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Yahoo vor dem Showdown mit Aktionären

23.05.2008 | 17:52 |   (DiePresse.com)

Der Internetriese verschiebt seine Hauptversammlung und rüstet sich für den Kampf gegen seine eigenen Aktionäre. Großaktionär Icann will das jetzige Direktorium los werden.

Im Kampf um die Zukunft von Yahoo geht das Management auf Konfrontation mit seinen abtrünnigen Aktionären und bereitet sich auf einen Showdown bei der anstehenden Hauptversammlung vor. Obwohl einflussreiche Investoren wie Carl Icahn zuletzt heftige Kritik am Nein der Yahoo-Führung zur Übernahmeofferte von Microsoft geübt hatten, stellte der Internetpionier seine amtierenden Direktoriumsmitglieder zur Wiederwahl auf.

Hauptversammlung verschoben


Wegen eines Rücktritts aus privaten Gründen soll das Führungsgremium um einen Sitz auf neun verkleinert werden, wie am Donnerstag aus einer Pflichtmitteilung hervorging. Zudem verlegte Yahoo das Datum für das Aktionärstreffen, das eigentlich für den 3. Juli angesetzt war, einige Tage nach hinten. Yahoo-Titel notierten zu Handelsbeginn in einem negativen Marktumfeld 0,2 Prozent tiefer.

Icann & Co. wollen eigenes Direktorium


Neben Großaktionär Icahn haben noch weitere Investoren angekündigt, auf der Hauptversammlung eigene Kandidaten für das Direktorium ins Rennen schicken zu wollen, wie Yahoo weiter mitteilte. Ein Investor habe erklärt, er wolle wie Icahn gleich eine komplette Mannschaft durchsetzen. Yahoo bezeichnete die von Icahn benannten Kandidaten indes als schlechte Wahl, die nicht im besten Interesse der Aktionäre sei. Andere Anteilseigner, die sich selbst in das Direktorium wählen lassen wollten, hätten die Statuten des Konzerns nicht beachtet und seien daher nicht wählbar, hieß es weiter.

Vorschläge gegen die Führung


Nach Konzernangaben werden die Aktionäre auf der Hauptversammlung zudem über zwei Vorschläge entscheiden, die die Yahoo-Spitze ablehnt und die schon im vergangenen Jahr keine Mehrheit fanden. Der erste Antrag sieht vor, die Bezüge der Konzernspitze künftig an der Geschäftsentwicklung auszurichten. Der zweite Vorschlag fordert vom Direktorium, eine zensurfeindliche Linie zu verfolgen und Menschenrechtsfragen stärker zu beachten, insbesondere in China.

Ed Kozel ist schon weg


Zum Rücktritt von Direktoriumsmitglied Ed Kozel teilte Yahoo mit, dieser habe das Gremium bereits im Februar aus persönlichen Gründen verlassen wollen. Er sei jedoch geblieben, nachdem Microsoft das Gebot für Yahoo vorgelegt habe. Anfang Mai hatte der Softwareriese seine 47,5 Mrd. Dollar (30,2 Mrd. Euro) schwere Übernahmeofferte nach drei Monaten intensiven Werbens wegen des Widerstands der Yahoo-Führung zurückgezogen. Aus Kreisen war jüngst aber verlautet, dass Microsoft mit Yahoo noch nicht gänzlich abgeschlossen hat und nun das Suchmaschinengeschäft des des Unternehmens kaufen wolle. Zudem wolle Microsoft bei Yahoo als Minderheitsaktionär einsteigen.

Microsoft: Es war keine Strategie


Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte am Freitag, der Softwarekonzern habe sein Gebot für Yahoo nie als strategischen Schachzug angesehen. Der Rückzug bedeute, dass sein Unternehmen nun rund 50 Mrd. Dollar für andere Zukäufe in der Kriegskasse habe. "Damit kann man eine Menge tun." Microsoft-Papiere verbilligten sich zu Handelsbeginn um 0,7 Prozent.

Google - der lachende Dritte


Die zuletzt ins Spiel gebrachte Allianz mit Yahoo wäre für Microsoft eine Möglichkeit, dem bisher unangefochtenen Internet-Marktführer Google Konkurrenz zu machen. Der Konzern hat seine Marktführerposition bei US-Suchmaschinen weiter ausgebaut. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmen comScore stieg der Anteil von Google im April auf einen Rekord von 61,6 Prozent nach 59,8 Prozent im Vormonat. Die beiden Erzrivalen Microsoft und Yahoo hätten dagegen Anteile verloren: Yahoo, die Nummer zwei, verlor auf 20,4 Prozent von 21,3 Prozent; Microsoft fiel auf 9,1 Prozent von 9,4 Prozent.

(Ag./Red.)

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1 Kommentar
 
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Von biedermann am 27.05.2008 um 03:49

gibt es einen langsameren seitenaufbau als bei diepresse.com?


 
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