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Hackerangriffe: Wovor sich die Republik fürchtet

15.05.2012 | 18:21 |   (Die Presse)

Wirtschaft und Staat identifizierten die größten Gefahren durch Angriffe aus dem Internet. Ganz oben: die Manipulation des Stromnetzes. Bis Ende des Jahres soll eine nationale Cyber-Sicherheitsstrategie folgen.

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Wien/Awe. ORF, FPÖ, Grüne und das Bundesrechenzentrum haben etwas gemeinsam. Alle genannten Organisationen waren in den vergangenen Monaten Ziel von Hackern. Keiner der Angriffe aus dem Netz verlief harmlos, wirklich bedrohlich jedoch auch nicht. Eines haben die Aktionen aber gezeigt: Je intensiver eine Gesellschaft digitale Netze einsetzt, desto angreifbarer wird sie.

Was das für einen Staat bedeuten kann, haben in den vergangenen Monaten unter Anleitung des Innenministeriums Vertreter mehrerer Ministerien und der Wirtschaft erarbeitet. Herausgekommen ist eine Liste der 15bedrohlichsten Szenarien. Dabei zeigte sich, wie verwundbar die Republik tatsächlich ist.

Diese Szenarien werden nun in einem Planspiel simuliert. Bis Ende des Jahres will die Regierung schließlich eine nationale Cyber-Sicherheitsstrategie präsentieren und anschließend umsetzen.

 

Die Gefahrenanalyse

Ganz oben auf der Liste der größten Bedrohungen steht die Energieversorgung, konkret das Stromnetz. Ohne Elektrizität stehen das Land und seine Infrastrukturen (Wasserversorgung, Gesundheit, Kommunikation, Transport etc.) still. Konkret wird das Szenario mit der Einführung sogenannter Smart Meter. Stark vereinfacht gesagt sind die neuen Stromzähler kleine und miteinander vernetzte Computer, die wie jeder andere PC angreifbar sind. Und damit auch das Stromnetz. Im Labor wurde das schon nachgewiesen.

Auf den Plätzen zwei und drei der Gefährdungsanalyse folgen die Massenphänomene Cybercrime und Social Engineering (Trickbetrug). In absteigender Reihenfolge dahinter kommen die Sorgen um: fahrlässiges Verhalten von Personal, mangelndes Sicherheitsbewusstsein, Manipulation von Bankensystemen, Diebstahl von Bürgerdaten, fehlerhafte Software, gehackte Verschlüsselungssysteme, Cyberspionage, fehlendes Fachpersonal, Manipulation von Kommunikationskanälen, nicht erkannte Anomalien in Netzwerken, gezielte Überlastung von Servern (Denial of Service-Attacken) sowie fehlende Notfallpläne.

Das Besondere an der Gefahrenanalyse über die IT-Verwundbarkeit der Republik ist, dass diese nicht am Schreibtisch von praxisfernen Beamten entstand, sondern die Realität abbildet. Hauptquelle waren 57Interviews mit Top-Entscheidern aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen. Sie sprachen über theoretische Szenarien genauso wie über tatsächlich erfolgte Angriffe.

 

Geheimnisaustausch

Und genau dieser gegenseitige Informationsaustausch soll die Abwehr von Hackerangriffen in Zukunft revolutionieren. Bisher hielt insbesondere der Privatsektor seine Probleme und das dadurch angehäufte Wissen über mögliche Bedrohungen unter Verschluss. Firmen, die Datendiebstahl zugeben oder vor Gericht bringen, sorgen sich nämlich vor dem damit verbundenen Image- und Vertrauensverlust bei ihren Kunden. Kein Wunder also, dass Cyber-Einbrüche bei Banken oder Technologiekonzernen fast nie öffentlich werden – solche Vorfälle wurden bisher intern oder mit verschwiegenen Sicherheitsdienstleistern aufgearbeitet.

Für die Zukunft gibt es nun den Plan, angehäuftes Wissen über Cyberattacken auszutauschen. Geschehen soll das über den Verein Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ), der für die Wirtschaft Sicherheitsthemen bündeln und nach außen hin vertreten will. Präsident des Vereins ist Erwin Hameseder, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien.

Wie genau dieser Informationsaustausch stattfinden soll, will Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in den nächsten Monaten klären. Dabei geht es insbesondere um rechtliche Hürden. Auf Behördenseite gibt es beispielsweise das Amtsgeheimnis, das eine ungefilterte Informationsweitergabe verbietet. Auf privater Seite werden u.a. Datenschutzbestimmungen schlagend, etwa wenn es um sensible Kundendaten geht.

 

Enormes Schadenspotenzial

Hintergrund für die Entwicklung einer nationalen Cyber-Sicherheitsstrategie ist die zunehmende Sorge hoch technologisierter Staaten, künftig ihre bis heute verlässliche Infrastruktur wegen zunehmender Angreifbarkeit über Netzwerke nicht mehr als Standortvorteil gegenüber Billiglohnländern nutzen zu können. Die strategische Bedeutung der Sicherheit dieser Infrastrukturen war zuletzt im Herbst Thema eines Kongresses, der vom Abwehramt (Inlandsnachrichtendienst des Bundesheeres) veranstaltet wurde.

