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Smartphones werden zum Türöffner

08.09.2012 | 18:05 |  von Sara Gross (Die Presse)

In wenigen Jahren stecken wir dank NFC beim Verlassen der Wohnung nur noch das Smartphone ein, meinen Forscher. Auch wenn man zweifeln könnte – sicher scheint ein solches NFC-Schloss auch zu sein.

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In Zukunft soll die Checkliste beim Verlassen der Wohnung wesentlich kürzer werden. Zumindest, wenn es nach den Befürwortern der Technologie NFC geht. Near Field Communication überträgt Daten auf Distanzen über wenige Zentimeter und steckt bereits in so gut wie allen neuen Smartphones. Bisher schenkten Handybesitzer der unscheinbaren Funktion kaum Aufmerksamkeit – das könnte sich aber bald ändern. Der Kurzdistanzfunk lässt das Smartphone mit Geräten kommunizieren, die bisher eher als dumm oder zumindest schwerhörig eingestuft werden mussten. Türschlösser zum Beispiel. Eine Forschungsgruppe an der TU Wien hat ein System entwickelt, das jedes NFC-Handy zum Schlüssel machen kann. Also: Handy knapp vor das Schloss halten, Zylinder entriegeln. Einbauen lässt sich ein solches elektronisches Schloss in praktisch jede Türe, erklärt Karin Kappel, die das neue System an der TU testet.

Ein Schlüssel nur für Dienstage.
So ein Hightech-Schloss hat viele Vorteile: Der Wohnungsbesitzer kann jedes NFC-fähige Smartphone zu einem Schlüssel für seine Türe machen, auch zum Beispiel vom Urlaub aus. Digitale Schlüssel können zeitlich begrenzt werden. So könnte ein Schlüssel für die Putzfrau zum Beispiel nur Dienstagvormittag sperren. Wenn diese kein NFC-Smartphone hat, ist das kein Problem, dafür gibt es Plastikkarten mit einem entsprechenden Chip. Solche Karten können auch mit einmaligen „Eintritten“ belegt werden – etwa für Handwerker. Praktisch ist auch, dass sich diese Karten einfach über ein NFC-fähiges Handy mit einer entsprechenden App bespielen lassen.

Auch wenn man zweifeln könnte – sicher scheint ein solches NFC-Schloss auch zu sein. Eine 100-prozentige Garantie könne man nicht abgeben, meint TU-Professor Thomas Grechenig, weil dazu einfach noch die Erfahrung fehlt. Es gibt aber doch einige gute Gründe, dem Smartphone-Schlüssel zu trauen. Einerseits liegt das zuständige Element auf der SIM-Karte und nicht im Handy selbst, erklärt Kappel. Die Kommunikation ist so sicher gestaltet, wie es die Technik eben derzeit ermöglicht. Einbrecher werden aber ohnehin eher versuchen, das Schloss zu knacken, als das Smartphone. Mit einem Dietrich und ähnlichen Werkzeugen wird das nicht funktionieren, das Schloss ist schließlich elektronisch, erklären die Forscher. Geht das Handy verloren, kann man dem Gerät recht einfach die Berechtigung entziehen – bei einem verlorenen oder gestohlenen Schlüssel wäre das nicht möglich. Der Anbieter des Systems kann außerdem einen Schlüsseldienst bei Bedarf mit einem digitalen Schlüssel für das Schloss ausstatten.

EVVA bringt nächstes Jahr ein solches Schloss auf den Markt. Bereits Realität ist hingegen das NFC-Smartphone als Geldbörserl-Ersatz. Bezahlen kann man mit einem entsprechenden Handy (derzeit nur mit A1-SIM-Karte) oder einer NFC-Kreditkarte bereits bei einigen Supermärkten und McDonald's-Filialen. Laufen solche Transaktionen über das Smartphone, können zudem automatisch Gutscheine oder Rabatte einbezogen werden. Vorteilscards müsste man dann auch nicht mehr mit sich herumschleppen. Eines der spannendsten Projekte läuft derzeit mit der ÖBB, erzählt Grechenig. Mit NFC-Smartphones könnten künftig Tickets am Automaten gekauft und mit dem NFC-Gerät eines Kontrolleurs quasi automatisch kontrolliert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2012)

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13 Kommentare
2 1

soll kommen,

besser heute als morgen.

wie viel einfacher wäre das leben dadurch...

ok, ich rechne wieder mit viel rotstricherln und ablehnung. aber, wie damals schon mit dem handy wird es ähnlich ablaufen. nach ein paar jahren sind dann alle irre begeistert und waren dann nie dagegen, haben alles schon installiert, usw.

wieso tut sich der mensch (im speziellen austrianer) mit veränderungen so schwer? fantasielosigkeit oder was?

