Startschuss für Handy statt Bankomatkarte in Österreich

17.04.2012 | 12:07 |  Sara Gross (DiePresse.com)

Die Kurzfunk-Technologie NFC ermöglicht Zahlungen an der Kassa in weniger als einer Sekunde. Dank Sticker geht das mit jedem Handy.

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Das Handy wird zur elektronischen Geldbörse, prophezeien Mobilfunker und Hersteller bereits seit geraumer Zeit. Jetzt wird es tatsächlich konkret. Ab sofort startet A1 ein Pilotprojekt, bei dem erste Kunden dank Kurzdistanz-Funk NFC mit jedem beliebigen Handy an der Kassa zahlen können. Dazu genügt es, das Mobiltelefon vor eine kleine Kontaktfläche zu halten und in weniger als einer Sekunde ist die Transaktion abgeschlossen - ohne Code und ohne Unterschrift. (c) Presse Digital (Sara Gross)

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Zunächst wird das lediglich in einigen Filialen von McDonald's und Merkur möglich sein. Im Sommer soll es dann weitere Akzeptanztellen geben. Als Zahlungsdienstleister fungiert die Paybox-Bank, die diesen NFC-Dienst später auch für Kunden weiterer Mobilfunker ausweiten will. Derzeit führe man bereits entsprechende Gespräche, erzählt Paybox-Chef Bernd Hartweger im Rahmen einer Pressekonferenz.

Sticker oder spezielle SIM-Karte

Voraussetzung für Paybox NFC ist lediglich ein NFC-Sticker, der auf der Rückseite des Handys angebracht wird oder unter dem Akkudeckel verschwindet. Der Sticker hat die Dicke einer herkömmlichen Bankomat- oder Kreditkarte und wird damit vermutlich nur unter wenigen Akkudeckeln Platz finden. Es gibt auch bereits einige moderne Smartphones, die mit einem NFC-Chip ausgestattet sind - das Bezahlsystem funktioniert dann aber nur mit einer speziellen NFC-SIM-Karte. A1 selbst bietet derzeit drei Blackberry-Modelle, das HTC One X und das Sony Xperia S mit NFC an. Bis Ende des Jahres rechnet A1 damit, dass in Österreich 200.000 NFC-Geräte in Umlauf sind. Zudem werde jedes in Zukunft hergestellte Smartphone über NFC verfügen, ist sich A1-Chef Hannes Ametsreiter sicher.

Sticker funktioniert auch ohne Handy

Mit Paybox NFC können zunächst nur Beträge bis 25 Euro bezahlt werden und maximal 50 Euro pro Tag. Das soll zusätzlich Sicherheit schaffen, denn der NFC-Sticker funktioniert auch, wenn er von dem Handy abgelöst wurde. Gehen Handy oder Sticker verloren, genügt ein Anruf und das Gerät ist für alle Zahlungsterminals in Sekundenschnelle gesperrt, erklärt Hartweger. Zudem lägen sämtliche Daten in Österreich und die Übertragung sei zu jedem Zeitpunkt gut verschlüsselt. Auf Handy oder Sticker werden keine sensiblen Daten wie Name oder Kontonummer gespeichert, erklärt Hartweger.

NFC
Near Field Communication (NFC) ist ein Standard zur drahtlosen Übertragung von Daten über eine Strecke von maximal zehn Zentimetern. Das System kommt vor allem bei drahtlosen Bezahldiensten oder bei Zugangskontroll-Systemen per Handy zum Einsatz. Bisher gibt es noch sehr wenige Geräte, die NFC unterstützen.

Wieviel Paybox NFC nach dem eingeschränkten Pilotbetrieb kosten soll, wurde noch nicht verraten. Bis Sommer werden speziell im 6. und 7. Wiener Bezirk Kunden angesprochen, an dem Projekt kostenlos teilzunehmen. Zunächs ist Paybox NFC nämlich auf vier Restaurants von McDonald's - auf der Mariahilferstraße und am Westbahnhof - und fünf Merkur-Filialen - am Westbahnhof, im Gerngroß, der Lugner City und dem Stadion-Center - beschränkt. 

