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Wird Nokia einen iPad-Konkurrenten ankündigen?
Williams: Das überlasse ich unserem CEO (lacht). Ich möchte nicht derjenige sein, der in der Presse neue Dinge ankündigt. Alles was ich sagen kann, ist, dass in diesem Bereich gerade sehr viel passiert. Es stellt sich aber die Frage, ob es zwischen Netbook und Smartphone tatsächlich eine Lücke zu füllen gibt. Ich weiß es nicht. Geräte wie Kindle sind bereits sehr erfolgreich. Es gibt Hersteller, die einfach alles ausprobieren. Wir wollen aber nicht allen alles bieten. Einfach Geräte herzustellen, nur weil das gerade alle tun, gehört nicht zu unserer Strategie, würde ich sagen.
Was halten Sie persönlich vom iPad?
Williams: Ich bin nicht ganz sicher. Ich habe noch keines gesehen. Ich muss mich aber an Kommentare zum Start des Booklets (Nokias Netbook, Anm.) erinnern: Das sei ja weder das eine (Handy, Anm.), noch das andere (Notebook, Anm.), hieß es. Ich denke das wird auch für Apple eine Herausforderung, iPhone-Nutzern zu erklären, wofür sie ein iPad brauchen. iPhone, Macs und MacBooks sind sehr beliebt - die Marke ist sehr stark. Es wird also natürlich Leute geben, die Steve Jobs (Apple-Chef, Anm.) für jedes neue Produkt Geld geben würden. Ich glaube aber nicht, dass das iPad eine so große Durchschlagskraft haben wird, wie das iPhone.
Glauben Sie, dass Microsoft mit Windows Phone 7 am Smartphone-Markt eine Chance hat?
Williams: Microsoft hatte Schwierigkeiten am Smartphonemarkt von vielen Kunden angenommen zu werden. Jetzt gibt es Apple, Android, Meego, Symbian, Windows, Blackberry - es wird ein hartes Jahr, mal sehen.
Welches Handy nutzen Sie privat, Herr Williams?
Ein Nokia E72, weil ich sehr viele E-Mails und SMS verschicke. In New York verwende ich ein N97 Mini. Ich brauche die physische Volltastatur, ich kann auf Touchscreens einfach nicht tippen.
Wird es am Ende nur ein bis zwei Gewinner geben?
Williams: Ja, ich denke, es wird vielleicht zwei oder drei geben. Wir werden unsere ganze Kraft auf Qt und die Entwicklung lokaler Apps konzentrieren. In Kroatien ist Fernsehen zum Beispiel so beliebt, dass man kaum ohne eine entsprechende lokale App auskommen würde. Wir haben eine.
Wird Nokia mehr zu einem Internet-Unternehmen?
Williams: Es ist schwierig mit dem Internet Geld zu machen. Auch unsere Maps-Lösung ist kostenlos. Aber es ist auch viel wichtiger, was Entwickler mit dieser Technologie machen, um den Nutzern Mehrwert zu bieten.
Ist Google direkter Konkurrent?
Williams: Vielleicht bei der kostenlosen Maps-Navi-Lösung. Google hat das aber nur in den USA gestartet, wir stellen es weltweit zur Verfügung. Hier haben wir sehr viel Boden gut gemacht. Noch vor 18 Monaten hätten wir nicht über dieses Thema gesprochen. Der Kampf mit unseren traditionellen Konkurrenten (Apple, Anm.) wird viel härter. Wir wissen nicht, wie lange es brauchen wird, eine konkurrenzfähige Hardware-Software-Kombination inklusive Apps aufzubauen. Das kann sehr lange brauchen und das ist uns bewusst. Die anderen Hersteller wie Sony Ericsson, Samsung und LG werden auch versuchen mitzuspielen. Sie werden aber nicht schnell genug sein.
Welchen Effekt wird Ihrer Meinung nach, die kostenlose Navi-Lösung für Ovi Maps auf den Navigations-Markt haben?
Williams: Ja, das wird vieles ändern. Die Kurse der Hersteller sind nach der Ankündigung eingebrochen. Aber auch die Reaktion der Händler, war nicht so positiv. Es geht aber gar nicht so sehr um die Navigation. Die braucht man vielleicht ein, zweimal im Monat, wenn man wo ist, wo man noch nie war. Was viel häufiger zum Einsatz kommt, sind die Plugins für Maps. Wie etwa das passende Wetter zum aktuellen Standort oder die billigsten Restaurants in der Nähe.
Das bekommt man aber auch alles von Google.
Williams: Ja, aber hier könnten die Mobilfunker eine Rolle spielen. Für die ist Google nämlich keineswegs kostenlos. Sie müssen eine Menge Daten übertragen, was teuer ist und die Netzwerke teilweise bereits überlastet. Bei Nokia sind die Datenmengen nicht so groß, weil das Kartenmaterial größtenteils offline verfügbar ist. Google könnte die Mobilfunker bis zu sechsmal mehr kosten.
Hat sich der Musikdienst für Nokiahandys "Comes with Music" zum iTunes-Konkurrenten entwickelt, oder bleibt der Dienst hinter den Erwartugen zurück?
Williams: In manchen Märkten ist es sehr erfolgreich. Wir haben verabsäumt eine einheitliche Lösung für alle zu finden. In Österreich hatten wir sehr hohe Erwartungen, die nicht so ganz erfüllt wurden. Die Musikindustrie ist aber zufrieden.
Gibt es Nutzungszahlen von Comes With Music in Österreich?
Williams: Wir geben leider keine lokalen Zahlen bekannt. Zumindest wird es von Barbara (Barbara Fürchtegott, Pressesprecherin, Anm.) und mir verwendet - also zumindest von zwei Nutzern (lacht).
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