Gast: Geeko
09.09.2012 14:57
2 0

Strom

Es kommt allerdings schon vor dass beim smartphone der saft aus ist....

Antworten Gast: slashdot
09.09.2012 18:49
1 0

Re: Strom

Auch wenn das Smartphone keine Batterie mehr hat, kann es trotzdem noch über NFC kommunizieren. Das ist einer der Vorteile dieser Technologie.

Vorteilscards müsste man dann auch nicht mehr mit sich herumschleppen.

Sind diese Tickets in Stein gemeißelt oder druckt die ÖBB schon auf Papier?

Endlich geht es den Schlüsseln an den Kragen!

Wenn es den Schüssel (dem schlechtesten Kanzler der 2-ten Republik) auch noch an den Kragen ginge, wäre Österreich noch lebenswerter!

Re: Endlich geht es den Schlüsseln an den Kragen!

DeN SchlüsselN
DeM Schüssel


toll ja

die Tools
Kreditkartendiebstahl per Funk und gleich einen Türöffner dazu
was soll diese blauäugige Werbung für eine Technik ,die nie sicher sein wird
na die Generation Mc Fakebook wird sicher begeistert sein davon
für die Bequemlichkeit verkaufen wir auch unsere Großmutter ,gelle

Antworten Gast: gkj
09.09.2012 23:06
1 0

Re: toll ja

Mc Fakebook. Neu bei McDonalds um nur € 2,49.
Flatscreen, Laptop, PC, Monitor, Kühlschrank und Klomuschel.

Alles einlösbar mit ihrem neuen NFC Code!
Und einen BigMac gibt es gratis dazu ;)

1 1

Re: toll ja

Vor allem gibt es das schon seit mindestens 20 Jahren. Jedenfalls mit Karte oder mit Code-Eingabe. So neu ist das ja nicht. Das Interesse daran hält sich in Grenzen. Ein Schlüssel ist immer noch am Sichersten, dass man die Tür damit wirklich aufbekommt. Wenn das System spinnt, dann geht nichts auf und zu knacken ist es wohl sowieso auch. Man bekommt auch jedes normale Schloss innerhalb ein paar Sekunden auf, wenn man weiß wie es geht.

Von Hotelzimmern weiß ich jedenfalls, dass das nicht immer funktioniert. Dann hat man allerdings das Hotelpersonal, das sich darum kümmert. Wenn ich aber vor meiner Wohnung stehe und nicht hineinkann muss ich einen Schlüsseldienst rufen.

Ich will keinen Code im Smartphone, denn es findet sicher irgendwer einen Weg die Code-Daten aus dem Smartphone übers Internet auszulesen.

Wenn man überhaupt keinen Schlüsselbund mehr bräuchte, wäre das vielleicht interessant, aber es würde sicherlich lange dauern, bis man wirklich keinen konventionellen Schlüssel mehr braucht. Sobald ich einen Schlüssel habe, den ich immer mitnehmen muss ist es mir auch egal ob es ein ganzer Schlüsselbund voll ist.

Gast: dhjsdftuj
08.09.2012 21:30
2 0

Auch wenn man zweifeln könnte – sicher scheint ein solches NFC-Schloss auch zu sein. Eine 100-prozentige Garantie könne man nicht abgeben, meint TU-Professor Thomas Grechenig, weil dazu einfach noch die Erfahrung fehlt.

Danke, das genügt. Nicht so prickelnd, wenn eine darauf spezialisierte Bande dann bequem eine Wohnung nach der anderen öffnen könnte, ohne Spuren zu hinterlassen.

Gast: Ein Ätzer
08.09.2012 20:27
4 5

Hoffentlich nicht!

Ich bin nicht erpicht darauf, daß alCIAda gemeldet bekommet, wann es meine Wohnung verwanzen kann...

Re: Hoffentlich nicht!

Nur weil sie unter Paranoia leiden bedeutet das nicht, dass sie nicht wirklich verfolgt werden!

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Re: Hoffentlich nicht!

wow, welch Kommentar. gehen sie auch mit um den kopf gewickelter alufolie schlafen?

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