Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat sein erstes Smartphone für das neue LTE-Mobilfunknetz vorgestellt. Vorstandschef Stephen Elop sagte am Montag auf der Computermesse CES in Las Vegas, das Lumia 900 werde zunächst nur in den USA und Kanada eingeführt. Diese Märkte seien für den Wettbewerb von entscheidender Bedeutung, sagte Elop. "Die Branche hat sich verschoben von einer Schlacht der Geräte zu einem Krieg der Ökosysteme." Als Ökosystem sieht Elop den Verbund aus Hardware, Betriebssystem, Diensten und Apps.
Das Nokia Lumia 900 geisterte bereits Wochen zuvor unter dem Codenamen "Ace" durch diverse Gerüchteküchen. Es bietet mit 4,3 Zoll einen deutlich größeren Touchscreen als das Ende Oktober vorgestellte Lumia 800. Im Inneren arbeitet ein 1,4-Gigahertz-Prozessor, die 8-Megapixel-Kamera hat das Lumia 900 genauso wie das (etwas vergrößerte) Polycarbonatgehäuse von seinem Schwestergerät geerbt. Eine Frontkamera ermöglicht Videotelefonate.
Später auch in Österreich
Vorerst wird Nokias neues Smartphone-Flaggschiff nur beim US-Betreiber AT&T angeboten werden. Wann und zu welchem Preis, sagte der Hersteller nicht. Bei der Vorstellung des Geräts bezeichnete Elop das Lumia 900 als "exklusiv für Nordamerika". Informierte Kreise sprechen aber von einem möglichen Österreichstart im April.
Mit Microsoft aus der Krise
Nokia hat eine enge Partnerschaft mit Microsoft vereinbart, die Lumia-Telefone verwenden dessen mobiles Betriebssystem Windows Phone. Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer bezeichnete Windows Phone als "das starke dritte Ökosystem im Smartphone-Markt" und bekräftigte an der Seite von Elop die Partnerschaft mit Nokia. Das Lumia 800 war das erste Nokia-Gerät mit dem Microsoft-System an Bord.
Die neue Strategie ist für den langjährigen Weltmarktführer im Geschäft mit Handys von entscheidender Bedeutung, um den schon einige Jahre andauernden Abwärtstrend zu stoppen. Zum Wettbewerb mit anderen Windows-Phone-Anbietern wie Samsung sagte Elop: "Wir brauchen das, um das Ökosystem weiter voranzutreiben. Unsere Haupt-Wettbewerber sind die anderen Ökosysteme." Gemeint sind die Smartphones mit dem Google-System Android und das iPhone von Apple.
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(Ag./Red.)
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DiePresse.com/Handy
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