A1 beherrscht halben Markt

14.01.2013 | 18:21 |   (Die Presse)

Ab Sommer telefonieren 720.000 Kunden der Billigmarke Yesss! im Netz der Telekom. Der ehemalige Monopolist nähert sich der 50-Prozent-Marke. Eine wichtige Fragen rund um den Konzern bleiben unbeantwortet.

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Wien/Auer. 390 Millionen Euro hat der Marktführer Telekom Austria (A1) für die Billigmarke Yesss! ausgegeben. Ab Sommer sollen alle Kunden der ehemaligen Orange-Tochter im A1-Netz telefonieren. Auf ein Datum, wann der Konzern die Millionen für Yesss! zurückverdient haben soll, wollte sich Telekom-Chef Hannes Ametsreiter am Montag nicht festlegen. Nur so viel: 2011 schaffte Yesss! mit 33 Mitarbeitern (die übernommen werden) 50 Mio. Euro Umsatz (der Gewinn wurde nicht bekannt gegeben). Die Telekom brachte es in der Zeit auf 4,45 Mrd. Euro Umsatz – benötigte dafür aber gut 17.000 Mitarbeiter.

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Auch die A1-Billigmarke „bob“ will Ametsreiter in jedem Fall weiterführen. Preisschlachten zwischen den beiden wird es künftig wohl nicht mehr geben. Der frühere Monopolist hat nun gut 45 Prozent Marktanteil in Österreich.

 

Antworten für Auserwählte

Ähnlich zurückhaltend zeigte sich Ametsreiter auch bei den wirklich drängenden Fragen rund um sein Unternehmen: etwa bei der Frage, wie die Telekom das Geld aufbringen will, um bei der anstehenden Auktion der LTE-Frequenzen zuschlagen zu können. Oder bei jener nach der neuen Strategie unter Großaktionär Carlos Slim – vor allem, was das Ostgeschäft des Konzerns angeht. Oder aber bei der nach dem neuen Technikvorstand, den die Telekom bisher erfolglos gesucht hat.

Ein paar ausgewählte Investoren könnten am Dienstag Antworten auf diese Fragen erhalten. Der Konzern hat einen „Capital Market Day“ anberaumt – dafür aber nur Analysten und institutionelle Investoren eingeladen. Medien müssen ebenso draußen bleiben wie Kleinaktionäre.

An sich ist das nichts Verbotenes, aber „sehr ungeschickt“, sagt Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger zur „Presse“. Geheimniskrämerei wecke immer Misstrauen bei den anderen Aktionären. Nichts daran sei ungewöhnlich, verteidigt ein Sprecher das Vorgehen des Konzerns. Auch zu Roadshows würden nicht alle Aktionäre eingeladen. „Große Überraschungen“ werde es jedenfalls nicht geben, versprach Ametsreiter.

 

800 Mio. Euro Hybridanleihe?

Ein Thema wird mit Sicherheit die Frage der Finanzierung sein. Aufsichtsratschef Rudolf Kemler hat bereits von Plänen für eine Hybridanleihe von bis zu 800 Mio. Euro berichtet. „Hybrid ist ein Thema“, bestätigte auch Ametsreiter. Die Telekom-Aktie blieb am Montag stabil. In den vergangenen zwölf Monaten verlor der Wert knapp 38 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2013)

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21 Kommentare

der vergleich

nicht alles was ordentlich hinkt ist auch schon ein vergleich. den personalstand/ umsatz der A1 mit yesss zu vergleichen ohne die zahlen zu hinterfragen ist für einen journalisten peinlich. est steht dass yesss mit 33 mitarbeitern welche nur vertrieb und marketingaufgaben erfüllen anders zu bewerten ist als eine zb.A1 welche vertrieb und marketingmitarbeiter hat, aber auch jene mitarbeiter im stand hat welche die netze planen, bauen, bauüberwachungen durchführen, meßtechnisch betreuen, fehler messen, fehlerbeheben, kundenbetreuung durchführen( auch für andere anbieter, welche auf den A1-kabeln betreiben) und desweiteren ein gigantisches lagersystem aufrechterhalten für kundenbelieferung und bau sowie für instandsetzung auch der ausgefallensten technikbereiche. weiters nicht vergessen dass A1 nicht nur die mobilfunksender, vermittlungsstellen und gebäude in welchen sich diese befinden rund um die uhr technisch betreuen müssen. all dies bedingt, alleie über ganz österreich besehen eien gigantischen aufwand, aber A1 betreib ja auch im ausland, daher der prozentmäßig unvergleichbare personalstand. nur zur info das war keine bez anzeige, lediglich ein versuch die vom redakteur in die tasten gehämmerten zahlen ein wenig zu erläutern.

jaja, zuerst motschgert der Österreicher jahrzehntelang über monopolartige Zustände wie einst in kommunistischen Staaten

Dann kommen die Mitbewerber ohne staatsnahe Hilfen und alle finden diese Erlösung gut.

