EU genehmigt Orange-"3"-Deal unter Auflagen

12.12.2012 | 16:20 |   (DiePresse.com)

Durch Zugeständnisse des Mobilfunkers wurden Bedenken ausgeräumt. Die EU hatte befürchtet, dass die Übernahme zu höheren Preisen führen könnte.

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Die EU-Kommission hat die Übernahme der österreichischen Orange-Mobilfunksparte durch "3" (Hutchison 3G/H3G) unter Auflagen genehmigt. So muss etwa H3G Frequenzrechte an einen möglichen künftigen neuen Marktteilnehmer verkaufen. In Anbetracht dieser Verpflichtungsangebote sei die Übernahme wettbewerbsrechtlich unbedenklich, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Mit grünem Licht war bereits gerechnet worden ("Die Presse" berichtete).

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Hutchison habe weitere Verpflichtungen vorgeschlagen, um die Bedenken der EU-Kommission auszuräumen, teilte die EU-Behörde mit. Die Kommission hatte befürchtet, dass die Übernahme zu höheren Endkunden-Preisen und weniger Wettbewerb führen würde. "Die von H3G vorgeschlagenen Verpflichtungen bieten Gewähr dafür, dass der Wettbewerb gewahrt wird, sodass die österreichischen Verbraucher weiterhin von Innovationen und fairen Preisen profitieren können", erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

Frequenzrechte reserviert

"H3G wird Frequenzrechte und zusätzliche Rechte an ein Unternehmen veräußern, das künftig auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt tätig werden will. Der potenzielle neue Mobilfunknetzbetreiber wird nicht nur Frequenzrechte von H3G, sondern auch zusätzliche Frequenzrechte auf einer von der österreichischen Telekomregulierungsbehörde RTR durchgeführten Versteigerung im Jahr 2013 erwerben können", erklärte die EU-Kommission. Die österreichische Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH werde Frequenzrechte für einen neuen Marktteilnehmer reservieren, damit dieser ein Netz für Mobilfunkdienste in Österreich aufbauen könne. Dieser Marktteilnehmer werde Vorzugsbedingungen für den Kauf von Sendestationen für den Aufbau seines Netzes erhalten.

Außerdem wird H3G nach Angaben der Kommission in den kommenden zehn Jahren bis zu 16 Betreibern virtueller Mobilfunknetze zu vereinbarten Bedingungen Zugang zu bis zu 30 Prozent seiner Netzkapazität auf Vorleistungsebene gewähren. Damit würden die virtuellen Mobilfunknetze die Möglichkeit bekommen, Endverbrauchern in Österreich zu wettbewerbsfähigen Bedingungen Mobilfunkdienste anzubieten. Ferner werde H3G die Übernahme von Orange erst vollziehen, wenn es mit einem virtuellen Mobilfunknetz eine Vereinbarung über den Zugang zu seinem Netz auf Vorleistungsebene geschlossen habe.

Yesss!: "Rekurs würde Transaktion untergraben"

Im Zuge der Transaktion wird Hutchison 3G Austria die Diskontmarke Yesss! unmittelbar nach Übernahme von Orange Austria an A1 weiterverkaufen. Dieser Weiterverkauf wurde ohne Auflagen des österreichischen Kartellgerichts bereits am 27. November 2012 genehmigt ("Die Presse" berichtete). Die Bundeswettbewerbsbehörde und der Kartellanwalt haben die Möglichkeit, bis 27. Dezember 2012 Rekurs einzulegen.

"Der Weiterverkauf von Yesss! ist ein integrativer Bestandteil der beabsichtigten Übernahme von Orange Austria. Ein Rekurs würde daher die gesamte Transaktion untergraben", sagt dazu "3"-CEO Jan Trionow. "Die einzigen, die von einem Rekurs profitieren würden, sind die anderen Mitbewerber - während die wahren Leidtragenden hingegen die österreichischen Konsumenten sind", so Trionow.

(APA/Red.)

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16 Kommentare

keine rechte?

bei orange ganz unauffällig kündigungsfrist von 8 W. auf 12 W.
geändert+gilt für alle vorherigen verträge auch gleich.vertragsverlängerung:irgendwelche uralt-geräte die maximal €50.-
kosten+nix können.service-nummer=mitarbeiter inkompetent,unfreundlich,u.s.w
vergleich 3 zu orange= maserati +trabant. orange ab ins nirwana...gggg

die Bwb,hat kein Geld für lange Verfahren!

Hallo!
ich hatte,in der Vergangenheit privat,mit der Bwb zu tuen , und einen Verdacht ,bei A1 gemeldet, wegen Wettbewerbsverzerrung , und Benachteiligung von Internetanschlüssen von Privatanbietern, da diese an meinem Wohnort absichtlich langsamer geschaltet wurden, als wie das bei einem A1 Kunden der Fall gewesen wäre!
die Antwort der Behörde Bwb,läst mich bis zum heutigen Tag,an der Sinnhaftigkeit dieser Einrichtung zweifeln !
man sagte mir,es tut und sehr leid, wir haben zuwenig finanzielle Mittel, um gegen die mobilkom gerichtlich , in diesem Fall vorzugehen!
ich denke , das sagt alles!
bleibt nur noch die Frage offen, wohin unsere Steuergelder fliesen,wenn sie,die Bwb selbst nicht zur Verfügung hat?
was 3 angeht, ich hatte in meinem Wohnort über 18 Monate eine miserable Geschwindigkeit von 200 bis 300 kb, man konnte keine Videos anschauen !
bin damit ,nach 10 Monaten warten,mit einer Klage bei der Rtr Regulierungsbehörde gescheitert!
der Kunde hat bei 3 keine Rechte!