Ebendort warnte der ehemalige Nato-General und heutige Berater eines internationalen IT-Sicherheitsdienstleisters, Jo Godderij, im „Presse“-Gespräch davor, dass Cyberangriffe von Terroristen auf Staaten „nur eine Frage der Zeit“ seien.

Das Schadenspotenzial ist enorm. Laut Europol verursacht Cybercrime in Europa jährlich Kosten in der Höhe von 750 Mrd. Euro. US-Banken beziffern ihren jährlichen Schaden durch Angriffe aus dem Netz auf zwölf Mrd. Dollar. Zum Vergleich: Klassische Bankräuber kommen auf 900 Millionen.

Auf einen Blick

Cybersicherheit wird für Behörden und den Wirtschaftssektor von hoch technologisierten Staaten immer mehr zum Thema. Die zunehmende Vernetzung über Kommunikationssysteme macht sogar wichtige Infrastrukturen via Internet angreifbar. Laut Experten sind Attacken auf Staaten durch Terroristen „nur eine Frage der Zeit“. Österreichs Strategie für Cybersicherheit soll bis Jahresende entwickelt und anschließend umgesetzt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2012)

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23 Kommentare
Gast: noCyberExpert
19.05.2012 03:44
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CyberExpert Paranoia

Ich arbeite für eine staatliche Organisation, die sich so sehr vor Hackern fürchtet, dass sämtliche Dinge überwacht werden. Auf die Frage warum, alles überwacht wird und nicht einfach geheime Dokumente verschlüsselt werden, kam die Antwort: "Bei starker Verschlüsselung wären, wir ja wieder von der IT abhängig, wenn ein Kommerzialrat nicht mehr weiß, wie das Dokument zu entschlüsseln ist, dann muss er die IT holen und die weiß dann, dass es sich um ein hochgeheimes Dokument handelt. Das Problem ist zivile IT-Profis sind potentiell anon verdächtig, militärische Spezialisten sind gerade wenig motiviert, da man gerade sie durch Berufssöldner zu ersetzen droht! Außerdem sind manche so auf Ehre, Pflicht und Verfassung fixiert, dass sie ebenfalls Risiken darstellen.

Gast: Tina Berger
19.05.2012 01:11
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Ausreden

der internationale IT-Sicherheitsdienstleister sagt, dass Cyberangriffe von Te, rro risten auf Staaten nur eine Frage der Zeit sei; deswegen braucht man den Big Brother Smart meter in jedem Wohnzimmer, ABER bis jetzt ist es nicht passiert obwohl es leichter gewesen wäre. Wie lange gibt es das Internet schon?

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Hackerangriffe: Wovor sich die Republik fürchtet

und absolut nichts dagegen unternehmen wird können, falls sich die Vernetzung samt VDS weiterhin durchsetzen weil das genau Jene welche ohnehin gern Schäden anrichten, dazu animiert !

Ausserdem sind heutige Jugendliche und Kriminelle (Terroristen) bspw weit schnelller und informierter, als ein träger Staatsapparat je sein kann, der dies auf den Rücken einfacher ungefährlicher Surfer (Konsumenten) verhindern will !

Man braucht wohl eher ein par staatlich geschützte Stellen mehr, da die Wähler ausgehen ?

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...

machts nichts, denn in einem jahr ist die wortschaft zusammenbebrochen, da kann man ein paaar "fachleute" reich beschenken... die verschieben das geld dann ins ausland...

Wovor sich die Republik fürchtet

Vor dem Bürger!

Gast: Wirtschaftler
16.05.2012 13:43
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Den Teufel mit dem Belzebub austreiben :) :)

Lachhafter Brüller: Als Chef des KSö der Chef der größten Hackerorganisation Österreichs--selten so gelacht :) :) :)

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Cyber-Irrsinn

Um sich vor Hackern & Betrügern zu schützen brauchen wir keine Truppe pragmatisierter Cyber-Sesselwärmer. Die Firmen & Institutionen sollten sich statt überbezahlten Topmanagern lieber fähige Systemadministratoren leisten, die ihre Server schützen. Und nicht den selben Windows-Benutzeraccount für E-Banking & Pornos schauen verwenden wäre ebenfalls ratsam. Auch musste man früher bei der Bank Abbuchungsaufträge vom eigenen Konto bewilligen. Heute kann jeder der den Namen & die Kontonummer kennt beliebig von fremden Konten abbuchen. Solche Kontodaten bekommen die Betrüger u.a. wenn diese den Firmen & Institutionen wieder einmal abhanden kommen.

Deren überbezahlte Topmanager & Mikl-Leitner sind alles andere als IT-Spezialisten, planen aber die Totalüberwachung aller Bürger. Damit geht höchstens der eine oder andere leichtsinnige jugendliche Hobbyhacker ins Netz, aber sicher keine professionellen Hacker & Betrüger, denn die wissen wie sie ihre Identität trotzdem verschleiern.

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Re: Cyber-Irrsinn

völlig richtig !