Aber früher oder später geht der gelernte Österreicher wieder heim zur guten alten Telekom Austria.

Und anschließend motschgert er wieder über Monopole und zu wenig Wettbewerb.

Re: jaja, zuerst motschgert der Österreicher jahrzehntelang über monopolartige Zustände wie einst in kommunistischen Staaten

das knaufen , matschkern und jammern ist des österreichers liebstes hobby.

A1 beherrscht und das aber schlecht...

die kunden sind gefangen und dann wird absichtlich nachgelassen...

Neue Entwicklung

Nach den letzten schweren Jahren schafft es jetzt A1 wieder öfter wieder mit positiven Nachrichten in die Medien

Re: Neue Entwicklung

Ja, sehr positiv, wenn ein Unternehmen die hälfte des Marktes und 100% des Billigmarktes (ich kenne jedenfalls außer Yess und Bob kein anderes Billigprodukt) beherrscht.
Wettbewerb adé

Kartellrecht ADE !


praepotent und kundenunfreundlich

das ist das motto von A1, mit mir und vielen anderen die ich kenne aber nicht mehr.

Re: praepotent und kundenunfreundlich

ich bin auch schon lange weg, A1 und BOB nie mehr!

...

Des Filtern is der Stasi's Lust!

...

Ach die Kursmanipulatoren von der Telekom schaffen es auch wieder mal 'positiv' in die Medien! Die Geschäftsführung des Quasi-Staatsbetriebes will sich mit einem unverdienten Boni bereichern und niemand will es gewesen sein! Und jetzt grad die nächste Schweinerei in der Seestadt Aspern. Das hat System und das heisst SPÖ!

1

Re: ...

einem unverdienten Bonus!

Mit 17000 Mitarbeitern

müssten 17 Milliarden Umsatz drinnen sein...

Re: Mit 17000 Mitarbeitern

Ja, wenn Ost- und Westend den 4fachen Tarif zahlen.

Re: Re: Mit 17000 Mitarbeitern

Die Zahl ergab sich aus dem Vergleich mit Yesss. War wohl zu hoch gegriffen von mir.

12

Yess und Bob nebeneinander?

Zwei Diskont-Marken, die fast identische Produkte und Tarife anbieten, werden nebeneinander wenig Sinn machen.

Vermutlich wird Bob über kurz oder lang Yess auffressen. Dann hat Bob nicht mehr 90% Vertragskunden, sondern nur mehr 60%, dafür aber absolut um 700.000 Kunden mehr.

Ich hoffe nur, A1 stellt genügend Bandbreite zur Verfügung, denn teilweise ist das Bob-Netz schon jetzt am Rande der Leistungsfähigkeit.

Re: wenn man keine Ahnung hat....


Bob telefoniert und surft im selben Netz wie alle A1 Kunden auch.. es ist nur die Bandbreite beschnitten... dafür zahlt man auch weniger dafür..

3

Re: Yess und Bob nebeneinander?

Sie gehen davon aus, dass die bisherigen Yesss! Kunden auch dort bleiben. Aber gerade beid en Billiganbietern ist es viel einfacher und schneller möglich zu wechseln. Somit müssen sie konkurrenzfähig bleiben, sonst bekommt der Inder bald Nachwuchs ;)

Re: Re: Yess und Bob nebeneinander?

hat er schon :-)

das Problem mit dem A1 Netz ist ja...

.. - und da spreche ich aus Erfahrung - man hat Empfang dort, wo andere keinen haben... das wär ja schon mal nicht schlecht, nur leider verhält es sich ab und an auch genau umgekehrt.

17

Da kann ich nur zustimmen

In meiner Straße ist das A1-Netz von allen österreichischen Netzen (ich habe nämlich schon alle ausprobiert) mit Abstand das Schwächste. Das hat mich dann veranlasst A1 zu verlassen. Was ich da mit der Kündigung (ein Vertrag ohne Bindung!) und mit der Rufnummernmitnahme erlebt habe, darüber kann man ein Buch schreiben. Bis zur Erledigung hat das Ganze 4 Monate gedauert. Dass ein gutes kundenfreundliches Unternehmen wie Yesss von der Telekom geschluckt wird, tut mir in der Seele weh!

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