Themen – und nicht mal irgendwelche, sondern taufrische, probate, signifikante Themen für eine Kolumne wie diese – trudeln dieser Tage quasi im Minutentakt ein. Vom neuen iPhone der dritten Generation über Myriaden elektronischer Buch-Nachfolger („E-Reader“) bis hin zu Sportwagen mit ein paar tausend Lithium-Ionen-Batterien im Kofferraum: Ob das alles zukunftsträchtig ist, wird sich weisen. Spannend ist diese potenzielle Themenfülle allemal. Die Qual der Wahl hat eine lustvolle Komponente.
Apropos Wahl: Stark reizen würde es mich aktuell etwa, über eine Webplattform zu berichten, die gestandenen Funktionären der Grünen gerade graue Haare wachsen lässt. Der Zug der Zeit, mehr direkte Demokratie zu wagen, scheint für manche ja ein Zug nach nirgendwo zu sein. Eventuell verwechseln sie das imaginierte Ziel aber auch mit dem eigenen Standpunkt. Andere verstehen überhaupt nur Bahnhof. Oder versuchen behänd die eigene, systemkonforme Karriere zu retten. Lustigerweise hat die ÖVP gerade dito den Scherm auf, da das interne EU-Match Strasser gegen Karas, das Letzterer recht eindrucksvoll und eindeutig für sich entschied, ebenfalls den Trend zu mehr – und direkteren – Wahlmöglichkeiten widerspiegelt. Das Internet, zumal in der Version 2.0, begünstigt diese Entwicklung. Eklatant. Und ich spreche noch nicht mal von Webmaschinerien („E-Voting“), wie man sie bei der Hochschülerschaftswahl erstmals angeboten hat. Mit mäßigem Erfolg übrigens. Die Herren Pröll, Faymann & Co., partiell aber auch Frau Glawischnig, wären gut beraten, öfter mal einen Blick auf Social Networks, in diverse Plattformen, Foren und Blogs zu werfen. Dann z. B. würde ihnen vielleicht zum strammen Herrn Graf, ihrem Parlamentspräsidenten, mehr auffallen.
Aber lassen wir das. Schließlich geht es hier um Technik, nicht um Politik. Doch auch Journalisten müssen umlernen: Keckes, pluralistisches, unmittelbares Feedback auf Artikel, Kolumnen und Kommentare ist heute ein Bestandteil des (ver)öffentlich(t)en Umgangs mit Themen aller Art. Bisweilen ist die eine oder andere Leseranmerkung sogar trefflicher, kompetenter oder aktueller als jede noch so professionell recherchierte Story. Und noch ein Detail gilt es zu bedenken: Es gibt keine „endgültige“ Version mehr. Könnte sein, dass sich diese Kolumne im Netz z. B. ein wenig anders liest als auf Zeitungspapier.
Mehr unter: http://groebchen.wordpress.com/
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2009)

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