Dafür verfolgt man erfolglos Gruppen wie die heutige Anonymusaktivisten und früher auch schon Leute vom legendären CCC-Club, welcher eigentlich nur all die Schwachstellen aufzeigen wollten und nie irgendwelche Schäden angerichtet hatten !

Darüberhinaus will man ja auch nichts anderes als den völlig gläsernen Bürger schaffen, um ihn noch einfacher kontrollieren und steuern zu können.

Das dieses Spiel aber immer nur die klugsten Köpfe und somit meist auch mit dem System nicht einverstandene aushebeln und besser steuern können werden, das begreift unsere Elite weiterhin nicht.-

Gast: Beno
16.05.2012 11:49
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hallo Vorposter

Habt ihr den keine Angst, dass Euch wer den Strom abdreht. Ist Euch den nicht klar, dass Ihr dann Euren Schwachinn nicht mehr verbreiten könnts.

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Und die Politiker fürchten sich alle vier Jahre

das den Wählern endlich ein LICHT aufgegangen ist .Aber wie die Vergangenheit zeigt ist die bisher immer unbegründet ,es bleibt beim Großteil Finster wie bisher.

die republik muss sich hauptsaechlich vor den politikern fuerchten

die alles und jedes umverteilen muessen

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Was die Regierungen wollen

ist mehr Kontrolle ueber das Internet inklusive einer Notaustaste welche oeffentliche Kommunikation der Buerger untereinander unterbinden kann (wurde von Merkel ja schon konkret angesprochen). Ruf nach mehr Sicherheit ist zugleich Ruf nach mehr staatlicher Kontrolle.

Internet war lustig am Anfang, heute ist das Studium von Alternativen interessant.

Gast: CAT-TATA
16.05.2012 02:03
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Mein Gott

mal wieder seit Wochen einen Artikel in einer "Zeitung" gelesen, es wird wohl noch viel länger nicht vorkommen.

Was für brachial Wortwahl, was für Verdummungsinhalte, welches Niveau ist das nun wirklich?

Wieviele Leutchen der restlichen Vernunftbegabten und nicht Verblendeten (schon mal ein Leben ohne Medien, Werbung, TV und Spektakel probiert?) gibts eigentlich noch?

Wuhhha, ja bitte fürchtets Euch alle von den pösen pösen Dingen da draußen, die sind wirklich alle da genau so wie der pöse Terrrrorrrr der auch täglich spürbar ist. Wir brauchen viel mehr Gesetze, Steuergeldverlagerung und vor allem viel viel viel mehr Beschnitt an Bürgerrechten und so weiter weil ja soooviel Gefahr überall ist.

Lest Bücher und schützt somit Eure Nachkommen vor dem Rad der Geschichte!

Gast: Die einäugige Rotzglocke!
15.05.2012 23:43
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ORF, FPÖ, Grüne und das Bundesrechenzentrum haben etwas gemeinsam......

..... Alle genannten Organisationen waren in den vergangenen Monaten Ziel von Hackern!....Nur eine Frage, eh Nur eine:) Warum schreibt man ORF, FPÖ, Grüne und nicht SPÖ, FPÖ, Grüne???.....ach, ich bin ein Depp....da würde man ja sofort sehen, WER NICHT.o--))

Gast: reinhart669
15.05.2012 23:18
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Buchtipp

"Blackout" von Marc Elsberg. Für alle die gute Thriller lieben. Darin geht es um einen Zusammenbruch der Energieversorgung in Europa nachdem Smart Meter durch Kriminelle manipuliert worden sind. Lesenswert

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Re: Buchtipp

Filmtip: stirb langsam 4.0, nur einer von vielen der mir gerade einfällt und sehr gut aufzeigt was alles heute bereits machbar wäre/ist.

Als Gleichung gilt also: umsomehr Überwachung = mehr Gefahr von innen und aussen !

Logik scheint aber den Verantwortlichen nicht ihr Ding zu sein ;-)

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Re: Lebenstipp

als zuenftiger redneck ist man ohnehin fuer ein leben off-grid geruestet. von der koerndelmuehle zur handbohrmaschine, der freie mensch verlaesst sich nicht auf energie aus unkontrollierbarer hand.


Gast: Schlumpfine
15.05.2012 23:09
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Die größte Gefahr ist die mit den Banken verfilzte Politmafia

DAVOR kann sich die Republik fürchten.

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Re: Die größte Gefahr ist die mit den Banken verfilzte Politmafia

Der Bürger !

Gast: /Anonymous
15.05.2012 20:48
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und dann kommt der Darabosch..

und möchte sich eine Cyber-Force mit 1600 Experten aufstellen, wo es doch nicht in ganz AT & DE 1600 IT-Sicherheitsexperten gibt.

Wie es mir doch missfällt, dass unsere Regierung sich um die Sicherheit meiner Dateien annimmt.

Re: und dann kommt der Darabosch..

1600 "experten" oder auch parteigünstlinge genannt die von 9-12 die däumchen drehen damit sie mit 50 in pension können...

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Manipulation

der strommarkt ist eh von den Ländern mit deren gesellschaften manipuliert.

Re: Manipulation

und was hat das mit dem thema hier zu tun?