Intel hat im Rahmen der IFA 2012 in Berlin ein neues Smartphone auf Basis seiner Atom-Prozessoren angekündigt. Das vom chinesischen Unternehmen ZTE gefertigte Gerät basiert auf Android und soll demnächst auf den Markt kommen. Eine entsprechende Partnerschaft haben beide Unternehmen bereits auf dem Mobile World Congress im Februar angekündigt. Damit reiht sich ZTE in die bereits vorhandene Riege der Smartphone-Hersteller ein, die auf Intels Chip-Architektur setzen.
Nur wenige Modelle
Für Intel ist der Fuß in der Handy-Tür sehr wichtig. 2016 sollen weltweit 4,6 Milliarden Smartphones abgesetzt werden. Aber bisher wurde dieses Geschäftsfeld fast ausschließlich von Prozessoren auf Basis des britischen Unternehmens ARM ausgefüllt. Intel hatte zwar immer wieder versucht, seine stromsparenden Prozessoren in diesem Bereich konkurrenzfähig zu machen, über einen Prototypenstatus kamen die Geräte aber nie heraus. Seit kurzem ist das aber anders. Das neue ZTE Grand X IN gesellt sich zu Modellen von Lenovo, Orange, Lava und Megafon hinzu, die sich von ihren Innereien her stark ähneln.
Nicht ganz frische Software
Das Grand X IN soll ebenfalls im unteren Preissegment angesiedelt werden. Seine 8-Megapixel-Kamera soll in dieser Klasse ganz oben mitspielen können. Das Display bietet mit 960 x 540 Bildpunkten etwas mehr Auflösung als der Durchschnitt der Android-Geräteschar. Als Betriebssystem kommt Version 4.0 "Ice Cream Sandwich" zum Einsatz. Immerhin ist es doch ein Aufwand, die Google-Software für die Intel-Chips zu optimieren. Während also viele andere Neuvorstellungen auf der IFA bereits die aktuelle Version Android 4.1 "Jelly Bean" erhalten, müssen die Intel-Handys warten.
500 Millionen Facebook-Shares pro Tag
Zwar wirbt Intel damit, dass Smartphones mit seinen Chips leistungsfähig sind. Den Kunden dürfte es aber ziemlich egal sein, was für ein Prozessor in dem Gerät arbeitet. Wichtig ist, dass es Anrufe tätigen kann, die SMS korrekt hinein kommen und dass Kamera und Facebook-App ordentlich funktionieren. Das belegt Intel selbst mit seinen Zahlen. 75 Prozent aller Internet-Nutzer gehen "ohne besonderen Grund" online. Und pro Tag werden 500 Millionen Elemente auf Facebook geteilt. Die "mobile Generation" regiert das Internet.
Hindernisse
Bisher genießen die Modelle mit Intel-Architektur eher Exoten-Status. Und im Gegensatz zu Windows 8, das von Grund auf für zwei verschiedene Prozessor-Systeme (ARM und Intel) entworfen wurde, ist Android vom Prinzip eher auf ARM zuhause. Konkurrenz tut der gesamten Branche gut, allerdings muss Intel erst das Killerargument finden, um die Hersteller und Systementwickler an sich zu binden.
(db)
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