Null-Euro-Handys: Gratis kann teuer kommen

25.04.2013 | 08:52 |   (DiePresse.com)

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich die Smartphone-Angebote der Mobilfunker genauer angesehen und rät zur Vorsicht.

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"Gratis heißt nicht kostenlos", warnt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und rät Smartphone-Käufern: "Wer vorher rechnet, kann später sparen." Für die Mai-Ausgabe des "Konsument"-Magazins haben die Verbraucherschützer Schnäppchen-Angebote der Netzbetreiber angesehen und festgestellt: "Geschenkte Handys sind nicht in jedem Fall ein gutes Geschäft für den Kunden."

Am österreichischen Mobilfunkmarktes sind viele Geräte, auch teure Smartphones, SIM-locked, also nur im Netz eines bestimmten Betreibers verwendbar, erhältlich, dafür kosten sie in der Anschaffung wenig bis gar nichts. Allerdings seien solche Angebote immer mit einem konkreten Tarif kombiniert, an den die Käufer in der Regel zwei Jahre gebunden sind. Außerdem müsse man das Gerät bei einem Anbieterwechsel kostenpflichtig entsperren lassen, berichtete der "Konsument".

Bei der Erhebung im März konzentrierten sich die Konsumentenschützer auf aktuelle Modelle "aus der Oberliga" wie das Samsung S3 (das S4 war noch nicht verfügbar), das iPhone 5 oder das Sony Xperia Z. Es ging nicht um einen aktuell gültigen Vergleich der sich rasch ändernden Offerte, sondern um das Aufzeigen von Details, die Kunden beachten sollten. Online-Rabatte, Bonuspunkte, Freiminuten ins eigene Netz, Zusatzpakete, freie Roamingminuten oder kurzfristige Aktionen wurden ebenso unberücksichtigt gelassen wie Wertkartentarife.

Doppelt so viel pro Monat

Laut den Berechnungen der Tester, auf welche Summe sich ein Tarif mit Null-Euro-Smartphone inklusive aller Nebenkosten innerhalb von zwei Jahren beläuft, "kommt man zum Beispiel bei A1 auf 1524,90 Euro für das iPhone 5 oder das Sony Xperia Z, bei Drei auf 1049 Euro." Bei A1 summiere sich die monatliche Grundgebühr auf fast 60 Euro, derselbe Tarif (A1 Smart 3) betrage nur 30 Euro, wenn man ein bezahltes Handy benützt.

"Es wird deutlich, dass zwar das Objekt der Begierde in der Werbung als verlockendes Schnäppchen präsentiert wird, dass aber über die damit verknüpften Tarife die Kosten im Laufe von 24 Monaten locker wieder hereingespielt werden", resümierten die Konsumentenschützer. Für weniger als 30 Euro pro Monat finde man keine Top-Geräte unter den Null-Euro-Smartphones bzw. müsse man bei den günstigeren Tarifen das Gerät anteilig bezahlen. Die Diskontanbieter nehmen die teuren Modelle erst gar nicht ins Angebot.

An Nutzungsgewohnheiten orientieren

Die mit den Null-Euro-Smartphones verknüpften Tarife sind üppig mit Freiminuten und Datenvolumen bestückt. Dabei sollten Kunden ihre Nutzungsgewohnheiten hinterfragen: Wer mit 1000 Gesprächsminuten im Monat auskommt, muss nicht unbedingt für 3000 Minuten zahlen. Wer sich auf E-Mails beschränkt, findet schon mit schlanken 100 MB im Einsteiger-Smartphonetarif das Auslangen.

Eine Alternative ist SIM pur: Man kauft sich ein für alle Netze offenes Gerät und sucht sich dann den passenden Tarif. Mit A1, Bob, Drei, Orange, Redbull Mobile, Telering, T-Mobile, s-Budget und Yesss stehen gleich neun Provider zur Verfügung, die Smartphone-Tarife als SIM pur offerieren.

Kunden sollten vor Vertragsabschluss folgende Fragen stellen (egal ob sie einen Tarif mit oder ohne Gratis-Smartphone wählen), raten die Konsumentenschützer: Wie hoch ist die monatliche Grundgebühr? Wie hoch sind die Zusatzkosten (Aktivierungsgebühr, Servicepauschale)? Wie hoch sind die Gesamtkosten nach zwei Jahren? Welche Bindungsfrist gibt es? Entspricht der Tarif hinsichtlich Kosten und Leistungsumfang den eigenen Möglichkeiten und Bedürfnissen? Wie viel kostet das Entsperren des Smartphones und ab wann ist dies laut Vertrag möglich?

 

(APA)

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20 Kommentare

Alte Geschichte mit kriminellem Hintergrund

Wer ein Gerät um Null Euro anbietet und damit ein Kreditgeschäft (für das er keine Konzession hat) verbirgt, hat sich nach dem Bankwesengesetz, und wahrscheinlich auch der Wucherei, schuldig gemacht und muss auch von der FMA verfolgt und abgemahnt bzw bestraft oder aus dem Verkehr gezogen werden.