BWB hat keine Ahnung

die ganze Sache stinkt wieder einmal nach Korruption a la Oesterreich....Die TKA hat fuer die marode YESSS einfach einen viel zu hohen Preis in Aussicht gestellt...jetzt wird mit Hilfe der OeIAG die BWB ins Rennen geschickt um den deal aus den Angeln zu heben... die Eigentuemer von Orange werden die Finanzholding wohl in den Konkurs schicken muessen. Ein weiterer Politskandal unserer korrupten Politiker und Behoerden....

Konkurs von Orange

Was ist, werte Bundeswettbewerbsbehörde, wenn die Eigentümer von Orange die Firma schlicht und ergreifend in die Insolvenz schicken?

Wo ist er dann, der ach so notwendige vierte Mitbewerber?

Was geschieht eigentlich mit den Frequenzen, wenn Orange nicht verkauft sondern einfach liquidiert wird - können sich die Eigentümer die Frequenzen behalten, so wie man sich einen Markennamen behält?

Dann lässt die BWB lieber Orange untergehen

Ich frage mich schön langsam was da wirklich dahintersteckt!
Orange hat einen riesen Schuldenberg und Orange France investiert nicht weiter.
3 würde die Verbindlichkeiten von Orange übernehmen! Der EU wurden seitens 3 jede Menge Zugeständnisse für den Kauf von Orange gemacht (ua. Freigabe von Frequenzen für einen möglichen vierten Anbieter, mehrere virtuelle Betreiber zu mehr als günstigen Konditionen Zugang zum 3 Netz ermöglichen usw.)
Unsere ach so tolle BWB legt sich quer um ev. zu Zeigen dass Sie doch noch was zu sagen hat.
Wer weiß möglicherweise währe es sogar für die anderen Anbieter praktischer wenn Orange den Bach runter geht, dann könnte es ein Konkurrent noch günstiger kaufen oder Österreich hätte einfach so nur noch 3 Anbieter!

Re: Dann lässt die BWB lieber Orange untergehen

Ach wie herzig, der Glaube an die "Zugeständnisse"... Und was passiert, wenn 3 diese nicht einhält?? Hutchison kann drauf ga...en, denn der Firmenhauptsitz ist in Asien, die werden sich was scheren um den EU-Hansel...

schon wieder?!

wie viele institutionen müssen den deal eigentlich noch überprüfen? Mir kommt vor als würde ich fast alle 2 wochen lesen dass irgendeine institution den deal genehmigt oder ablehnt oder sonst was.
meiner meinung sind das ein bisschen zu viel institutionen die wir ja auch alle zahlen müssen...

bin mir nicht sicher...

...ob dieser regulatorische Eingriff so schlecht ist! Von einer EUSSR zu sprechen halte ich für übertrieben. Wären wir nicht in der EU wäre es eben Aufgabe der nationalen Wettbewerbsbehörde hier für ausgeglichene Verhältnisse am Markt zu sorgen. Dass Unternehmen gerade in solchen Bereichen tun und lassen können was sie wollen halte ich für gefährlich und nicht für produktiv.

mfg

Die EU

reguliert die "FREIE MARKTWIRTSCHAFT" ist eine entlarfende Angelegenheit. Ein Widerspruch in sich. EUDSSR eben. Nicht die Logik des praktischen sondern die EU sagt, was gut für uns ist. Ich beginne diesen Verein zu hassen.

0

Re: Die EU

Wo ist der Widerspruch? Jedes Handeln bedarf Regeln, eine Infrastruktur, die eben nicht auf die selbe Weise (ver)handelbar ist.

Re: Re: Die EU

Ach was, ein grauslicher Lobbyistenverein ist das.

eines ist sicher! dieser deal wir vielen mitarbeitern - in beiden firmen - den job kosten ... das juckt anscheinend niemanden ...


Re: eines ist sicher! dieser deal wir vielen mitarbeitern - in beiden firmen - den job kosten ... das juckt anscheinend niemanden ...

Und wie würde es aussehen wenn der Deal nicht zustande kommt und Orange France nicht weiter investiert (steht auch im Artikel oben)! Sollte dann Orange untergehen stehen sicher noch mehr Jobs auf dem Spiel!
Weiter ist nichts über die Einzelheiten zum Deal bekannt, Jobgarantien usw!

Die einzig glaubwürdigen Verpflichtungen wären: Garantie für Preis, Geschwindigkeit...


EUSSR - und so wird die freie Marktwirtschaft einer Konzern-Konzentrations-Wirtschaft geopfert"

Danke !

Re: EUSSR - und so wird die freie Marktwirtschaft einer Konzern-Konzentrations-Wirtschaft geopfert"

Manchmal ist es besser einfach die Klappe zu halten....

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