Null-Euro-Handys: Gratis kann teuer kommen

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich die Smartphone-Angebote der Mobilfunker genauer angesehen und rät zur Vorsicht.

NullEuroHandys Gratis kann teuer
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NullEuroHandys Gratis kann teuer – (c) REUTERS (� Kim Kyung Hoon / Reuters)

"Gratis heißt nicht kostenlos", warnt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und rät Smartphone-Käufern: "Wer vorher rechnet, kann später sparen." Für die Mai-Ausgabe des "Konsument"-Magazins haben die Verbraucherschützer Schnäppchen-Angebote der Netzbetreiber angesehen und festgestellt: "Geschenkte Handys sind nicht in jedem Fall ein gutes Geschäft für den Kunden."

Am österreichischen Mobilfunkmarktes sind viele Geräte, auch teure Smartphones, SIM-locked, also nur im Netz eines bestimmten Betreibers verwendbar, erhältlich, dafür kosten sie in der Anschaffung wenig bis gar nichts. Allerdings seien solche Angebote immer mit einem konkreten Tarif kombiniert, an den die Käufer in der Regel zwei Jahre gebunden sind. Außerdem müsse man das Gerät bei einem Anbieterwechsel kostenpflichtig entsperren lassen, berichtete der "Konsument".

Bei der Erhebung im März konzentrierten sich die Konsumentenschützer auf aktuelle Modelle "aus der Oberliga" wie das Samsung S3 (das S4 war noch nicht verfügbar), das iPhone 5 oder das Sony Xperia Z. Es ging nicht um einen aktuell gültigen Vergleich der sich rasch ändernden Offerte, sondern um das Aufzeigen von Details, die Kunden beachten sollten. Online-Rabatte, Bonuspunkte, Freiminuten ins eigene Netz, Zusatzpakete, freie Roamingminuten oder kurzfristige Aktionen wurden ebenso unberücksichtigt gelassen wie Wertkartentarife.

Doppelt so viel pro Monat

Laut den Berechnungen der Tester, auf welche Summe sich ein Tarif mit Null-Euro-Smartphone inklusive aller Nebenkosten innerhalb von zwei Jahren beläuft, "kommt man zum Beispiel bei A1 auf 1524,90 Euro für das iPhone 5 oder das Sony Xperia Z, bei Drei auf 1049 Euro." Bei A1 summiere sich die monatliche Grundgebühr auf fast 60 Euro, derselbe Tarif (A1 Smart 3) betrage nur 30 Euro, wenn man ein bezahltes Handy benützt.

"Es wird deutlich, dass zwar das Objekt der Begierde in der Werbung als verlockendes Schnäppchen präsentiert wird, dass aber über die damit verknüpften Tarife die Kosten im Laufe von 24 Monaten locker wieder hereingespielt werden", resümierten die Konsumentenschützer. Für weniger als 30 Euro pro Monat finde man keine Top-Geräte unter den Null-Euro-Smartphones bzw. müsse man bei den günstigeren Tarifen das Gerät anteilig bezahlen. Die Diskontanbieter nehmen die teuren Modelle erst gar nicht ins Angebot.

An Nutzungsgewohnheiten orientieren

Die mit den Null-Euro-Smartphones verknüpften Tarife sind üppig mit Freiminuten und Datenvolumen bestückt. Dabei sollten Kunden ihre Nutzungsgewohnheiten hinterfragen: Wer mit 1000 Gesprächsminuten im Monat auskommt, muss nicht unbedingt für 3000 Minuten zahlen. Wer sich auf E-Mails beschränkt, findet schon mit schlanken 100 MB im Einsteiger-Smartphonetarif das Auslangen.

Eine Alternative ist SIM pur: Man kauft sich ein für alle Netze offenes Gerät und sucht sich dann den passenden Tarif. Mit A1, Bob, Drei, Orange, Redbull Mobile, Telering, T-Mobile, s-Budget und Yesss stehen gleich neun Provider zur Verfügung, die Smartphone-Tarife als SIM pur offerieren.

Kunden sollten vor Vertragsabschluss folgende Fragen stellen (egal ob sie einen Tarif mit oder ohne Gratis-Smartphone wählen), raten die Konsumentenschützer: Wie hoch ist die monatliche Grundgebühr? Wie hoch sind die Zusatzkosten (Aktivierungsgebühr, Servicepauschale)? Wie hoch sind die Gesamtkosten nach zwei Jahren? Welche Bindungsfrist gibt es? Entspricht der Tarif hinsichtlich Kosten und Leistungsumfang den eigenen Möglichkeiten und Bedürfnissen? Wie viel kostet das Entsperren des Smartphones und ab wann ist dies laut Vertrag möglich?

 

(APA)

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