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10.12.2011 | 18:01 |  von Walter Gröbchen (Die Presse)

Lassen Sie sich keine Geräte andrehen, die die Technik von gestern repräsentieren. Und z.B. »AirPlay« nicht kennen & können.

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Es gibt immer einen Zeitpunkt, der die Welt, wie wir sie kennen, in ein „Davor“ und „Danach“ teilt. Eine historische Scheidelinie, die uns im Moment der Transformation eventuell gar nicht weiter auffällt. Könnten Sie etwa, wären Sie z.B. Verkäufer in einem Elektrofachgeschäft, exakt das Datum benennen, an dem Sie das allerletzte TV-Gerät mit Bildröhre auf das Kassapult gehievt haben? Oder, sagen wir einmal, als Konsument bei einem Flachbildschirm „HD-Ready“ als Qualitätssiegel angepriesen bekamen? (Apropos: Lassen Sie sich anno 2011 kein solches Produkt mehr unterjubeln!) Und weil ein für seinen trefflichen Zynismus bekannter Facebook-Freund unlängst nicht nur meinte, der Weltuntergang sei „eine echte Alternative zu den Finanzierungsproblemen des Pensionssystems“, sondern auch eine Großpackung 100-Watt-Glühbirnen als „Weihnachtsgeschenk des Jahres“ empfahl: Darüber lässt sich heute noch lachen. Morgen dann eventuell nicht mehr. Oder, weil sich die Entwicklung im Rückblick als positiv erweist, eben doch.

Sollten Sie Ihre private Schuldenbremse, im Gegensatz zu den Staatenlenkern Europas und sehr zur Freude des Fachhandels, vorweihnachtlich gelockert haben, dann investieren Sie in die Zukunft. Ich meine damit als Optimist nicht Gaskocher und Notstromaggregate, sondern technische Gerätschaft, die Freude bereitet. Kleine, feine Stereoanlagen etwa mit oder ohne iPod-Dock, wie man sie in den Megaseller-Regalen findet. Es gilt: Zuvorderst müssen die Dinger brauchbar klingen, gleich danach aber sollen sie dies & das können. Etwa die Fähigkeit, direkt mit Ihrem Mobiltelefon oder Tablet-PC – den Musikquellen avancierter Zeitgenossen – in Kontakt zu treten. Anstöpseln ist von gestern. Apple, seit jeher zu den Säulenheiligen der einfachen Bedienbarkeit zählend, hat dafür „AirPlay“ entwickelt, das per WLAN funkt. Es geht aber auch via Bluetooth. Die Bequemlichkeit, vom Sofa aus mit einem Finger-Tip etwa das neue, superbe Album der Black Keys („El Camino“) zu hören, will man rasch nicht mehr missen.

Ich teste gerade drei Geräte, die „AirPlay“ beherrschen: eines von Denon, eine kleine Anlage von Sony und ein noch kleineres Kästchen des heimischen Unternehmens Pro-ject. Die Feiertage werden mächtig dröhnen, drahtlos – und ich wette, ich bin damit nicht allein auf weiter Flur. In diesem Sinne: Stay tuned! Mehr zum Thema dann anno 2012.

Mehr unter: groebchen.wordpress.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2011)

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6 Kommentare
Bleeding
11.12.2011 12:37
0 0

Im Gegenteil: lassen Sie sich KEIN Produkt andrehen, das AirPlay kann!

Der Denon DNP-720 AE Network Player ist attraktiv, doch AirPlay ist der Grund, warum ich ihn mir eben NICHT kaufen werde: ich zahle bestimmt keinen Mehrpreis für den Player, weil Denon an Apple Lizenzgebühren für deren proprietäres AirPlay-Protokoll abdrücken muss, inklusive Apple Vendor-Lock-In!

Dafür gibt es eine herstellerübergreifende Lösung namens DLNA - die funktioniert dann mit allen Geräten, vor allem mit jenen ohne Apfel drauf.

Entsprechend ist dieser Artikel unseriös. In der Form wäre das nur in einer Apple-Zeitschrift tragbar.

wolde
11.12.2011 11:27
1 0

Apple-Werbung oder was?

Beim Lesen der Kolumne ist mir bewußt geworden dass das eigentlich eine Werbung für Apple ist. Es hat den Anschein, als wäre "AirPlay" ein Produkt von Apple. Zugegebenermaßen weiß ich nicht, was "AirPlay" sein kann oder sein soll. Es interessiert mich aber sehr, wie man Musikquellen - egal ob Smartphone, PC-Speicherkart, USB-Platte oder Notebook - mit der Stereoanlage im Wohnzimmer sinnvoll verbinden könnte - unabhängig vom Apple Universum. Leider lässt mich Herr Gröbchen im Dunkeln, es ist nicht ersichtlich ob das ominöse "AirPlay" bei Nutzung der von ihm getesteten Gerätschaften nun etwa nur mit Produkten von Apple (iPhone, iPod, ...) oder auch mit Produkten anderer Provenienz verwendbar ist. Für diesbezügliche Hinweise wäre ich als Presse-Abonnent sehr dankbar, ich denke es gibt da auch noch andere Presse-Leser mit Interesse daran. Weiters würde mich interessieren, welches der Produkte der Firma Pro-ject da getestet wird (im Blog ist nur ein allgemeiner Link zu dieser Firma gesetzt und nicht zum Produkt, im Gegensatz zum Denon-Gerät).
Der Chefredaktion bzw. der Inseratenabteilung der Presse empfehle, der Firma Apple im Nachhinein den Inseratentarif für diesen Artikel zu verrechnen.

Gruß wolde

Antworten Gast: Walter Gröbchen
11.12.2011 22:32
0 0

Re: Apple-Werbung oder was?

Gemach, gemach. In dieser Kolume wird gerade mal drauf hingewiesen, dass ich "AirPlay" (funktioniert via iTunes auch abseits Apple-Hardware) gerade ins Visier nehme. Mehr dazu - auch zu DNLA - im Jänner.

Antworten Antworten Bleeding
12.12.2011 01:48
0 0

Re: Re: Apple-Werbung oder was?

Im Teaser steht wortwörtlich "Lassen Sie sich keine Geräte andrehen, die [...] z.B. »AirPlay« nicht kennen & können" - das ist schon eine sehr klare Aussage.

Wenn man das nicht aussagen will, muss man halt bei der Formulierung vorsichtiger sein ;)

Antworten Antworten Antworten Gast: Walter Gröbchen
13.12.2011 18:44
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Re: Re: Re: Apple-Werbung oder was?

"die z.B. AirPlay nicht kennen oder können"... Das "z.B." steht bekanntermassen für "zum Beispiel". Ein anderes Beispiel als das gerade populäre AirPlay könnte DNLA sein. Oder Bluetooth. Oder... Fortsetzung folgt! ;-)

Antworten Bleeding
11.12.2011 12:39
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Re: Apple-Werbung oder was?

Ja, AirPlay ist ein Apple-Protokoll das somit auch mit Apple Vendor Lock-In kommt ... also Finger weg davon.

Was man wirklich will, ist DLNA - das ist ein herstellerübergreifender Standard für genau denselben Zweck.