Samsung Galaxy S: Das Android-iPhone

Eines muss man dem iPhone auch als Apple-Gegner lassen: Das Design ist elegant, aber nicht protzig und es gibt kaum ein zweites Display, das sich so angenehm bedienen lässt. Seit Jahren versuchen andere Handyhersteller genau das nachzumachen. In der Regel gelingt das nicht ganz so gut und nicht wenige mussten für ihre "iPhone-Klone" jede Menge Häme einstecken. Samsung hat mit dem Galaxy S die Schokoladenseiten des iPhones ganz besonders dreist abgekupfert und das Ergebnis mit Googles Betriebssystem Android kombiniert. Mit kleinen Abstrichen eine der derzeit besten iPhone-Alternativen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Mit 9,9 Millimetern Dicke ist das Galaxy S sogar noch ein wenig dünner als das Vorbild und mit 119 Gramm auch leichter. Der Hochglanz-Akkudeckel ist wie zu erwarten war ein Fingerabdruck-Magnet, was durch die dezente Musterung ein wenig abgemildert wird. Im Unterschied zum iPhone lässt sich der Akkudeckel abnehmen. Darunter verbergen sich SIM-Karte, microSD-Karte und ein schlanker, leichter Akku, der bei durchschnittlich hoher Multimedia-Nutzung keinen ganzen Tag durchhält.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Die Vorderseite ist beinahe eine unverholene Kopie von Apples Kassenschlager: Schmaler Chromrahmen, eine einzelne Taste unter dem Display. Die zwei berührungsempfindlichen Schaltflächen neben dem Knopf übersieht man leicht. Nicht selten passiert es, dass das neue Samsung-Flaggschiff in der U-Bahn oder im Cafe überhaupt für ein iPhone gehalten wird. iPhone-Besitzern, die nicht genau hinsehen, entlockt es mitunter ein anerkennendes Nicken, in der Meinung, das Gegenüber gehöre auch zur Apple-Fan-Clique.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Das iPhone-Dejavu zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Gerät. Das Hauptmenü ...(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

... und sogar Hilfsprogramme wie die Notitzfunktion sehen sich zum Verwechseln ähnlich.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Frei nach dem Motto "learned from the best" gibt es an der Hardware kaum Kritikpunkte. Das Display - traditionell eine Stärke von Samsung - ist auch diesmal ein Highlight: AMOLED bietet höchste Kontraste und kräftige Farben und die Auflösung von 480 x 800 Pixeln für feine Übergänge. Weil kapazitiv, reagiert der Bildschirm auf Fingereingaben auch ebenso schnell und flüssig wie bei Apple.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Interessant: Eine klassische Schwäche des iPhones hat Samsung nicht ausgebügelt. Die Kamera hat zwar fünf Megapixel, allerdings keinen Blitz. Wenig angenehm auch der Mangel an einem physischen Auslöser - Selbstportraits enden so entweder in einer endlosen Blind-Fummelei auf der Suche nach dem Auslöser am Display oder in einem Kampf mit dem Selbstauslöser. Immerhin: Auf der Vorderseite prangt eine Zweitkamera für Videotelefonie. Mit dem neuen iPhone 4 wird Apple Samsungs Handykamera alt aussehen lassen.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Im Inneren steckt Googles Handybetriebssystem Android in der Version 2.1 - mittlerweile ist bereits 2.2 erschienen und Samsung hat bereits ein Update angekündigt. Android wird gegenüber dem iPhone OS immer wieder für seine Offenheit gelobt. Das allerdings hat in erster Linie Vorteile für Entwickler, ...(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

... indirekt aber natürlich auch für Nutzer: Kein anderes System neben dem iPhone bringt es bereits auf eine vergleichbar stattliche Anzahl an guten Apps. Und: Weil Open-Source, erscheinen viel rascher neue Versionen mit neuen und verbesserten Funktionen. Einen ausführlichen Test des aktuellen Android 2.1 finden Sie hier.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Seit einiger Zeit unterstützt Android auch Microsoft Exchange und ist damit auch für den Einsatz als Firmenhandy eine Option. Kalender und Kontakte fließen dabei mit den Daten anderer synchronisierter Konten - etwa des Gmail-Kontos - zusammen. Doppelte Termine werden leider nicht erkannt, Kontakte können manuell zusammengelegt und auch mit Facebook-Informationen verknüpft werden.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Fein: Legt man neue Kontakte und Termine an, kann man wählen, in welchem Konto (Exchange, Gmail, etc.) diese gespeichert werden. In dem Telefonbuch steht eine Art erweiterte Anrufliste zur Verfügung, die auch Statusupdates und Twitter-Meldungen von Kontakten anzeigt.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Samsung hat die üblichen "in ear"-Kopfhörer beigelegt, die tief ins Ohr gedrückt werden müssen und selbst dann nicht immer an Ort und Stelle bleiben.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Insgesamt können sieben Startbildschirme mit Widgets und Shortcuts gestaltet werden. Seit dem letzten Android-Update stehen als Hintergrundbild auch animierte Bilder und wahlweise auch eine Google Map mit dem eigenen Standort zur Verfügung. Im Bild: Dieser Livehintergrund sorgt je nach Tageszeit für einen blauen Himmel, Sonnenauf- und -untergang oder einen Sternenhimmel.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Legt man eine direkte Verknüpfung zu einem Kontakt an, kann durch eine Berührung ein kleines Menü aufgerufen werden.(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)

Typus: Barren mit 4-Zoll-Multitouch-Display (480 x 800 Pixel)
Kommunikation: HSDPA/EDGE/UMTS, WLAN, Bluetooth
Kamera: 5 Megapixel, Auto-Fokus, Geo-Tagging
Besonderheiten: A-GPS, microSD-Slot, 3,5-mm-Audio-Stecker
Größe/Gewicht: 122,4 x 64,2 x 9,9 Millimeter / 119 Gramm
Verfügbarkeit/Preis:ab sofort / ab 460 Euro ohne Vertrag(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)
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