HTC Legend: Edles Smartphone mit ''Haben will''-Faktor

Dezent, aber ansprechend verpackt schickt HTC sein neues Android-Smartphone Legend an seine Kunden aus. Das bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellte Modell sorgte dort aufgrund seines Aussehens schon für Aufsehen. DiePresse.com konnte das stilsicherste aller aktuellen Smartphones ausführlich testen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Besonderer Hingucker ist das Gehäuse des Legend. Gefräst aus einem einzigen Block Aluminium gibt es dem Gerät eine besonders wertige und stabile Aura. Auf der Rückseite befinden sich Lautsprecher, Kamera-Linse und LED-Blitz. Fotos werden mit 5 Megapixel aufgenommen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Damit man überhaupt an wichtige Dinge wie SIM-Karte, MicroSD-Karte und Akku herankommt, muss man eine kleine Abdeckung abnehmen. Diese lässt sich leider nur mit etwas Fingerspitzengefühl wieder einsetzen, was man komfortabler hätte gestalten können. Für die Schönheit des Geräts muss der Benutzer offenbar leiden.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

HTC-typisch besitzt auch dieses Android-Gerät den klassischen Knick an der Unterseite. Er ist allerdings weniger stark ausgeprägt als etwa beim Vorgängermodell "Hero". Das Legend liegt senkrecht hervorragend in der Hand, nutzt man es aber im Querformat, wirkt sich der Knick leicht störend aus.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Bisher galt ja das iPhone als Maß der Dinge, was stylische Smartphones anbelangt. Mit dem Legend ist HTC in Sachen Design aber ein großer Wurf gelungen. Im Vergleich zu den klaren Linien des Android-Geräts wirkt das iPhone ein wenig altbacken. Das könnte sich aber heuer noch ändern - für Ende Juni wird das nächste Modell erwartet.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Statt wie bisher einen Trackball einzusetzen, verwendet HTC beim Legend und auch beim ebenfalls demnächst erscheinenden Desire einen optischen Joystick. Dieser arbeitet verlässlich und reagiert flott und präzise, wenn man seinen Daumen darüber bewegt.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Auch als Designelement kann der optische Joystick punkten. Obwohl er ein wenig an das ominöse "Auge" des Computers HAL 9000 aus "2001: Odyssee im Weltraum" erinnert.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Durch Wegfall des Trackball musste die LED für Benachrichtigungen woanders platziert werden. Bei bisherigen Android-Geräten blinkte der Trackball weiß, wenn eine neue E-Mail oder SMS eingetroffen sind.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Der Benachrichtigungen gibt es übrigens viele. Am oberen Bildschirmrand wird man darüber informiert, dass man je eine neue E-Mail auf Googles E-Mail-Dienst Gmail und einem anderen E-Mail-Konto erhalten hat, sich etwas neues auf Facebook getan hat, ein neuer RSS-Feed verfügbar ist, eine neue SMS eingetroffen ist und das Gerät per USB verbunden ist.

Wie bei HTC üblich, wurde die Benutzeroberfläche nach dem eigenen "Sense"-Konzept angepasst. Dazu gehören auch neue Widgets, Desktophintergründe und die Steuerung für die einzelnen Startbildschirme am unteren Bildschirmrand. Davon gibt es übrigens sieben Stück.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Wer nicht genau weiß, was er auf welchem Startbildschirm platziert hat, kann durch zweimaliges Drücken der "Home"-Taste diese Übersicht aufrufen. Mit einem einfachen Fingerdruck auf den gewünschten Bildschirm kommt man auch schon dorthin.

Wie schon von anderen HTC-Geräten bekannt, zeigt das Uhren-Widget das aktuelle Wetter mit einer kurzen, bildschirmfüllenden Animation an. Aktuell ist es leicht bewölkt, also ziehen kurz Wolken über den Schirm.

Sehr praktisch ist das Wörterbuch für die Texteingabe. Vertippt man sich einmal, macht das Gerät Vorschläge, was man denn vielleicht gemeint haben könnte. Berechnet wird das ganze anhand dessen, welche Tasten im Umfeld der eingetippten Buchstaben liegen.

Im Anwendungsmenü des Legend begegnet man der üblichen Android-Vielfalt. HTC setzt die aktuelle Version 2.1 des Betriebssystems ein, für das man über den Android Market sich zahlreiche Zusatzprogramme herunterladen kann. Leider findet man sich dort aber nur wirklich zurecht, wenn man weiß, wonach man suchen muss.

