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Neuer T-Mobile-Chef kündigt Ende der All-In-Tarife an

17.10.2012 | 11:36 |   (DiePresse.com)

Andreas Bierwirth ortet in der österreichischen Mobilfunk-Branche einen "einzigartigen Widerspruch" aus niedrigen Preisen und hohen Investitionen.

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Andreas Bierwirth kommt eigentlich aus der Luftfahrt-Branche. Vier Jahre war der gebürtige Deutsche im Vorstand der AUA. Seit Anfang September ist der 40-Jährige nun Chef der T-Mobile Austria. Als "Neuling" habe er erkannt, dass in der Mobilfunkbranche in Österreich "etwas nicht zusammen passt". Die Nachfrage nach dem Produkt steige kontinuierlich, während die Umsätze seit Jahren rückläufig sind, erklärte er bei seiner ersten Pressekonferenz als neuer CEO am Mittwoch in Wien. Die Gründe dafür sieht Bierwirth in dem enormen Preiskampf, der in Österreich sogar zu niedrigeren Preisen als in Osteuropa geführt hat. Und das, obwohl der Netzausbau aufgrund der schwierigen Topografie hierzulande teurer ist. "Dieser Widerspruch ist einzigartig", sagt Bierwirth.

Schluss mit "All-In-Tarifen"

Der Branchen-Neuling will dem so schnell wie möglich ein Ende setzen. "Wir brauchen neue Preiskonzepte", sagt er und meint damit vor allem die niedrigen "All-Inclusive-Preise" für mobiles Internet. Es könne nicht sein, dass die Preise so gestaltet sind, dass ein Handy mit Videotelefonie via Internet als Babyphone genutzt werde. T-Mobile soll der erste Anbieter sein, der mit solchen Preismodellen in Österreich aufräumt. Ob andere dann nachziehen, wisse er nicht. "Aus dem Markt hinaus preisen" möchte man sich dennoch nicht, stellt Bierwirth klar. Die Preise pro Megabyte werden weiterhin sinken. Aber es werde eben nicht mehr unendlich viele Megbytes zum selben Preis geben. Die All-In-Tarife seien ein Fehler gewesen, der in anderen Ländern nicht in diesem Ausmaß passiert sei. Zu 70 Prozent sei das Problem hausgemacht, aber auch die Regierung trage durch zusätzliche Regulierungsmaßnahmen Mitschuld. 

Wachstum bis 2015

Bis 2015 will Bierwirth der T-Mobile-Austria wieder zu Wachstum verhelfen. Nächstes Jahr müsse man sich erst einmal um die Reduzierung des Umsatzverfalls von 40 Millionen Euro kümmern, der aus neuen Terminierungsentgelten entstanden ist. Der Umsatz ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr im einstelligen Prozentbereich gesunken, sagte Bierwirth ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Im ersten Halbjahr erzielte T-Mobile Austria mit 4,9 Prozent mehr Kunden einen um 2,6 Prozent geringeren Umsatz als vor einem Jahr. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank im Jahresvergleich um 11,7 Prozent auf 113 Millionen.

Knapp 100 Millionen Euro sparen

Bis 2015 soll auch kräftig gespart werden. Knapp unter 100 Millionen Euro sollen zum Beispiel durch Netzwerkkooperationen und einen "selektiven Jobabbau" gespart werden. Mehr herausholen will der neue Chef aus der Marke Telering und aus dem Geschäftskundenbereich. Ein neues Produkt in Zusammenarbeit mit T-Systems solle die Position im Geschäftskundenbereich bereits 2013 um 50 Prozent verbessern.  

LTE: Angst vor Wettbewerbsnachteil

"Wir müssen unsere Wirtschaftlichkeit steigern", sagt Bierwirth. Das sei vor allem wichtig, damit die Konzernmutter wieder einen Grund hat in Österreich zu investieren. Im Auge hat Bierwith dabei vor allem die Netzaufrüstung und den Ausbau für die nächste Mobilfunkgeneration LTE. Er fürchtet, dass die Frequenzumwidmung, die für kommendes Jahr geplant ist, vor allem A1 und 3 helfen wird und T-Mobile sogar aus dem Markt drängen könnte. Es wäre fatal, wenn "ein neues iPhone mit LTE kommt und T-Mobile der einzige ist, der das nicht kann". Das könne zu einem Wettbewerbsnachteil erwachsen, der nicht mehr aufzuholen ist. "Das ist ein GAU, den wir unbedingt verhindern müssen". 

