Der Yahoo-Aktionär Carl Icahn fordert von der Konzernführung die Abschaffung eines Programms für Mitarbeiterentschädigungen. In einem Brief an den Yahoo-Verwaltungsratsvorsitzenden Roy Bostock erklärte Icahn am Mittwoch, das Programm habe dazu beigetragen, dass Microsoft sein Kaufangebot über 47,5 Milliarden Dollar vor einem Monat zurückgezogen habe.
Das Programm schließt alle 13.800 Mitarbeiter von Yahoo ein und könnte Microsoft in den ersten zwei Jahren nach einer Übernahme mehr als zwei Milliarden Dollar kosten. Icahn deutete an, er werde seine Drohung wahr machen und den Yahoo-Chef Jerry Yang sowie den gesamten Vorstand bei der Aktionärsversammlung am 1. August absetzen, sollte das Programm nicht gestrichen werden. Icahn besitzt 4,3 Prozent der Yahoo-Aktien.
Yahoo mit Microsoft - oder lieber Google?
Die Gespräche zwischen Microsoft und Yahoo sind derweil anscheinend wieder aufgenommen worden. Sie konzentrieren sich nach Informationen aus Kreisen derzeit auf die Bewertung für das Suchmaschinengeschäft des Internetkonzerns. Die Verhandlungen über die Preisfindung dürften etwa in der nächsten Woche abgeschlossen werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch. Die beiden US-Unternehmen sprächen derzeit über die Bedingungen einer möglichen Transaktion, bei der der weltgrößte Softwareriese das Suchmaschinengeschäft von Yahoo kaufen könnte. Falls sich die beiden Seiten nicht einigen sollten, könnte Yahoo jedoch auf eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten Google zurückgreifen, sagte die Person weiter.
Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch des Softwareriesen für Yahoo war Google stärker auf Tuchfühlung zu dem US-Internetpionier gegangen. Die beiden Suchmaschinenbetreiber arbeiteten bereits versuchsweise bei Werbeanzeigen zusammen. Microsoft hatte kürzlich ein Übernahmeangebot für Yahoo zurückgezogen, weil der Internetkonzern auch ein um fünf Milliarden (3,23 Mrd Euro) auf 47,5 Milliarden Dollar aufgestocktes Angebot als zu niedrig abgelehnt hatte. Mit der Yahoo-Übernahme wollte Microsoft seine Internet-Präsenz stärken und Marktführer Google angreifen.
(Ag., Red.)

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