Huawei und ZTE

Huawei und ZTE: Chinas Smartphone-Aufgebot angefasst

Die chinesischen Hersteller drängen nach Europa. Das Smartphone Ascend P1 S war eines der großem Highlights der Mobilfunkmesse.

Huawei hat auf dem Mobile World Congress für einiges Aufsehen gesorgt. Ein großer eigener Pavillon, zig Fahnen mit Firmenlogo und ein überlebensgroßer Pegasus aus Smartphones demonstrierten publikumswirksam die Ambitionen des chinesischen Konzerns am europäischen Markt. DiePresse.com hat sich die Geräte von Huawei in Barcelona näher angesehen und auch einen Blick auf das Angebot von ZTE geworfen, dem zweiten chinesischen Hersteller, der heuer nach Europa drängt. Im Bild zu sehen ist das Ascend D quad von Huawei, dessen Gehäuse kein bisschen billig wirkt. Im Gegenteil - das Design ist gelungen, die Materialien sind hochwertig und das Smartphone liegt gut in der Hand.

(c) Presse Digital (Sara Gross)

Das Ascend D quad läuft mit dem aktuellen Android 4.0. Das eigentliche Highlight soll aber der Prozessor sein. Der Quad-Core-Prozessor ist angeblich eine Eigenentwicklung, die das Ascend D zum schnellsten Smartphone macht.

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Andere Hersteller setzen auf Nvidias Tegra 3 mit vier Rechenkernen. Huawei hat diesen Prozessor angeblich zunächst getestet, war dann aber mit Leistung und Wärmeentwicklung unzufrieden. Das Ascend D erreicht in Benchmark-Tests tatsächlich ausgezeichnete Werte und fühlt sich auch bei der Bedienung und beim Spielen blitzschnell an.

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Ob man bei normaler Nutzung nun wirklich einen Unterschied zwischen dem Ascend D und Quad-Core-Smartphones anderer Hersteller fühlt, ist zwar fraglich. Das Ascend D braucht sich jedenfalls in keinster Weise vor den Branchen-Größen zu verstecken. Die Android-Oberfläche hat Huawei nur behutsam angepasst, wobei die App-Übersicht mit den etwas groß geratenen Symbolen vielleicht etwas kindlich ausgefallen ist.

Die übrigen technischen Daten sind ebenfalls auf dem neuesten Stand - das 4,5-Zoll-Display mit 1280 x 720 Pixeln ist klar und farbkräftig.

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Der eigentliche Star am Huawei-Stand ist aber das Ascend P1 S. Es läuft ebenfalls mit dem neuesten Android 4.0, rechnet aber nur mit einem Dual-Core-Prozessor. Das 4,3-Zoll-Display bietet zwar eine etwas geringere Auflösung von 960 x 540 Pixeln, was aber dank AMOLED-Technologie kaum auffällt.

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Gelungen ist das Gehäuse, das mit einem dezenten Muster und vor allem einer samtig-griffigen Oberfläche kommt, wie sie auch Geräte von Nokia oder HTC haben.

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Huawei wirbt damit, dass das Ascend P1 S mit 6,68 Millimetern das aktuell dünnste Smartphone ist. Das Galaxy Nexus (links) misst fast 9 Millimeter - in der Praxis ist der Unterschied im direkten Vergleich dennoch kaum sichtbar.

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Das Ascend P1 S liegt gut in der Hand und ist mit 110 Gramm für seine Größe auch erstaunlich leicht.

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Selbiges kann man auch von dem neuen Huawei-Tablet behaupten. Das MediaPad 10 FHD ist eines der ganz wenigen neuen Tablets, die auf dem Mobile World Congress vorgestellt wurden. Es läuft ebenfalls mit Android 4.0 und bietet einen Quad-Core-Prozessor. Das Display ist 10 Zoll groß und hat eine Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln.

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Das Design erinnert ein wenig an Samsung-Tablets, ist aber gut gelungen. Dank gebürsteter Alu-Rückseite und mattem weißen Kunststoff fühlt sich das Gerät wertig an und liegt angenehm in der Hand.

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Mit 8,8 Millimetern ist das MediaPad sehr dünn.

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Einziger Schwachpunkt an dem Vorführgerät war die locker sitzende Anschluss-Abdeckung.

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Mit ZTE drängt noch ein zweiter chinesischer Hersteller nach Europa. Auf dem MWC zeigte die Firma eine ganze Reihe an Tablets und Smartphones, die aber nicht ganz in derselben Liga spielen wie die Geräte von Huawei. Das Light Tab 3 etwa ist ein 7-Zoller mit Android 4.0, einem Dual-Core-Prozessor und einer 5 Megapixel-Kamera.

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Die Kehrseite ist ZTE allerdings nicht ganz so gut gelungen wie der Konkurrenz. Der graue Kunststoff ist wenig elegant und das Gehäuse ist etwas klobig. Immerhin: Dank der zwei gummierten Ballen am Rand liegt das Gerät gut in der Hand.

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Tablet-Flaggschiff dürfte das PF100 sein. Der 10-Zoller mit Android 4.0 rechnet mit dem Quad-Core-Prozessor Nvidia Tegra 3. Auf dem Vorführgerät waren einige Spiele installiert, die aber das Potenzial des großen Tablets nicht so richtig auskosteten.

