Die finnische NGO-Plattform Finnwatch schlägt Alarm. Einer am Dienstag veröffentlichten Studie zufolge zahlen der Handyhersteller Nokia und weitere Zulieferfirmen den Arbeitern ihrer Fabriken im indischen Chennai (Madras) Löhne, die fast um die Hälfte unter dem für den Lebensunterhalt notwendigen Niveau liegen. Der Großteil der von den Herstellungsbetrieben beschäftigten Arbeiter sind laut dem Bericht als Praktikanten eingestuft oder werden über Personalfirmen angeheuert.
70 Euro Monatslohn
Der gezahlte Durchschnittslohn für die vom Marktführer Nokia beschäftigten Arbeiter beträgt laut Finnwatch umgerechnet 70 Euro pro Monat, wobei in Indien 130 Euro als Mindestbetrag gelten, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Sehr wohl sind die 70 Euro aber über dem festgelegten Mindestlohn. Dieser beträgt gerade einmal 56 Euro.
Nokia beschäftigt in seinen Fabriken in Channai rund 11.000 Menschen. Der Großteil davon sind einfache Arbeiter. Bei den leitenden Angestellten zahlt Nokia dem Bericht zufolge relativ hohe Löhne, wobei diese einem Vergleich mit Europa nicht standhalten können. Positiv wird erwähnt, dass Nokia sehr wohl auf Bedürfnisse seiner Belegschaft eingeht und auch die Gründung einer Gewerkschaft zugelassen hat.
Außer Nokia wurden die Zulieferer Salcomp, Flextronix und Foxconn von Finnwatch unter die Lupe genommen. Bei diesen liegen die Löhne noch unter den von Nokia gezahlten. Außerdem sollen die Arbeitsbedingungen dort schlechter sein als beim finnischen Handyproduzenten.
(APA/Red.)
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