Experiment: 82 Prozent kaufen Handy ohne Ladegerät

18.01.2013 | 08:40 |   (DiePresse.com)

Der britische Mobilfunker O2 verkaufte ein HTC-Topmodell ohne Ladegerät. Kaum ein Kunde wollte eines dazu kaufen. In Großbritannien existieren angeblich 100 Millionen ungenutzte Ladegeräte.

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Aus Umweltschutzgründen will der britische Mobilfunker O2 in Zukunft keine Ladegeräte mehr zusammen mit Handys verkaufen. In einem Feldversuch hatte der Anbeiter das Android-Smartphone HTC One X+ ohne Ladegerät verkauft. Das war für 82 Prozent der Kunden auch in Ordnung. Nur ein geringer Teil holte sich das Zubehör. Damit wurden die Erwartungen des Unternehmens übertroffen. Es wurde geschätzt, dass 70 Prozent auf das Ladegerät verzichten können.

100 Millionen ungenutzte Ladegeräte

Nach Schätzungen sollen in Großbritannien 100 Millionen ungenutzte Ladegeräte existieren. Diese landen irgendwann auf dem Müll, das Insgesamt 18.700 Tonnen entsprechen würde. Der Anbieter will seinen Teil zum Umweltschutz beitragen und bis 2015 kein Handy mehr mit Ladegerät verkaufen. Da der Großteil der Geräte inzwischen mit dem de-facto-Standard Micro-USB ausgeliefert wird, lassen sich Ladegeräte untereinander austauschen. Und das Handy lässt sich auch über einen USB-Anschluss am PC oder Laptop laden.

Kunden empfänglich für Umweltschutz

"Die Lektion für die Branche aus diesem Pilotprojekt ist, dass Konsumenten sehr empfänglich für die Nachricht sind, dass sie der Umwelt helfen können, indem sie den nutzlosen Kauf von Ladegeräten vermeiden", sagt Ronan Dunne, Geschäftsführer von O2 Großbritannien. Er würde sich wünschen, dass auch andere Anbieter diesen Kurs verfolgen.

 

(Red.)

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33 Kommentare
 
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Re: Super Werbegag...

Die Produktionskosten des Netzteils sind minimal. Der zusätzliche Gewinn ausgesprochen marginal, da es sich ja auch nur (wenn mal komplett umgesetzt) um 50-60% der Geräte handelt.

Und falls doch: gut gemacht. Der Umwelt schadet's sicher net!

Re: Re: Super Werbegag...

Die Herstellungskosten für ein Netzteil sind sicherlich nicht mehr als 1 Euro und wird für 10 verkauft. Im Einkauf wird es wohl nicht mehr als 2 Euro kosten.

Sowieso ist es schön langsam unnötig Ladegeräte dazuzugeben, weil die meisten Leute sowieso schon mehrere haben. Das als Umwelt-Initiative darzustellen ist aber etwas zu dick aufgetragen. Generell werden Konsumenten für blöd gehalten.

Das ist doch

eine begrüßenswerte Aktion. Wie bereit So Ren gepostet hat, liegen auch bei uns sicher ein halbes Dutzend alter ladegeräte rum.

Das hat man nun vom einheitlichen Ladestecker

Keiner will mehr ein neues Ladegerät kaufen. Das lässt die Wirtschaft schrumpfen und kostet Arbeitsplätze.

nachvollziehbar

Seitdem die Ladegeräte genormten Micro-USB Stecker haben kein Problem.

ich habe noch ein halbes Dutzend alte Ladegeräte Zuhause die ich entsorgen kann. Da hat jeder seinen eigenen Stecker verwendet.

jetzt tanzt nur noch Apple aus der Reihe aber die machen sowieso was sie wollen.

Re: nachvollziehbar

witziger weise haltet da die EU schön ihr M***, dass Apple weiterhin seinen eigenen Mist verwendet und sich nicht an die Norm für Ladegeräte hält...

Re: Re: nachvollziehbar

Unsinn. Apple war sogar einer der allerersten Hersteller mit Geräten, die über USB geladen werden können. Einen Adapter oder Kabel braucht man halt, aber kein extra Netzgerät. Über den Apple-Anschluss werden fünf oder sechs Standard-Schnittstellen geleitet, da kann man nicht für jede eine eigene Buchse machen.

Re: Re: nachvollziehbar

Liegt daran, dass der Vertrag nicht vorschreibt, dass man Micro USB-Ladebuchsen in den Geräten verbauen muss. Es reicht auch einen Adapter mitzuliefern, der es dann ermöglicht betreffendes Gerät an einem Micro-USB Ladegerär zu laden. Darauf beruft sich Apple (in dem Fall leider zurecht)

Eine typisch österreichische Lösung eben, nur diesmal auf EU-Ebene ;)

 
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