HTC HD Mini: Der ''Pocket PC'' lebt wieder

Das wohl kompakteste Smartphone aus dem Hause HTC hört auf den passenden Namen HD Mini. Nachdem die letzten Geräte mit Windows Mobile 6.5 eher größere Kaliber waren, wie etwa das HD2, versucht der Hersteller jetzt wieder etwas hosentaschentauglicheres anzubieten. DiePresse.com hat das kleine Smartphone getestet.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Rein äußerlich sieht das Handy aus wie ein geschrumpfes HTC HD oder HD2. Die Rückseite besteht aus einem griffigen Kunststoffteil, der ohne sichtbare Nähte das Gerät umschließt und Aussparungen für die Kamera und den Lautsprecher besitzt. Dank der Materialwahl liegt das HD Mini gut in der Hand.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Unterhalb der Abdeckung zeigt sich eine kleine Überraschung: Das wohl gelbste Smartphone aller Zeiten. Der Deckel lässt sich übrigens nur mit längeren Fingernägeln beziehungsweise einem Kugelschreiber oder ähnlichem Werkzeug gut abnehmen. Hier erhält man Zugang zum MicroSD-Schacht und der SIM-Karte. Letztere lässt sich aber nur nach Entfernen des 1200-mAh-Akkus austauschen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Als Betriebssystem setzt HTC eine eigens angepasste Version von Windows Mobile 6.5 ein, den Nachfahren des "Pocket PC" genannten Microsoft-Betriebssystems. Der Vorteil: Das HD Mini beherrscht dadurch Multitasking und eine exzellente Integration mit Exchange oder anderen Office-Komponenten. Der Nachteil: Die Leistung lässt leider manchmal zu wünschen übrig.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Um der wenig fingerfreundlichen Bedienung von Windows Mobile zu entgehen, hat der Hersteller seine eigene Benutzeroberfläche HTC Sense aufgespielt. Unterhalb des übersichtlichen Startbildschirms gibt es einen weiteren Bildschirm mit Verknüpfungen zu oft genutzten Programmen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Mit dem Daumen scrollt man durch weitere vorgefertigte Bildschirme. Darunter sind etwa der Web-Browser, SMS, E-Mail, Twitter, Kontakte und Foto-Alben. Dank Multitouch und kapazitivem Touchscreen mit 3,2-Zoll gelingt die Steuerung recht gut, allerdings muss man gelegentliche Nachdenkpausen in Kauf nehmen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Fünf Sensortasten am unteren Bildschirmrand erleichtern die Navigation. Neben Tasten für die Telefonfunktion gibt es einen "Zurück"-Knopf, eine Verknüpfung mit dem Startbildschirm, und das Windows-Logo, das ins Programmmenü wechselt.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Im Windows-Menü kommt man zu einigen Einstellungen und weiteren Informationen. Im Alltag mit dem HD Mini wird diese Ansicht aber nur selten benötigt. HTC hat die wichtigsten Funktionen bereits in seinen Sense-Überbau integriert.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Ein trauriges Bild bietet weiterhin der Windows Marketplace for Mobile. Es existieren nur wenige Anwendungen, und die, die es gibt, sind vergleichsweise teuer. Schuld darin sind auch Microsofts hohe Einstiegshürden im Vergleich zu Apples App Store oder dem Android Marketplace.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

E-Mail klappt dank Windows Mobile ausgezeichnet. HTC bietet zwar über den Startbildschirm diese etwas lockere Ansicht, mit der man per Fingergeste durch die einzelnen Nachrichten navigieren kann. Praktisch ist das aber nur bedingt.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Hier zeigen sich die Stärken von Windows Mobile 6.5 beziehungsweise die Integration von Exchange. Für die Fingerbedienung ist diese klassische Ansicht aber nur bedingt geeignet. Ein Stylus, wie er bei anderen Windows-Mobile-Geräten mitgeliefert wird, ist beim HD Mini nicht vorgesehen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Getippt wird über den kapazitiven Touchscreen. Die eher unbrauchbare Bildschirmtastatur, die in Windows Mobile integriert ist, hat HTC angepasst. Tippen klappt recht flüssig, ist aber von der Reaktionszeit, die Geräte mit anderen Betriebssystemen bieten, noch etwas entfernt. Sehr hilfreich ist die integrierte Rechtschreibkorrektur, da die Tasten doch recht klein sind.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Kontakte werden - wie bei allen HTC-Geräten der letzten Monate - gesammelt angezeigt, egal ob es Facebook-Freunde oder Handy-Kontakte sind. Die angepasste Benutzeroberfläche bietet auch die Möglichkeit, Statusmeldungen von Facebook abzufragen. Für Twitter gibt es eine eigene Applikation, die über die Leiste unterhalb des Startbildschirms erreichbar ist.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Der Medienplayer arbeitet, wie man es sich von ihm erwarten würde. In Sachen Klang bietet das HD Mini ordentliche Qualität. Selbst die mitgelieferten Kopfhörer sind in Ordnung, wenn auch etwas dünn und mit wenig Bass.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Ins Internet gelangt man auf dem HD Mini standardmäßig über Opera Mobile 9.7. Offenbar war HTC der in Windows Mobile integrierte Internet Explorer nicht flott genug.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Die Kamera des HD Mini schießt Fotos mit einer Auflösung von 5 Megapixel. Ausgelöst wird ausschließlich über den Touchscreen. Wer unbedingt sich selbst aufnehmen will, kann aber einen Selbstauslöser aktivieren. Videos nimmt das Gerät in VGA-Qualität (640 mal 480 Bildpunkte) auf.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Für das Videoportal YouTube gibt es eine eigens von HTC programmierte Anwendung. Sie bietet den Zugriff auf Favoriten und eine Suchfunktion, mit der man sich seine Lieblingsvideos auf den Bildschirm holen kann.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Die Videoanzeige selbst bringt die Clips auf Vollbildgröße und blendet die Steuerelemente nach ein paar Sekunden wieder aus.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Fazit

Mit dem HD Mini nimmt sich HTC der Kunden an, denen andere Smartphones zu klobig sind. Vermutlich ohne es zu beabsichtigen hat der Hersteller damit den ersten echten "Pocket PC" seit Jahren geschaffen, obwohl das System inzwischen Windows Mobile heißt. Letzteres ist aber die größte Krücke des Gerätes. Es ist reagiert langsam und ist kaum für Fingerbedienung ausgelegt. Dank HTCs Sense-Oberfläche werden die Unzulänglichkeiten aber recht gut kaschiert.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Technische Daten

Typus: Brick mit kapazitivem 3,2-Zoll-Touchscreen (320 x 480 Pixel)
Kommunikation: HSDPA/EDGE/UMTS, WLAN, Bluetooth
Kamera: 5 Megapixel, Auto-Fokus, Geo-Tagging,
Besonderheiten: microSD-Slot
Größe/Gewicht: 104 x 58 x 12 Millimeter
Verfügbarkeit/Preis: 375 Euro ohne Vertrag(c) HTC
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