NFC-Konkurrent Raiffeisen

In Österreich betreibt auch Raiffeisen bereits NFC-Terminals in einigen Filialen der Supermarkt-Kette Zielpunkt. Dort kommen "PayPass"-Karten von MasterCard zum Einsatz, die knapp vor die Zahlungsflächen gehalten werden. Obwohl beide Dienste auf NFC setzen, werden die Terminals nicht kompatibel sein. Ob Supermärkte in Zukunft ihre Kassen um mehrere NFC-Stellen erweitern müssen, oder sich am Ende nur ein Anbieter durchsetzt, wird sich noch zeigen. 

 

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56 Kommentare
 
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Gast: Gerhard Nagy
19.04.2012 08:21
0

Eine Totgeburt

Scheint eher eine PR Aktion von Herrn Ametsreiter zu sein als ein ernsthafter Versuch NFC-Bezahlen einzuführen.

zu riskant

und mit der Höchstgrenze € 50,-- sinnlos kleingeld habe ich immer dabei,

Gast: alter Schilling
17.04.2012 23:30
2

nur BARES ist WAHRES

Leute, zahlt nur noch BAR, sonst droht uns bald das Gleiche wie in GR,IT und Spanien....das Bargeld soll immer weiter abgeschafft werden...und dann kann in einer Krise niemand mehr sein Geld abheben....das Endziel der Hochfinanz

http://www.welt.de/wirtschaft/article106172628/Spanien-will-Barzahlung-ueber-2500-Euro-verbieten.html

Gast: Panarcus1
17.04.2012 20:29
0

Kreditkarte für Kleinbeträge

Sinnvoll nur für INDECT Befürworter.

Eines was mir noch durch den Kopf geht:

Viele Leute sind ja primitiv und nehmen diese Technik an, weil ein paar Medienfuzis sagen, das ist jetzt "in".

Der Nutzen: max. 5 Sek. Zeitersparnis!!!

Und dafür Jahrelange Entwicklung und sehr teure Tests, Umstellung, etc. etc. Jeder Denkende Mensch müsste spätestens da misstrauisch werden, aber gut - ich hab mich damit abgefunden von Primitiven Personen umgeben zu sein.

Jedoch bleibt die Hoffnung, dass viele Bürger "Gewohnheitstiere" sind und deswegen die Umstellung verweigern. Jedoch befürchte ich, dass dies von oben herab verordnet wird und dies durch die Bankomatkarte ersetzt werden wird.

alt aber bewährt

ich bleib bei meiner bewährten Zahlungsmethode COT (Cash on table) :D

"Sticker funktioniert auch ohne Handy"

Also zahlt man eigentlich mit dem Sticker, nicht mit dem Telephon. Oder mißverstehe ich etwas?

Aja, deswegen will man nun Bargeld abschaffen.

Damit jeder sich automatisch überwachen lässt. Heißt jetzt zwar nicht RFID sondern NFC, wird nicht implementiert sondern als Geld getragen.

Sehr klug, meine Hochachtung!

Die absolute Überwachung


Gast: freund?
17.04.2012 19:06
6

ich bleib' beim bargeld...



das handy hab ich meistens daheim, brauch es wenig, und geht keinen was an, wenn ich im cafe bin, oder wo immer...

komplett unnötig

des is leiwand. handy in der bim verlieren und nicht nur das ist weg sondern auch noch die KK am limit.... heureka.
oder aber du sperrst es: rufst bei dem betreiber (dessen nummer du auswendig lernen musst weil im telefonbuch bringt sie ja nix) an, das ganze ohne handy also von einem münztelefon aus wofür man erst wieder chash oder irgedneine karte braucht.

und welches problem löst dieser unsinnige dienst?

Re: komplett unnötig

Dieser Dienst ist für Klein- bzw. Kleinstbeträge durchaus sinnvoll. Bei einem Verlust des Handy wiegt dessen Eigenwert von meist über 200 Euro wesentlich mehr als die 50 Euro, die pro Tag maximal damit abhebbar sind. Und was das Sperren betrifft: bei Vertragshandys ist das sowieso unabdingbar, egal ob nun mit NFC oder ohne.

