HTC Desire: Die eierlegende Handy-Wollmilchsau

Das HTC Desire ist das derzeit wohl leistungsstärkste Android-Smartphone auf dem Markt. Bisher gebührte diese Krone dem Nexus One, das zwar von Google vertrieben, aber ebenfalls von HTC gebaut wird. DiePresse.com konnte den Handy-Boliden ausgiebig testen und herausfinden, ob das Gerät wirklich die eierlegende Wollmilchsau ist, als die es angepriesen wird.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Das Gehäuse schmeichelt der Hand und besticht durch schlichte Eleganz und schlankes Design. Dank grifffestem Kunststoff liegt es auch bei den derzeitigen Temperaturen gut in der gelegentlich verschwitzten Hand. Die Materialien kennt man schon seit dem HTC Hero von 2009. Der klassische HTC-Knick, der beim Design-Gerät Legend deutlich stärker ausgeprägt ist, ist beim Desire kaum mehr vorhanden.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

HTC hat sich vom Trackball der früheren Android-Geräte verabschiedet und setzt bei aktuellen Modellen auf optische Joysticks. Es reicht, mit dem Daumen über das "Auge" zu streichen, was korrekt als Richtungsangabe erkannt wird. Die Hardware-Knöpfe bieten die üblichen Android-Funktionen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Unter der leicht zu entfernenden Kunststoffabdeckung verbergen sich SIM-Karte, Micro-SD-Karte und der Akku mit einer Kapazität von 1400 mAh. Um abgebrochene Fingernägel zu vermeiden, besitzen sowohl die Abdeckung als auch der Akku Laschen, um sie leichter entfernen zu können.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Noch ist kein Vergleich mit dem neuen iPhone 4 möglich, gegenüber dem iPhone 3GS macht das Desire aber eine gute Figur. Besonders ins Auge sticht der hervorragende 3,7-Zoll-Bildschirm mit AMOLED-Technologie, der eine Auflösung von 480 x 800 Bildpunkten besitzt. Im Internet surfen und E-Mails lesen klappt damit auch ausgezeichnet und macht Spaß.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Das Display lässt sich nicht nur für die Darstellung von Fotos, Videos und Websites nutzen, sondern etwa auch für Schabernack wie dieses Live-Hintergrundbild im Stil von Super Mario. Es spult automatisch zufällig generierte Level des Spiels ab, ohne dass man selbst eingreifen kann. Der Hintergrund wird aber nicht mitgeliefert, sondern muss erst heruntergeladen werden.
Zum Mario-Hintergrund für Android >>>(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Etwas unsinnig wirkt allerdings die Möglichkeit, seinen aktuellen Standort auf einem Hintergrund anzeigen zu lassen. Eventuell eine Möglichkeit für Menschen, die leicht die Orientierung verlieren, sich nicht zu verirren.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Viel praktischer ist dagegen die neue Navigations-Funktion von Google Maps, die inzwischen auch für Österreich verfügbar ist. Sie funktionierte im Test reibungslos, auch wenn die Sprachausgabe sehr unpersönlich und militärisch zackig ansagt. Die GPS-Antenne des Desire dürfte etwas stärker sein als die des iPhone 3GS, das dem HTC-Gerät (zumindest mit der Navi-App NDrive) immer eine Spur hinterher hinkte.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Ein Problem, das sich das Desire mit allen aktuellen Smartphones teilt: Das Display spiegelt bei Sonnenlicht doch recht stark. Die AMOLED-Technologie sorgt zwar für knackige Farben und hervorragenden Kontrast, ist aber in Sachen Helligkeit etwas schlechter unterwegs.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Solange die Sonne aber nicht auf das Display scheint, kann man sich an farbenprächtigen und sehr scharfen Darstellungen erfreuen. Dank des flotten 1-GHz-Prozessors funktionieren auch grafisch aufwendige Spiele sehr flüssig und reagieren flott auf die Eingaben des Benutzers. Im Android Market finden sich inzwischen viele spannende und unterhaltsame Games, vom einfachen Breakout-Klon wie dieses hier bis zum aufwendigen Auto-Rennspiel.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Im Alltag gefällt das inzwischen weit gediehene Android-Konzept. Immer wieder praktisch: Der Nachrichten-Bereich am oberen Bildschirmrand, der sich per Fingergeste erweitern lässt. Systemnachrichten sowie eingehende SMS oder E-Mails werden hier gesammelt angezeigt. Letztere können über Exchange, Gmail oder jedes beliebige POP3-Konto abgerufen werden.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

