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Kritik an Nokia: Arbeiter in Indien kriegen Hungerlöhne

13.09.2011 | 12:12 |   (DiePresse.com)

Die indischen Arbeiter erhalten 70 Euro pro Monat. Als zum Leben notwendig gelten 130 Euro. Andere Hersteller wie Foxconn, die auch in der Region tätig sind, zahlen noch weniger.

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Die finnische NGO-Plattform Finnwatch schlägt Alarm. Einer am Dienstag veröffentlichten Studie zufolge zahlen der Handyhersteller Nokia und weitere Zulieferfirmen den Arbeitern ihrer Fabriken im indischen Chennai (Madras) Löhne, die fast um die Hälfte unter dem für den Lebensunterhalt notwendigen Niveau liegen. Der Großteil der von den Herstellungsbetrieben beschäftigten Arbeiter sind laut dem Bericht als Praktikanten eingestuft oder werden über Personalfirmen angeheuert.

70 Euro Monatslohn

Der gezahlte Durchschnittslohn für die vom Marktführer Nokia beschäftigten Arbeiter beträgt laut Finnwatch umgerechnet 70 Euro pro Monat, wobei in Indien 130 Euro als Mindestbetrag gelten, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Sehr wohl sind die 70 Euro aber über dem festgelegten Mindestlohn. Dieser beträgt gerade einmal 56 Euro.

Nokia beschäftigt in seinen Fabriken in Channai rund 11.000 Menschen. Der Großteil davon sind einfache Arbeiter. Bei den leitenden Angestellten zahlt Nokia dem Bericht zufolge relativ hohe Löhne, wobei diese einem Vergleich mit Europa nicht standhalten können. Positiv wird erwähnt, dass Nokia sehr wohl auf Bedürfnisse seiner Belegschaft eingeht und auch die Gründung einer Gewerkschaft zugelassen hat.

Außer Nokia wurden die Zulieferer Salcomp, Flextronix und Foxconn von Finnwatch unter die Lupe genommen. Bei diesen liegen die Löhne noch unter den von Nokia gezahlten. Außerdem sollen die Arbeitsbedingungen dort schlechter sein als beim finnischen Handyproduzenten.

(APA/Red.)

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9 Kommentare
Tunnelyeti
14.09.2011 15:31
0 0

Hungerlöhne in Indien

Die recherchierenden Reporter sollten einmal ins Land kommen.
Richtig ist nur, dass die Löhne für unsere Verhältnisse sehr niedrig sind. Nicht richtig ist, dass es eine Gesetz zu geben scheint, dass € 130.- vorschreibt. Das wären INR 8.363,55, ein Betrag, den bestenfalls ein "skilled worker" verdient, wenn er 1 Monat lang arbeitet.
Das hiesige Labor Low ist strickt und europäische Firmen gehen, trotz aller Nachteile, gerne wegen der niedrigen Lohnkosten hierher. Das gilt allgemein und hat nichts mit Nokia zu tun, der man wiedereinmal unterschwellig Lohndumping vorwirft.
Bitte nicht immer das Maß der eigenen Schuhe nehmen.
Alfons Wrann / Manali-Indien

Gast: Kuya
14.09.2011 12:08
0 0

eine sozial gerechte Welt bedingt

. . . ein einheitliches Steuer-, Budget- und Sozialsystem, einheitliche Standards und Normen.
Damit bleibt auch die Wirtschaftsgemeinschaft eine Illusion.

Gast: sonichtmehr
13.09.2011 14:25
2 1

europas bürger und arbeitnehmer müssen sich den sozialen wohlstand wieder zurückerobern. trotz banken,merkel und euro-

Hungerlöhne in indien.
entführte gefangene arbeitssklaven in china.
gefangene arbeitssklaven in großbritannien.
wenn der internationale globalisierungsdruck durch die börsen- und finanzkonzerne solche missstände und zustände für die arbeitenden menschen bedeutet, was halten dann die politiker noch daran fest.
regionale lebensqualität und regionaler sozialer wohlstand wird gebraucht und ist das ziel.die finanzkonzerne könen nun die eu länder finanziell ruinieren können u. die internationalen multikonzerne arbeiten mit solchen unmenschlichen u.unsozialen wettbewerbsbedingungen.
wer will eigentlich solche billigen und unter unmenschlichen bedingungen hergestellte produkte- niemand! außer die spekulanten u.geldeliten, die weltweit solche ausbeutungs- und asoziale produktionssysteme installiert haben- mit dem ziel, eine kleine elite von gierigen reichen und vermögenden in der welt zu bedienen und diese immer reicher zu machen.
mensch -umwelt und natur werden auf diese früchterliche art und weise nachhaltig geschädigt oder zerstört. es ist für einen menschlich, sozial denkenden und handelnden menschen einfach nicht mehr vorstellbar, was durch diese globalisierung von ausbeutungs- und zerstörungssystemen angerichtet wird.
europas konzerne haben sich nach asien oder sonst irgendwo vertschüsst u. können sich hier keine firmen mehr leisten - wegen des globalisierten druckes- und nun kommt schön langsam ans tageslicht- mit welcher brutalität dort die menschen behandelt werden.

Antworten Gast: her98eurz
13.09.2011 19:54
0 1

Re: europas bürger und arbeitnehmer müssen sich den sozialen wohlstand wieder zurückerobern. trotz banken,merkel und euro-

Auch mal nachgedacht wie viel so manches Produkt kosten würde wenn es in Österreich hergestellt würde. Da können sie leicht eine 0 hinten anhängen.
Laptop statt 600 6000
Fahrrad statt 400 4000 oder ein besseres statt 1000 dann 10000
u.s.w.

0 0

Re: Re: europas bürger und arbeitnehmer müssen sich den sozialen wohlstand wieder zurückerobern. trotz banken,merkel und euro-

Schon mal bedacht, dass die Steuern und Schulden wesentlich niedriger wären, wenn wir weniger Arbeitslose hätten?

Antworten hwolf13
13.09.2011 18:03
0 1

Re: europas bürger und arbeitnehmer müssen sich den sozialen wohlstand wieder zurückerobern. trotz banken,merkel und euro-

Was glauben Sie den wie der PC, auf dem Sie dieses Posting greschrieben haben hergestellt wurde? Denken Sie, dass auch nur einer der Arbeiter europäischen Arbeitsstandard kennt. Oder das Handy, dass sie tätlich benutzen ... ich finde dieses Unwesen, dass da getrieben wird auch nicht gut. Aber so zu tun als ob das neu wäre? Tut mir leid - aber was Sie schreiben ist Heuchlerei.

Gast: Pedro
13.09.2011 12:53
1 0

Das Handy um 0,- Euro

wird von Millionen gekauft, wollen Sie die alle klagen? sie sind ja daran Schuld.

Antworten Gast: Johann S
13.09.2011 18:30
0 0

Re: Das Handy um 0,- Euro

Diese Subvention wird wohl von den Mobilfunkbetreibern getätigt.

Gast: Gasterer
13.09.2011 12:39
0 0

Ist jetzt aber nichts Neues ....

.. und weiß mittlerweile auch jeder, wie da gearbeiet wird. Die meisten haben die Serie von Selbstmorden bei Foxconn in Shenzhen letztes Jahr wohl schon wieder vergessen.