Eine überaus praktische Anwendung ist der Navigon Mobile Navigator, der Android-Geräte in ein vollwertiges Navi verwandelt. Im Gegensatz zur iPhone-Version darf man die Software auf Android-Modellen 30 Tage lang gratis testen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Ein Smartphone muss natürlich auch den Webzugang beherrschen. Der vorinstallierte Browser leistet passable Dienste, so richtig Spaß macht die Sache aber erst mit anderen Produkten, wie etwa dem hier gezeigten Dolphin-Browser oder Opera Mini.

Heutzutage sind natürlich auch Anbindungen an Facebook und Twitter Pflicht. Über ein eigenes Widget lassen sich Statusmeldungen dieser Dienste direkt auf dem Startbildschirm anzeigen. Natürlich gibt es auch alleinstehende Apps für die jeweiligen Dienste.

Eine der stärken der HTC-Anpassungen ist die Verknüpfung von Telefon-Kontakten mit Facebook-Freunden. Ein kleines Icon gibt Auskunft darüber, ob man mit der jeweiligen Person auch auf Facebook Bekanntschaft geschlossen hat. Die grünen Zahlen geben an, wieviele neue Statusmeldungen die jeweiligen Personen verfasst haben.

Das Legend besitzt einen guten Musikplayer, der unter einem kleinen Manko leidet: Den mitgelieferten Kopfhörern. Sie geben den an sich guten Klang des Geräts nicht wirklich wider und fühlen sich auch nicht allzu hochwertig an. Dank Standard-Anschluss lässt sich das aber beheben.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Ein weiterer Minuspunkt: Das Mikrofon der Freisprecheinrichtung befindet sich dermaßen weit unten, dass man es automatisch zum Mund führt, wenn man sprechen will. Damit wird irgendwie das Konzept des "handsfree", wie Freisprecheinrichtungen auf Englisch genannt werden, ad absurdum geführt.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Der Musikplayer lässt sich auch als Widget auf einen Startbildschirm einbinden und ist auch dann steuerbar, wenn der Bildschirm gesperrt ist. Ebenfalls zu sehen ist auf diesem Bild die "Energiesteuerung", mit der man einzelne Stromfresser des Legend abdrehen kann.

Die eingebaute Kamera nimmt Fotos mit 5 Megapixel auf oder macht VGA-Videos. Der LED-Blitz arbeitet nicht immer zuverlässig und neigt zu unschönen Überbelichtungen. Generell ist die Qualität der Fotos nicht optimal, aber besser als etwa beim iPhone.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Wer seine Bilder gleich mit Geodaten versehen will, kann das mit der Anwendung Footprints machen. Per GPS holt sich das Gerät die aktuelle Position und verknüpft sie mit Fotos, die man gerade macht. So lassen sich etwa Urlaubsreisen leichter nachverfolgen.

Ein Vorteil, den Android gegenüber dem großen Platzhirsch iPhone hat: Multitasking. Obwohl es einen Prozessor mit "nur" 600 Megahertz besitzt, schafft das Legend zahlreiche Anwendungen gleichzeitig zu verwalten. So wechselt man nahtlos zwischen einer Fernsteuerung, dem Webbrowser und den E-Mail-Anwendungen hin und her ohne lästige Wartezeit, bis die jeweilige App wieder geladen ist.

Fazit

Wie immer werden viele die Frage nach dem "iPhone-Killer" stellen. Das Legend weicht der Frage aber elegant aus und kann als eigenständiges, gut durchdachtes Modell aufzeigen. Obwohl es auf dem Papier weniger Leistung hat als etwa das Nexus One von Google bietet es flüssige Bedienung ohne Hänger und Probleme. Das stilsichere Design macht das Legend zu einem Smartphone, das man nur ungern wieder aus der Hand gibt. Das war bei diversen Plastikbombern der Vergangenheit nicht immer so.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Technische Daten

Typus: Brick mit 3,2-Zoll-Display (320 x 480 Pixel)
Kommunikation: HSDPA/EDGE/UMTS, WLAN, Bluetooth
Kamera: 5 Megapixel, LED-Blitz, Auto-Fokus, Geo-Tagging, Videofunktion
Besonderheiten: A-GPS, microSD-Slot
Größe/Gewicht: 112 x 56 x 12 Millimeter
Verfügbarkeit/Preis:ab April, rund 420 Euro (ohne Vertrag). Vier Wochen exklusiv bei A1, danach bei anderen Anbietern.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

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