"Refugee Hackathon" - Kollektives App-Entwickeln

In zahlreichen Städten, auch in Wien werden im Oktober sogenannte Hackathons abgehalten. Zweck ist, Apps für Flüchtlinge und Helfer zu entwickeln.

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Bloomberg

Über WhatsApp oder Viber halten Menschen auf der Flucht Kontakt zu Familien und Freunden. Freiwillige Helfer wollen jetzt die zentrale Rolle des Smartphones für Flüchtlinge nutzen, um gezielter und wirksamer als bisher auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Auf "Refugee Hackathons" in Berlin und Wien sollen Apps dafür entwickelt werden.

Beim "Refugee Hack Vienna" sollen sich Webentwickler und Grafikdesigner von 9. bis 11. Oktober treffen und gemeinsam an Software arbeiten, mit der Flüchtlinge in Österreich leichter Zugang zu Hilfe bekommen sollen. Ein wenig später soll es in Berlin am 24. und 25. Oktober eine ähnliche Veranstaltung geben. Es hätten sich dafür schon 100 Programmierer, Designer und Flüchtlingsexperten angemeldet, sagte die Initiatorin Anke Domscheit-Berg.

Direkte Schnittstellen, statt Stillstand

Die Apps sollen die tausenden Flüchtlinge mit der großen Zahl an privaten Helfern verbinden. Damit ließen sich künftig Nadelöhre umgehen und die Helfer werden direkt und ohne Umschweife mit den Flüchtlingen verbunden. "Wenn wir es mit digitalen Lösungen schaffen, die vorhandene Hilfsbereitschaft in unserem Land noch besser zu koordinieren, dann lässt sich selbst bei einem versagenden Staat diese Mammutaufgabe gemeinsam bewältigen", erklärt Domscheit-Berg gegenüber der DPA.

Eine Feature könnte etwa eine Börse sein, bei der ein Flüchtling um ein Kinderbett bitten oder einen Sprachenlehrer suchen kann, sagte Domscheit-Berg gegenüber der APA. Ein solcher Austausch helfe auch dabei, private Hilfsorganisationen zu entlasten.

Der "Refugee Hack" sollen teils bereits bestehende Apps optimiert werden und flächendeckend anwendbar. Derzeit sind vorrangig regionale Anwendungen verfügbar. Bei der dreitägigen Veranstaltung sollen Anforderungen analysiert und koordiniert werden.

>> Anmeldung für den "Refugee Hack" in Wien

 

(APA/DPA/Red. )

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