HTC setzt auf Android 2.1 mit seiner inzwischen bekannten Benutzeroberfläche HTC Sense. Neben nützlichen Widgets wie diesem Friendstream bietet sie noch eine Reihe an anderen Besonderheiten. Diese sind aber im Vergleich zum von uns bereits getesteten HTC Legend weitgehend ident.

Zum Test des HTC Legend >>>(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Interessantes Detail am Rande: HTC fügt synchronisierten Exchange-Kontakten, die man einmal auf einem HTC-Gerät in die Favoriten aufgenommen hat, eine eindeutige Kennung hinzu. Somit erscheinen sie auch auf einem nagelneuen HTC-Gerät wieder im entsprechenden Widget, sobald man seine Synchronisierungsdaten eingegeben hat. Ob man das jetzt positiv sieht, sei jedem selbst überlassen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Für ein Allround-Gerät ist es natürlich auch wichtig, dass es als guter Medienplayer fungiert. Nicht umsonst laufen Handys immer mehr den klassischen MP3-Playern den Rang ab. Android-Smartphones mussten sich schon bisher in dieser Disziplin nicht verstecken. Es empfiehlt sich aber der Einsatz von anderen Kopfhörern. Die von HTC mitgelieferten klingen leider blechern und dünn.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Auch nicht gerade sinnvoll: Die Freisprecheinrichtung ist vermutlich für Bauchredner optimiert. Erst wenn man das Mikrofon mit einer Hand zum Mund nimmt, funktioniert das Zubehör wie es soll. Allerdings ist dann die Bezeichnung Freisprecheinrichtung ad absurdum geführt.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Auf der Rückseite befindet sich eine Kamera mit fünf Megapixel und LED-Blitz. Sie macht ordentliche, aber nicht sonderlich überragende Bilder. Für eine Handy-Kamera ist sie aber durchaus akzeptabel und für gelegentliche Schnappschüsse sicher ausreichend.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Gesteuert und fokussiert wird über den Touchscreen, ausgelöst mit einem Druck auf den optischen Joystick. Praktischer wäre es gewesen, wenn einer der Lautstärkeknöpfe als Auslöser genutzt worden wäre. Videos schießt das HTC Desire natürlich auch, allerdings nur in WVGA-Qualität.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Sehr praktisch ist der neue Schlanke Stromadapter. Er passt auch in die vollste Verteiler-Steckdose. Alternativ lässt sich das Smartphone auch über jeden USB-Anschluss aufladen. Die Buchse am Gerät entspricht dem Micro-USB-Standard.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Fazit

Die aktuelle Android-Generation bringt Apples Platzhirsch durchaus in Bedrängnis. Derzeit stellt das HTC Desire eine umfassende Allround-Smartphone-Lösung dar. Es ist schnell, liegt gut in der Hand und profitiert von der zügigen Entwicklung des Android-Systems. Wer unbedingt ein iPhone will, wird aber trotzdem eines kaufen. Wer allerdings einfach nach einem leistungsfähigen Smartphone sucht, das viele Nutzungsbereiche abdeckt, sollte das HTC Desire in die engere Wahl einbeziehen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Technische Daten

Typus: Bartype mit 3,7-Zoll-Display (800 x 480 Pixel)
Kommunikation: HSDPA/EDGE/UMTS, WLAN, Bluetooth
Kamera: 5 Megapixel, LED-Blitz, Auto-Fokus, Geo-Tagging
Besonderheiten: A-GPS, microSD-Slot
Größe/Gewicht: 119 x 60 x 12 Millimeter /
Verfügbarkeit/Preis:Erhältlich ohne Vertrag ab 460 EuroHTC
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HTC Desire: Die eierlegende Handy-Wollmilchsau im Test

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