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Telekom Austria will separaten EU-Roaming-Markt

08.11.2011 | 14:09 |   (DiePresse.com)

Die bisherigen Verordnungen hätten keinerlei zusätzlichen Wettbewerb gebracht, behauptet das Unternehmen. Die EU will bis 2015 Roaming um 0 Cent ermöglichen.

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In der Diskussion um EU-Preisobergrenzen für die Handy-Nutzung im Ausland ("Roaming") hat sich die Telekom Austria für die Schaffung eines separaten Roaming-Marktes anstelle fortschreitender Preisregulierung ausgesprochen. Die Kunden könnten in diesem Fall unabhängig von ihrem nationalen Betreiber einen alternativen Anbieter für Roaming-Dienste wählen, wie dies die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Der Festnetz-Bereich habe gezeigt, dass eine solche Trennung von Betreibern die Preise gesenkt habe, sagte der TA-Regulierungsexperte Alexander Zuser am Dienstag in Brüssel.

Die bisherigen beiden EU-Roaming-Verordnungen hätten nicht zu mehr Wettbewerb unter den Telekom-Providern geführt, sagte Zuser. Obwohl die Preise für Sprach-Roaming seit dem Start der EU-Verordnung 2007 um 50 bis 60 Prozent zurückgegangen seien, würden die Konsumenten eher weniger und nicht mehr solche Dienste nutzen. Zuser betonte, im Gegensatz zu den Endkundenmärkten seien die Großkunden-Märke, auf denen die Provider sich gegenseitig ihre Roaming-Kosten in Rechnung stellen, bereits voll wettbewerbsfähig.

Studie stützt Telekom-Forderung

Für die Schaffung eines vom nationalen Anbieter unabhängigen, getrennten Roaming-Marktes plädiert auch eine von der Telekom Austria vorgestellte Studie der Londoner Consulting-Firma "Plum". Deren Autor David Lewin sagte, die weitere Fortschreibung von Preisobergrenzen fördere nicht Innovation und stärke auch nicht den EU-Binnenmarkt. Daher sollte die EU-Preisregulierung so früh wie möglich, nämlich 2014, auslaufen, und durch einen getrennten Roaming-Markt ersetzt werden. Dieser Schritt würde den Unternehmen insgesamt 400 Millionen bis 700 Millionen Euro kosten, dem stünden jährliche Roaming-Einnahmen in der EU von 4,8 Milliarden Euro entgegen.

Technisch stünden für eine solche Lösung zwei Optionen zur Verfügung, die beide bis 2014 umsetzbar wären, heißt es in der Studie. Entweder könne der Kunde seine aktuelle SIM-Karte behalten, der nationale Betreiber hätte weiter über das Service die technische Kontrolle. Der Roaming-Betreiber, für den sich Kunden dann extra entscheiden müssten, könnte zu einem regulierten Großkundentarif das Service von nationalen Betreibern kaufen.

Die zweite Option für einen getrennten Roaming-Markt wäre laut der Studie die Ausstattung der Kunden mit neuen SIM-Karten, die doppelte Identifizierungen zuließen - für den nationalen und den Roaming-Betreiber. Die technische Kontrolle wäre dann beim Roaming-Provider, dieser könnte zu ausverhandelten Großkundentarifen Roaming-Dienste von den nationalen Anbietern kaufen. Ein Nachteil der zweiten Option sei, dass sie technisch komplizierter und für den Kunden mit Verzögerungen verbunden sei, gaben Lewin und Zuser zu bedenken.

EU will Roaming um 0 Cent bis 2015

Die derzeitige EU-Verordnung für Roaming-Preisobergrenzen läuft Mitte kommenden Jahres aus. Die EU-Kommission hat im Juli vorgeschlagen, die Gebühren für europaweite Telefonate oder Datentransfers mit Mobiltelefonen bis 2014 jährlich weiter zu senken. So sollen bis Juli 2014 für ein- und ausgehende Gespräche im EU-Ausland von derzeit 11 und 35 Cent vor Steuern auf dann 10 und 24 Cent pro Minute reduziert werden. "Ziel ist, dass der Unterschied zwischen Roaming- und nationalen Tarifen bis 2015 bei Null liegt", erklärte die für digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Zuser sagte, seitens der Telekom Austria bestehe die Befürchtung, dass das Europaparlament die Preisobergrenzen noch weiter absenken wolle. Damit würde aber ein Einstieg in einen getrennten Roaming-Markt für viele Betreiber unattraktiv. Auch müsse sichergestellt sein, dass nicht 2015 wieder Preisobergrenzen eingeführt würden, wenn die Verordnung erneut überprüft werde.

(APA)

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3 Kommentare
myzypresse
08.11.2011 17:59
0 0

Die EU auf dem richtigen Weg, wenn auch mit Schneckentempo

Alles Preis- Wucher, was da aufgeführt wird. Die Preise müssen wesentlich schneller heruntergedrückt werden.
Die Telekom tut nichts freiwillig. Auch nicht untersuchen lassen.
Dass Ametsreiter nichts gewußt hat, dass kann er seinem Großvater erzählen, wenn er zu viel gedrunken hat, oder einem Richter aus der k und k Zeit.
Ohne EU Zwang geht nichts - wenigstens da machen manche wenn auch im Schneckentempo etwas Richtiges.
Wenn die a1 noch billiger sien will, soll es OK sein.
Wenn man nicht so viel Schund gekauft hätte, könnte man jetzt schon anfangen, billiger zu werden.


der__mann
08.11.2011 17:21
1 0

mühsam

mühsam - echt.

roaming ist überhaupt ein unsinn.

wenn das wirklich stimmt, dass die ein internetpaket vom ausland nach hause schicken und es erst dann ins internet geht, und dann wieder zurück über die roaming leitungen, dann ist das einfach nur geistesgestört.

ein internetpaket soll gleich vor ort ins internet - fertig - basta.

normale telefonie ist sowieso tot, kann alles über internet abgewickelt werden!!!

so schauts aus - alles andere ist ein lüge.

genauso wie die sms abzocke - kostet den betreibern nix und verrechnet wird unglaublich!!!


Antworten Gast: der_echte_mann
09.11.2011 01:23
0 0

Re: mühsam

Alles andere ist eine Luege???

Was soll den diese dumme Aussage?

Ich bin sehr viel auf Dienstreise, und telefoniere auch recht viel. Es ist nicht immer moeglich per OWA oder Skype (u.a.) Tools online zu telefonieren.

Meine Rechungen gehen alleine fuer das Roaming zum Teil auf ueber 200,-- pro Monat.

Fuer mich waere eine solche Regelung sehr viel wert.

Und nochwas. Wie bezeichnen Sie die Tatsache, im Ausland ins Internet (nicht Wlan) zu gehen? Ich nenne das Roaming !!!

Ich verstehe nicht, warum manche vor dem posten nicht denken ...