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Auch hier können Design und Material nicht wirklich mit der Konkurrenz mithalten.

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Das T98 ist das zweite Quad-Core-Tablet von ZTE. Es misst 7 Zoll und ...

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... erinnert optisch ein wenig an eine misslungene Version des iPhone 3GS.

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Samsung Note 10.1

Samsung Note 10.1: Tablet-Smartphone-Riese im Kurztest

Der Nachfolger des Galaxy Note ist fast viermal so groß wie der Vorgänger. DiePresse.com hat das 10 Zoll große Smartphone ausprobiert.

Samsung ist bereits mit dem Galaxy Note aufgefallen - einem Gerät zwischen Tablet und Smartphone. Gibt es dafür überhaupt einen Markt?, haben sich damals viele Beobachter gefragt. Gibt es. Das Note verkauft sich laut Samsung prächtig und am Mobile World Congress zeigen die Koreaner bereits den Nachfolger. Aus den 5,3 Zoll sind allerdings gleich 10,1 Zoll geworden. Das Gerät ist damit fast viermal so groß. Die Grenzen zwischen Tablet und Smartphone verschwimmen hier komplett.

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Ist der Vorgänger noch eher ein Smartphone, so kann man das vom gleichnamigen Nachfolger kaum mehr behaupten. 10 Zoll sprengen nicht nur jede Hosentasche, sie lassen sich auch nur schwer für ein Telefonat ans Ohr führen. Dennoch, mit dem Note 10.1 kann man telefonieren. Möglich macht das Android 4.0, das die zuvor getrennten Google-Systeme für Smartphones und Tablets zusammenführt. Ganz so hat sich das Google zwar vermutlich nicht vorgestellt, aber warum sollte man mit seinem Tablet nicht telefonieren können? Ein Headset vorausgesetzt.

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Sonst bietet das Note alles, was man von einem Samsung-Tablet gewohnt ist, bloß eben im aktuellen Android 4.0. Gleichzeitig kommen aber einige Note-Spezialitäten hinzu.

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Das ist in erster Linie die Idee des digitalen Notizblocks. Damit geht auch das Revival des Stylus einher. Touchscreens sind mittlerweile so weit, dass es sich mit der richtigen Software tatsächlich zeichnen und schreiben lässt. Ganz so, wie die grafisch kunstvoll ausgeführten Beispiele auf den Vorführgeräten gelingt es in der Regel nicht, aber es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Am 10.1er ist die Verzögerung gerade beim Schreiben noch einmal geringer als beim Vorgänger und am größeren Display haben auch tatsächlich Notizen Platz, die aus mehr als ein bis zwei Wörtern bestehen.

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Der Stift ist allerdings vor allem dazu gedacht Screenshots oder Bilder mit handschriftlichen Zeichen oder Notizen zu versehen. drückt man mit dem Stylus lange auf den Bildschirm wird ein Screenshot erstellt, auf dem unmittelbar gekritzelt werden kann, um ihn dann per Mail oder Internet zu versenden.

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Der Stift selbst ist selbst für Kugelschreiber-Maßstäbe groß und lässt sich daher nicht, wie beim kleineren Vorgänger im Gehäuse versenken. Die Chance, ihn nicht immer gleich bei der Hand zu haben, ist entsprechend groß.

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Die Rückseite des Stiftes funktioniert im Notizen-Modus übrigens wie ein Radiergummi - ganz ohne diese Funktion zuvor aktivieren zu müssen.

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Als Besonderheit hat Samsung auch eine neue "Multiview"-Funktion angepriesen. Die ermöglicht, so steht es in der Presseaussendung, bis zu vier Apps gleichzeitig nebeneinander am Bildschirm betrachten zu können. Das klingt praktisch - man könnte dann etwa auf der einen Seite ein E-Book oder eine Webseite geöffnet haben und auf der anderen eine Notiz-App. Oder ein Video und daneben Facebook. Tatsächlich war die Funktion auf der Messe aber noch nicht ganz fertig und bot lediglich drei Apps, die Multiview unterstützen.

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So sieht das Ganze in Aktion aus. Ausprobiert werden konnte das lediglich mit der Notizbuch-App S Note, dem Video Player und dem Browser. Es sollen aber weitere Apps folgen - wann, konnte der Vorführer nicht sagen.

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Für den Spezial-Stift der beiden Note-Geräte gibt es bereits eine Reihe eigener Apps, die die Funktionalität des Stiftes ausnutzen. Soonr speichert Dokumente in einem Online-Speicher , lässt sie von dort direkt mit dem Stylus bearbeiten oder kommentieren. Die Bearbeitungen sind umgehend für alle Mitglieder eines Projektteams sichtbar.

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Mit der App "ComicBook" lässt sich der Stift dazu verwenden, Fotos in Comics mit den entsprechenden Sprechblasen und Textfeldern zu verwandeln.

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Die Rückseite des Note ist in glänzendem Kunststoff gehalten. Gerade auf der schwarzen Version sind dadurch zahlreiche Fingertapser zu sehen.

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