 

(sg)

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88 Kommentare
 
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Ö-Wirtschaft

Der Mann hat das Glasklar erkannt, die Preise müssen rauf
Ja er Hat, Hat, Hat.

Gast: KundenKönig
17.10.2012 12:08
11 0

Interessant der Ansatz.

Jetzt ist der Kunde schuld, dass er im Zuge eines Zerfleischungswettbewerbes, lieber das günstigere Angebot nimmt.

Die Kunden müssens mir mal erst mal zeigen, die jetzt zu Tarifen wechseln die TEURER sind statt zu einem Konkurrenten zu wechseln, der das gleiche BILLIGER anbietet!

Ich bin kein großer Experte in Marktwirtschaft, nur macht das überhaupt keinen Sinn.

Aber Bitte, ich bin nicht (mehr) Kunde dieses Unternehmens. Wenn sie meinen, so meine Aufmerksamkeit wieder zu erreichen, haben sie sich aber deutlich getäuscht.

Gast: yoshi1
17.10.2012 12:08
6 0

Preis

Machen die großen Mobilfunker denn keine Gewinne oder sind sie den Investoren nur nicht fett genug? Dieser Martk ist einer von jenen in denen sich die Konkurrenz über die letzten 15 Jahre für die Konsumenten wirklich bezahlt gemacht hat. Es ist abzusehen, dass mit dem Verschwinden von Marktteilnehmern das Ganze einmal ein Ende haben wird. Aber solche Tarife wie in D wünsche ich mir echt nicht.

Tmobile ist jetzt allerdings schon mit der teuerste Anbieter. Man sollte sich andere Vorteile überlegen wenn man denn schon nicht günstig sein will - Netzabdeckung nicht optimal, immer wieder Kundenabzocke in den Medien.. so wird es nicht gehen, Herr AUA-Fantasiemanager!

Hinterm Mond?

Wo WLAN verfügbar ist, verwenden Otto und Ottilie Normalverbarucher ohnehin Breitband und nicht UMTS mit seinen lächerlichen Übertragungsraten. Und ganz witzig: bei Breitbandanbietern zahlt man schon seit Ewigkeiten nicht nach Datenvolumen...
...naja, wird Hutchison 3G eben als nächstes T-Mobile aufkaufen...
...Guter Mann, der Bierwirth!

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Toll...

erst die AUA so reformieren, daß keiner mehr damit fliegen mag und jetzt T-Mobile so reformieren, daß jeder wechseln mag...

Der Mann muss ein Genie sein....

Der Mann hat´s aber voll drauf!

Wenn einem die Kunden davonlaufen, weil man zu teuer ist, kann es nur so sein, dass man noch teurer werden muss? Wo war der Kerl vorher vorher gleich noch? Bei der AUA? Dann ist ja alles klar... ;-)

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Genial

Großartige Idee. Dafür müsste er sich aber mit der Konkurrenz absprechen, ansonsten wird er flott einen größeren Teil seiner Kunden los sein.

Re: Genial

Aber genau diese Absprache ist zu befürchten. Als bestes Bespiel dient wohl die ungefähr zeitgleich und in fast selber Höhe eingeführte Servicepauschale.

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Re: Re: Genial

Das war wohl vom Regulator so vorgeschrieben. So schaut ein Kartell schon viel netter aus und ist legal.

Antworten Antworten Antworten Gast: 547b
17.10.2012 13:39
1 0

Re: Re: Re: Genial

Hast du dazu u.U. weiterführende Infos?
Danke, Gruß

Re: Genial

Auf Absprachen kann man setzen, Kooperationsverträge mit diesen und jenen, was soll man da erwarten.

Re: Genial

...und wenn er sich mit der Konkurentz abspricht, issa gleich drann wegen Preisabsprachen - wie gekommen, so verschwunden 😄👍
Aber wer braucht bitte schon T-Mobile???

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Re: Re: Genial

Nicht unbedingt. Wenn die Absprache über den "Regulator" läuft, dann ist das ja kein Kartell ;-)

 
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