Rein optisch sind die beiden aktuellen Smartphones von Sony recht ungleiche Brüder. Das P reiht sich in die aktuelle Xperia-Designlinie mit durchsichtiger Leiste ein und glänzt mit silbernem Alu-Gehäuse, das Sola geht mit aufgesetzt wirkendem Display eigene – eher eigenwillige – Wege. Den Trend zu superschlanken Smartphones macht Sony offensichtlich nicht mit. Dafür liegt zumindest das P dank abgerundeter Rückseite gut in der Hand und ist sehr leicht. Während das P auf edle Optik setzt, will Sony beim Sola den Tastsinn des Benutzers ansprechen. Seine gummierte Oberfläche wirkt bezüglich Abnützungserscheinungen vertrauenswürdiger als das P. Generell geht die Verarbeitung bei beiden Geräten in Ordnung.
Die Displays messen vier (P) beziehungsweise 3,7 Zoll (Sola) und verfügen über 960 x 540 beziehungsweise 854 x 480 Pixel. In beiden Handys werkt ein Ein-GHz-Zweikern-Prozessor. Gemessen an den aktuellen Spitzenreitern locken diese Eckdaten kaum jemanden hinter dem Ofen hervor, reichen in der Praxis aber locker aus. Um sich im umkämpften Smartpone-Markt abzuheben hat Sony jedem der beiden ein spezielles Feature spendiert. Das Xperia P verspricht dank weißer Zusatzpixel besondere Helligkeit, das Sola will mit „Floating Touch“-Bedienung punkten. Während das auch im prallen Sonnenlicht ablesbare Display des P ein echtes Plus ist, geht beim Sola der Schuss nach hinten los. Dass gewisse Anwendungen bereits reagieren, sobald ein Finger knapp über den Display ist, macht die Bedienung nicht einfacher, sondern verleiht dem Handy ein – meist unerwünschtes – Eigenleben.
Software nicht up to date
Beim Xperia P, das auf derlei Spielereien verzichtet, merkt man am ehesten beim Vibra-Feedback, dass es sich nicht um ein Premiummodell handelt. Im Vergleich etwa zu Samsungs Touchwiz-Technologie ist die taktile Rückmeldung recht krude. Ansonsten ist die Bedienung bei beiden sehr flüssig. Sony hat die Android-Oberfläche nur dezent angepasst und mit nützlichen Zusatzfeatures wie Track ID aufgepeppt. Allerdings werkt hier noch die Android-Version 2.3.7 Für Smartphone-Enthusiasten ein No-go. Mit Hinblick auf den Normal-User sei jedoch die ketzerische Frage erlaubt, ob die Unterschiede der einzelnen Versionen tatsächlich so sehr ins Gewicht fallen. Ein Update auf 4.0 ist jedenfalls für das dritte Quartal angekündigt. Die Kameras mit fünf (Sola) beziehungsweise acht (P) Megapixel sind nur Mittelmaß. Insbesondere bei dunklerer Umgebung drängt sich starkes Rauschen ins Bild, das auch mit Blitz nicht zu bändigen ist. Ein eigener Auslöseknopf und gute Reaktionszeiten erleichtern das Handling. Das P hat etwa zwölf BGB verfügbaren Speicher, beim Sola lassen sich die an sich mageren vier GB mit Speicherkarte erweitern. Die Akkus halten unter Normalbedingungen mehr als einen Tag durch.
In Summe überzeugen sowohl das Xperia Sola als auch das Xperia P durch hohe Alltagstauglichkeit und werden den Ansprüchen an Mittelkasse-Smartphones voll gerecht. Wobei das extrahelle Display des P mehr überzeugt als die gewöhnungsbedürftige „Floating Touch“-Bedienung des Sola.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.07.2012)
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