, erklärt der Initiator von „Europe vs. Facebook“ im „Presse“-Gespräch. Der 23-Jährige studiert in Wien Jus und hat sich unter Datenschutz-Juristen durch eine Buchveröffentlichung einen Namen gemacht.
Die Anzeigen an die irische Datenschutzbehörde sind die ersten juristischen Attacken aus Europa. Bis jetzt haben (vor allem deutsche) Datenschutzbeauftragte nur Beschwerden gesammelt und mit der US-Zentrale zu verhandeln versucht. Schrems hofft nun, dass die Iren Klage erheben werden. Geht sie durch, dürfte Facebook die Userdaten nicht mehr an Firmen zu Zwecken der Analyse und Werbung weitergeben.
Der User-Vertrag sei nach EU-Recht „haarsträubend“ und „ein Paradebeispiel für eine nicht gültige Zustimmung“, sagt Schrems. So unterschreibe der User etwa, dass seine Daten jederzeit öffentlich im Internet auftauchen können; die maximale Klagssumme sei auf 100 Dollar beschränkt.
Zur Recherche hatten die drei Studenten die Daten aus ihren Profilen angefordert. Tatsächlich erhielten sie dicke Pakete zwischen 800 und 1200 A4-Seiten – und selbst das kann, wie sie feststellten, bei weitem nicht der komplette Bestand sein. Dazu sollen auch vom User entfernte Daten gehören, die nicht gelöscht, sondern nur „deaktiviert“ werden.
Weil die Daten auf Servern in den USA gespeichert sind, können US-Behörden auf sie zugreifen. Mit den „Freunden von Freunden“ teilt man viele Infos ganz automatisch; bei im Schnitt 130 „Friends“ sind das 16.900 Personen. Und zum Handkuss kommen, über Umwege wie die Daten-Synchronisierung mit iPhones, auch „Schattenprofile“: also Menschen, die auf Facebook gar kein Profil haben.

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27 Kommentare
 
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Gast: DerSkeptiker
24.08.2011 09:17
0 1

Die "Kläger"

sind bei nüchterner Betrachtung und Analyse ihres Vorgehens und ihres Lebenslaufes alle profilierungssüchtig.
Auch in Anbetracht der rechtlich legitimen Kritik an FB.

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http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries/

a nice site showing how Telecom Austria uses converging technologies to organize cartels in CEE

Re: http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries/

do you write this post to every article??

Ich hoffe dieser Wahn wird ein Ende nehmen!

Fast alle meiner Freunde sind auf FB und ich muss mich bald den Druck beugen sonst bin ich ja ein Außenseiter. ,,Meld dich an, -Is eh ur lustig, -". Das höre ich ständig von denen! Welches Ausmaß wird das noch nehmen?

Antworten Gast: TheJester
21.08.2011 14:08
1 0

Re: Ich hoffe dieser Wahn wird ein Ende nehmen!

kauf die eine ausgabe von "die datenfresser" und verleih die an deine freunde, bei mir hats bei einigen zu um- und nachdenken geführt. und manche haben sich sogar schon abgemeldet.

Antworten Gast: Johan C.
21.08.2011 11:19
1 0

Standhaft bleiben und begründen, warum!

Nicht nachgeben!

Ich bin ebenfalls nicht registriert - so what?

Wen interessiert das, wen der Kumpel grad b..st und wer gerade in wessen Nase bohrt?

Frag mal, was Deine Freunde machen würden, wenn auf einmal FB tot wäre?

Mal schauen

wenn ma glauben kann was in den zeitungen gemeldet wurde wird facebook am 5. November ja eh von diesen Anonymus typen zerstört! aber das klügste ist, sich bei solchen Social network seiten einfach nicht anmelden! Man wird mit seinen Freunden ja wohl auch ohne den Schmarrn Kontakt halten können! Wer's nicht kann tut mir ehrlich leid!

Antworten Gast: genius
20.08.2011 14:59
0 0

man kann,

muss aber nicht!

