23.05.2013 12:48 Merkliste 0

Orange-Übernahme durch „3“ droht an EU zu scheitern

13.09.2012 | 17:00 |   (Die Presse)

Die EU-Kommission befürchtet durch die Orange-Übernahme durch „3“ weniger Wettbewerb im Mobilfunk, höhere Mobilfunkpreise könnten die Folge sein. Eine endgültige Entscheidung kommt im November.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Brüssel/red. Die Übernahme stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Als „3“ (Hutchison) bekannt gab, Orange (France Telecom) übernehmen zu wollen, protestierten umgehend Österreichs Wettbewerbshüter: Der darin enthaltene Plan, die Orange-Billigmarke Yesss an A1 zu verkaufen, würde den Wettbewerb in Österreich einschränken. Nun kommen aus der EU ähnliche Bedenken: Die Übernahme würde die Zahl der Anbieter in Österreich verkleinern, höhere Mobilfunkpreise könnten die Folge sein.

Die Bedenken der EU-Kommission, die demnächst in einem „Statement of Objection“ schriftlich veröffentlicht werden, bedeuten nicht ein Verbot der Übernahme. Allerdings schöpft die EU die Prüfungsfrist voll aus und wird erst Ende November endgültig über das Vorhaben entscheiden.

Zwei neue Handyanbieter

Bei „3“ zeigte man sich enttäuscht und betonte, dass die Verzögerung der Übernahme die beiden kleinsten Anbieter in Österreich schwäche, wovon die etablierten Mobilfunker profitieren würden. Das sei „für einen gesunden Wettbewerb“ nicht förderlich, man hoffe nun, die EU im Lauf der weiteren Prüfung noch überzeugen zu können.

Hutchison hat im Februar erklärt, Orange für 1,3 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Gleichzeitig sollte Yesss um 300 Mio. Euro an A1 verkauft werden. Das würde den Marktführer noch größer machen, kritisierte die Bundeswettbewerbsbehörde und ging vor einigen Wochen ebenfalls mit negativen Aussichten in eine vertiefende Prüfung.

Um die Auflagen der EU zu erfüllen, erklärte sich „3“ bereit, sein Netz für sogenannte „Mobile Virtual Network-Operators“ (MVNO) zu öffnen. Diese Anbieter können das Netz gegen eine entsprechende Gebühr nutzen. Zwei Unternehmen – Tele 2 und der Kabelnetzbetreiber UPC – wollen auf das Angebot eingehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

4 Kommentare

Bla bla bla...

Es handelt sich hier um eine Entscheidung technischer Fortschritt vs. Preisniveau. Drei wird den LTE-Ausbau nicht vorantreiben ohne die Orange-Frequenzen. Wenn man jetzt bedenkt, dass Österreich im Mobilfunk im internationalen Bereich extrem billig ist, wäre mir persönlich der LTE-Ausbau lieber. In sehr vielen Ländern legt man für das, was bei uns unter 10 Euro im Monat kostet, noch einen Fünfziger oder mehr hin.

Antworten Gast: Funki
14.09.2012 09:56
2 1

Re: Bla bla bla...

Der LTE-Ausbau wird weniger von den 1800 Frequenzen (die 800MHz LTE wäre schon lange versteigert, wenn es den Orange Kauf nicht geben würde) als vom Wettbewerb abhängen.
Denn wenn A1 und TMA LTE ausbauen, wird auch 3 ausbauen müssen oder eben Kunden an die anderen Anbieter verlieren.
Schon derzeit existiert im Mobilfunkbereich ein Oligopol (z.B. gleichzeitige Einführung jährlicher Pauschalen), das durch den Kauf nur noch verschärft wird.
Das bedeutet dann nicht nur höhere Preise, sondern auch weniger Innovation, da der Konkurrenzdruck sinkt.

Das Argument von 3, dass ohne 1800MHz Frequenzen kein LTE kommt ist wohl kaum haltbar, denn derzeit ist dieser Bereich exklusiv für GSM vorgesehen. Ob eine Änderung der Nutzung für LTE genehmigt wird oder nicht ist noch unsicher und wird insbesondere von den Einsprüchen der Konkurrenz (z.B. TMA) abhängen.

0 0

Re: Bla bla bla...

ein LTE-Modem ist bei der deutschen Telekom kostenlos, zahlt 10€ im Monat , allerdings 24 Monate, trotzdem günstig verglichen mit A1, die auch LTE anbieten um 50€ im Monat

1 0

Re: Re: Bla bla bla...

klar, die Anbieter senken die Kosten immer nur dann, wenn´s nicht mehr anders geht: das wird dann als technischer Meilenstein und Vorsprung verkauft, auch wenn es Äonen hinter der technischen Realität liegt. Man sehe sich nur die Tarife von zB A1 an: Telefonieren ist billig - will man es Nutzen "ohne Nachdenken zu müssen" = wünschenswert wäre EIN Tarif für Europa, EINER für die Restwelt, wird´s extrem teuer. Aus durchaus zu hinterfragenden Gründen.