Brüssel/red. Die Übernahme stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Als „3“ (Hutchison) bekannt gab, Orange (France Telecom) übernehmen zu wollen, protestierten umgehend Österreichs Wettbewerbshüter: Der darin enthaltene Plan, die Orange-Billigmarke Yesss an A1 zu verkaufen, würde den Wettbewerb in Österreich einschränken. Nun kommen aus der EU ähnliche Bedenken: Die Übernahme würde die Zahl der Anbieter in Österreich verkleinern, höhere Mobilfunkpreise könnten die Folge sein.
Die Bedenken der EU-Kommission, die demnächst in einem „Statement of Objection“ schriftlich veröffentlicht werden, bedeuten nicht ein Verbot der Übernahme. Allerdings schöpft die EU die Prüfungsfrist voll aus und wird erst Ende November endgültig über das Vorhaben entscheiden.
Zwei neue Handyanbieter
Bei „3“ zeigte man sich enttäuscht und betonte, dass die Verzögerung der Übernahme die beiden kleinsten Anbieter in Österreich schwäche, wovon die etablierten Mobilfunker profitieren würden. Das sei „für einen gesunden Wettbewerb“ nicht förderlich, man hoffe nun, die EU im Lauf der weiteren Prüfung noch überzeugen zu können.
Hutchison hat im Februar erklärt, Orange für 1,3 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Gleichzeitig sollte Yesss um 300 Mio. Euro an A1 verkauft werden. Das würde den Marktführer noch größer machen, kritisierte die Bundeswettbewerbsbehörde und ging vor einigen Wochen ebenfalls mit negativen Aussichten in eine vertiefende Prüfung.
Um die Auflagen der EU zu erfüllen, erklärte sich „3“ bereit, sein Netz für sogenannte „Mobile Virtual Network-Operators“ (MVNO) zu öffnen. Diese Anbieter können das Netz gegen eine entsprechende Gebühr nutzen. Zwei Unternehmen – Tele 2 und der Kabelnetzbetreiber UPC – wollen auf das Angebot eingehen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2012)
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