Re: Re: komplett unnötig

für welche kleinsbeträge denn?

Gast: nestbeschmutzer
17.04.2012 17:08
2

soso

Steht schon in der Bibel für die Endzeit. Für die Apokalypse des Johannes. Niemand wird mehr ohne dem Ding irgendwas einkaufen können..... Viel Spass beim Weltuntergang dann noch :-))))

Re: soso

Ja, schauen Sie sich einmal so einen Strichcode an, der auf allen Produkten ist (wer kaufen oder verkaufen will...), da sind drei längere Trenncodes. Diese Trenner sind der Code für die Ziffer 6. Also 666.

Gast: international_
17.04.2012 16:29
9

big brother handy

das handy kennt jetzt schon mein bewegungsprofil, das handy weiß mit wem ich kommuniziere und das handy wird bald auch speichern wann und wo und wofür ich geld ausgebe.
alle daten in einer hand - nein danke!

Re: big brother handy

hallo gläserner Bürger!
und außerdem sooft wie Handys verloren werden bin ich mal auf das unkomplizierte Sicherheitssystem gespannt....

Re: Re: big brother handy

Mit den verlorenen Handys und Karten wird noch viel passieren. Und dann kommt als Rettung der Chip.

Gast: Handyzwang?
17.04.2012 16:27
2

Das freut die Organisierte Kriminalität besonders

Und Alte, die kein Handy haben, können dann bald nicht mehr mit Bargeld zahlen?

Re: Das freut die Organisierte Kriminalität besonders

Die können den Sticker aufs Geldbörserl picken.

Bargeld=Risiko/Gewalt/Verbrechen

Endlich wird das Bargeld weitgehend zurückgedrängt werden, was sehr zu begrüßen ist.

Warum ich das finde?
-->Überfälle, Einbrüche und Handtaschenraub werden zurückgedrängt.

-->sündteurer, bewachte Bargeldtransporte werden ebenfalls reduziert.

-->Man kann erstmals ohne Brieftasche aus dem Haus gehen, kann trotzdem jederzeit alles kaufen und braucht sich nicht zu fürchten, dass jemand das Geld klauen könnte. (wenn das Handy verloren geht, wird man den Chip rasch sperren können)

Re: Bargeld=Risiko/Gewalt/Verbrechen

Sie gehen ohne Brieftasche aus dem Haus, aber mit einem Handy, das quasi mit Geld aufgeladen ist. Ich sehe da keinen gravierenden Unterschied.

Antworten Gast: netter gast
17.04.2012 18:51
0

Totgeburt

Risikominimierung .
Ohne Geburt kein Risiko .
Ohne Risiko kein Leben .

Der Sicherheitswahn ,
der noch von Überwachungspsychos für ihre spezifischen Interessen ausgenutzt wird ,
führt zu einer Totnahen Gesellschaft

Mein Freund...

...wenn das nicht sarkastisch gemeint war- na dann gute Nacht!! Es wird schon seit Jahren vor der bargeldlosen Zukunft gewarnt!! Erkundige dich einmal wie unser zinseszins Geldsystem funktioniert - das Geld EXISTIERT nicht einmal. Kein Bezug zu Geld, manipuliert durch Medien, kaufsüchtig, jederzeit durch GPS ortbar, keine Privatsphäre durch Vorratsdatenspeicherung, ACTA, ESM, NFC- eventuell bald ein implantierter Chip? (siehe GB)....willkommen im Überwachungsstaat der Zukunft. Willkommen in der Diktatur. Der gläserne Mensch ist keine Fiktion mehr, sondern bald traurige Realität...und du: Offen für alles

Re: Mein Freund...

Warum bald? Das ist bereits Realität, aber es wird noch effizienter.

Antworten Gast: Markus Trullus
17.04.2012 17:05
5

Re: Bargeld=Risiko/Gewalt/Verbrechen

eeehm, wie sperrt man das ohne Handy? Mit dem Handy? Autsch!

 
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