Re: man kann,

na ja wenns einem das wert is, bitte. Aber nicht mit mir

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FRAGE: WIE KOMMT MAN DENN ZU SEINEM EIGENEN FACEBOOK-DATENAUSZUG?

Weiß das jemand von euch? Habs mit einer Mail an das Support Team probiert, rechne aber nicht mit großen Erfolgen...

Re: FRAGE: WIE KOMMT MAN DENN ZU SEINEM EIGENEN FACEBOOK-DATENAUSZUG?

siehe die webseite zum projekt www.europe-v-facebook.org
dort gibt es sogar eine ganz genaue anleitung! ;-)

Antworten Gast: Empfehler
20.08.2011 09:51
2 0

Re: FRAGE: WIE KOMMT MAN DENN ZU SEINEM EIGENEN FACEBOOK-DATENAUSZUG?

Auf der Seite findet man eine Beschreibung:

http://www.europe-v-facebook.org/DE/Daten_verlangen_/daten_verlangen_.html

4 0

Die Lösung:

Facebook ignorieren und sich nicht anmelden!

Gast: Wähler
20.08.2011 08:45
3 2

Selber Schuld!

Eure Daten werden schon die ganze Zeit an den Mossad weitergegeben!
Was glaubt ihr den für wen der arbeitet???
Billiger und einfacher können die solche Daten gar nicht bekommen!
Und die Blöden falllen auf das noch rein ;-))

Re: Selber Schuld!

Dann sind die Daten wenigstens in guten Händen.

Re: Re: Selber Schuld!

Ja, ganz genau. Haben wohl Ihren Namen abgekürzt, Herr Friedmann?

Re: Re: Re: Selber Schuld!

So wird das sein, Michl.

Gast: MiroL
20.08.2011 07:05
2 1

Lösungsvorschlag

Genau das habe ich vorhergesehen und bin deshalb auch nicht bei Facebook! Und alle iPhone Fans, Android Begeisterte und Windows Phone Betörte: Ist Euch bewusst, dass beim Synchronisiern der Kontakt- und Kalenderdaten mit Eurem Computer dies über das Netz erfolgt und Obama ganz genau weiss, wer, was wann, mit wem, usw. Nur Blackberry kann direkt, ohne Server synchronisieren

Antworten Gast: notafanboy
20.08.2011 11:31
2 0

Re: Lösungsvorschlag

deswegen hab ich kein smartphone

Gast: SYTEMANALYTIKER--->
20.08.2011 06:20
2 0

FACEBOOK IST EUER VERDERBEN !

Ihr die ihr nie gelernt habt, selbstständig zuu denken:

Hände weg von Facebook !

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die Lösung

ist folgende: ab sofort €5.- monatliche Nutzunhsgebühr pro Benutzer x 750 Millionen Benutzer ist 4500 Millionen Euro monatlicher Umsatz, damit sollten laufende Kosten abgedeckt sein und keine "hinterlistige" Weitergabe an Nutzerdaten für Werbeeinnahmen mehr nötig sein.
(Ja der Begriff Milchmädchenrechnung ist mir bekannt).

Re: die Lösung

Das ist durchaus keine Schande. Siehe dazu den hervorragenden Beitrag von Rudolf Taschner:

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/rudolftaschner/684897

www.europe-v-facebook.org

...das ist übrigens wie Webseite dazu ;-)

Gast: talksboutit
20.08.2011 00:34
0 0

www.europe-v-facebook.org

...das ist übrigens die Webseite mit allen Details ;-)

ich warte ja nur

bis es Pflicht wird, sich beim Gesichtsbuch anzumelden, damit man selbst und seine Freunde komplett gläsern wird... mehr als man ohnedies schon ist!

ich wünsche den Herren jdf alles Gute!!!

Datenschutz-Richtlinie aus Brüssel?

Vergiß es. Wenn die EU-Besatzungsregierung davon profitiert, gibt es keinen Datenschutz.

 
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