Ja, in einem ordentlichen Rechtsstaat wäre das so.

Aber hierzulande?

wow, die erkenntnis des jahres!

krone und orf haben sich zu einer studie zusammengetan und die apa pärsentiert das ergebnis?

stimmt

mein Nokia war sogar noch mit 600 als freies Handy billiger als mit den div. Vertragstarifen plus Aufzahlung.

selbst schuld wer drauf reinfällt!

man muss ja nicht unbedingt ein genie sein um zu verstehen, dass sich eine firma ,die ein handy, das für gewöhnlich 600+ kostet um 0 euro hergibt ,diese entgangenen 600 euro auf einen anderen weg wieder reinholen wird.

meiner meinung nach macht jeder der in österreich und seinem extremst hart umkämpften handymarkt mehr als 20euro im monat für mobiltelefonie ausgibt irgendetwas falsch.

aber wenn man die verträge nicht vergleicht ist man selbst schuld. das dauert dsnk internet nicht mal eine halbe stunde.

Re: selbst schuld wer drauf reinfällt!

nicht alle denken so weit. hab mir vor 2 Jahren ein Handy für 450€ gekauft mit bob Vertrag. Meine Mutter meinte mir geht es wohl zu gut, aber dass sie mit ihren 30€/Monat letztendlich mehr ausgibt als ich verstand sie nicht...

10 2

lückenfüller?

bei uns muss jeder 9 jahre in die schule und wird dort auch 9 jahre mathematikunterricht besuchen.
wenn ich mir dann was kaufe vergleiche und kalkuliere ich verschiedene optionen. zumindest wurde ich so erzogen und es so gelehrt. wenn ich unterm strich dann verschiedene zahlen habe macht den rest der hausverstand.
daher frage ich mich wozu dieser artikel. als Entscheidungshilfe für leute die nicht rechneb können? die können dann aufgrund nicht vorhandener Schulbildung auch nicht lesen.
just my 2 cents

Re: lückenfüller?

Für Leute eben, die weder "rechneb" noch "schreibeb" können...

8 0

die

Zeiten der subventionierten und somit gesperrten 0 Euro Handys wird sowieso bald vorbei sein.

Ein freies Smartphone nach jeweiligen Geschmack und Preis zu kaufen, eine 7 - 10 € / Mo. Sim ohne Bindung, das ist die Zukunft.

gut zu wissen

Also verschenken die Mobilfunkanbieter gar keine Handys?
Da werde ich am besten gleich meine Kinder Jenny und Kevin aufklären.
Danke Konsumentenmagazin und danke werte Presse für den beinharten Aufklärungsjournalismus!

Re: gut zu wissen

Sagen Sie es bitte auch dem Patrick und der Nicole!

11 0

Re: gut zu wissen

Kevin und Jenny? ich dachte Chantal, chaqueline und Justin ;)

4 0

Re: Re: gut zu wissen

Britney (!) net vergessen!! :D

Re: gut zu wissen

hahaha

handy auf ratenzahlung

das handy kauft man auf teure raten

10 2

Sind wir schon wieder nahe dem Sommerloch...

oder wie sonst kann es sein, dass ein derart oft durchgekautes Thema wieder seinen Weg in die (Tech-)Schlagzeilen findet?
Ich bin überzeugt ich könnte in wenigen Minuten eine vielzahl nahezu identer Artikel finden, wenn ich wollte.

ein mündiger Bürger kann vertragsdauer x monatl. Gebühr = ausrechnen

wer das nicht kann, hat wahrscheinlich einen Sachwalter.

wer das ignoriert, ist selbst Schuld.

aber wenn ich mir in der Wiener u-Bahn ansehen muss, dass potentielle sozialhilfeempfanger mit teuren smartphonesnrumlaufen, kann es in Österreich keine Armut geben.

Re: ein mündiger Bürger kann vertragsdauer x monatl. Gebühr = ausrechnen

Jemand, der so klug ist wie Sie, kann natürlich nur naserümpfend auf den Pöbel in der U-Bahn herab blicken. Misera contribuens Plebs. Irgendwer muß ja den Konzernen und Aktionären fette Gewinne bescheren, damit sich gestresste Manager kriminelle Boni genehmigen können...

14 0

Re: ein mündiger Bürger kann vertragsdauer x monatl. Gebühr = ausrechnen

Entschuldigung aber welches Unternehmen oder Regierung will mündige Bürger ????

14 0

Re: ein mündiger Bürger kann vertragsdauer x monatl. Gebühr = ausrechnen

Kommt immer drauf an wo die Prioritäten im Leben liegen :) Die von ihnen genannten Leute würden eher ein paar Tage ohne Essen auskommen als auf ihr Statussymbol verzichten

Re: ein mündiger Bürger kann vertragsdauer x monatl. Gebühr = ausrechnen

Ein weiteres Indiz, dass es in Österreich wenig bis keine Armut gibt, ist, dass der Parkplatz des Sozialmarkts um die Ecke immer voll ist.

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