Samsung präsentiert "High Power"-Tablets statt Galaxy S8

Ein Android- und ein Windows-10-Tablet haben die Südkoreaner ebenso im Gepäck wie das Versprechen, die Sicherheitsstandards in der Produktion zu erhöhen.

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(c) Samsung

Mit dem Galaxy Tab S3 bringt Samsung eins von zwei neuen Tablets zum Mobile World Congress. Die Präsentation des Galaxy S8, das eigentlich erwartungsgemäß die Mobilfunkmesse in Barcelona hätte mit einleiten sollen, wurde auf Ende März verschoben. Am 29. März wird es gezeigt und soll wieder den "hohen Sicherheitsstandards" von Samsung entsprechen. Denn auch die Präsentation der neuen Tablets wurde mit einem kleinen Rückblick auf die Note-7-Misere eingeleitet, wobei das Unternehmen pflichtgemäß auch versucht hat, das Positive daraus abzuleiten. Samsung verspricht verbesserte Standards und Sicherheitsvorkehrungen.

"Die letzten sechs Monate haben uns gelehrt, weitere Sicherheitsschritte zu setzen - insbesondere hinsichtlich der Akku-Sicherheit - nicht nur für uns, sondern für die gesamte Industrie", erklärte David Lowes im Zuge der Präsentation. Immerhin fertigt Samsung nicht nur für sich, sondern unter anderem auch für Apple.

Mit dem Galaxy Tab S3 wirft Samsung ein neues Oberklasse-Tablet auf den Markt, das mit Tastatur und überarbeitetem S Pen ausgestattet ist. Im Gegensatz zum Note 7 hat der Stift aber keinen Einschubplatz im Gehäuse.

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Das Gerät hat ein Amoled-Display mit 9,7 Zoll und ist damit gleich groß wie die iPads von Apple. Das Display, das in ein Glasgehäuse gefasst ist, löst mit 2048 x 1536 Pixeln auf. Der Bildschirm unterstützt wie auch das LG G6, das ebenfalls am Sonntag in Barcelona präsentiert wurde, HDR. Wie auch das Huawei Mate 9 hat das Tablet der Koreaner einen Blaulicht-Filter, der dafür sorgen soll, dass bei nächtlichem Surfen der Schlaf nicht gestört wird.

Für die nötige Leistung sollen ein Snapdragon-820-Prozessor von Qualcomm und vier Gigabyte RAM sorgen. Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte für ein Tablet relativ knapp bemessen, kann aber mittels microSD-Karte erweitert werden. Wer nicht auf die Cloud setzt, wird auch bald ausweichen müssen, wenn man bedenkt, dass die verbaute Kamera mit 13 Megapixel auflöst und die Fotos dementsprechend Platz brauchen. Videos können auf dem Android-7.0-Gerät in 4K aufgenommen und auch wiedergegeben werden.

War USB-Typ-C beim Mobile World Congress 2016 eher noch eine Randerscheinung, zählt der Port bereits zum Standard. Der 6.000-mAh-Akku kann darüber und dank Quick-Charge sehr schnell geladen werden. Samsung verspricht eine Ausdauer von bis zu 12 Stunden Videowiedergabe.

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Trotz der rückläufigen Zahlen am Tablet-Markt - selbst Apple hat in diesem Bereich mit dem iPad nur Rückgänge in den letzten zwei Jahren verzeichnet - wird Samsung auch ein Windows-10-Tablet auf den Markt bringen.

Beide Geräte, das Galaxy Tab S3 und das Galaxy Book, erheben den Anspruch, vollwertige Laptops in Kombination mit Tastatur und S Pen ersetzen zu können. Das Galaxy Book kommt im Gegensatz zum Tab S3 in zwei verschiedenen Ausführungen auf den Markt, die sich nicht nur in der Größe voneinander unterscheiden.

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Die 10,6-Zoll-Variante ist mit einem Intel-Prozessor (Intel Core m3) sowie vier Gigabyte RAM ausgestattet. Wahlweise stehen 64 oder 128 Gigabyte RAM zur Auswahl. Kamera wurde nur eine verbaut, nämlich an der Frontseite mit fünf Megapixel. Das Gerät gibt es entweder mit WiFi-only oder LTE.

Die 12-Zoll-Variante präsentierte Samsung gemeinsam mit Microsoft als "High Power PC in einem Tablet". Ein Windows-10-Gerät das 745 Gramm auf die Waage bringt und als WiFi/LTE-Version auf den Markt kommen wird. Das Galaxy Book bietet neben microSD-Slot zwei Speicher-Varianten: Entweder mit vier Gigabyte RAM und 128 Gigabyte Speicher oder acht Gigabyte RAM und 256 Gigabyte. Bei den Anschlüssen hat Samsung zwei USB-Ports (Typ C) verbaut. Damit die beiden Tablets auch tatsächlich zu vollwertigen Laptops werden, braucht es eine Tastatur. Diese sogenannte Pogo-Tastatur (fixiert über Pins und nicht über Magnete) wird zusätzlich verkauft.

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Der Stift selbst wurde überarbeitet und soll nicht geladen werden müssen. Einzig, dass er in den deutlich dickeren Geräten (im Vergleich zum Note 7) nicht im Gehäuse Platz gefunden hat. Das liegt auch daran, dass der Stift selbst deutlich dicker geworden ist. Das hat den Vorteil, dass er sich besser halten lässt. Erstmals kommt ein Windows-Gerät mit den S-Pen-Funktionalitäten von Samsung auf den Markt.

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Wer das Gefühl eines echten Stifts dennoch vermisst, hat durch die Samsung-Kooperation mit Stifte-Hersteller Staedtler eine neue Option. Der S Pen wurde in die Bleistift-Holzummantelung gepackt. Gleiche Länge und Dicke wie bei einem herkömmlichen Stift.

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(c) diepresse.com/Barbara Grech

Erster Eindruck: Samsung hat trotz rückläufiger Zahlen am Tablet-Markt zwei hochwertige Tablets auf den Markt gebraucht. Das Tab S3 und das Galaxy Book sind aufgrund des Zubehörs vielmehr als Mischform der Geräteklassen Tablet und PC anzusehen. Ob sie auch im Praxistest bestehen, bleibt abzuwarten. Ende März sollen die Geräte in den Handel kommen. Das Tab S3 soll laut ersten Informationen 700 Euro kosten. Samsung selbst nannte noch keine konkreten Preise.

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